2012 – das Jahr ohne Schwarze Schwäne in den Märkten

Auf die folgenden Überlegungen brachte mich ein interessanter Artikel von Thomson – Reuters, auf welchen mich die Facebook-Gruppe Optionshändler aufmerksam machte. Hier der Link

http://business.financialpost.com/2012/01/05/betting-on-tail-risk-is-hazardous-to-your-wealth/

Es gibt viele Risiken in den Finanzmärkten. Ja, es wird mit vielen Risikofaktoren gerechnet. Und dementsprechend werden von vielen institutionellen Investoren auch ähnliche Strategien angewandt, die von identischen Risikoszenarien ausgehen. Das kann insgesamt nicht aufgehen, oder? Wir wissen, dass die Mehrheitsmeinung in den Märkten grundsätzlich falsch ist. Wenn es anders wäre, dann könnte man sich stets der Mehrheitsmeinung anschließen und Geld verdienen. Aber wir wissen, ich verliere fast immer, wenn ich mit meinem Geld auf die Prognosen wette, die ich von den meisten Börsianern höre.

Und schon höre ich einige von Euch schreien. „ Hallo, ist etwa nicht der Markt das Ergebnis der gemittelten bzw. aufsummierten Einschätzung der Börsianer? Und hat nicht der Markt doch immer Recht? Nun, spiegelt der Markt tatsächlich die Erwartung der Mehrheit von Börsianern in Bezug auf die Zukunft wider. Die Preise an der Börse sollten demnach immer die Prognosen der Investoren abbilden. Ob diese Prognosen erfüllt werden, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

Jetzt aber zurück zum Artikel.

Im Jahr 2012 wird mit dem Iran-Konflikt offenbar gerechnet. Dessen Zuspitzung wird die Öl-Preise katapultieren. So die Annahme. Mit welchen Strategien kann man davon profitieren? Am besten durch den Kauf von Optionen, die weit aus dem Geld liegen (far out of money). Dabei existieren zwei Investoren-Gruppen. Die einen setzen auf einen Anstieg der Volatilität und kaufen sowohl Kauf- als auch Verkaufsoptionen. Die anderen gehen weiter und kaufen Calls, die sie dann durch den Verkauf von Puts finanzieren. Mit der ersten Strategie kann man die Prämie verlieren. Ähnlich wie bei den Versicherungen, wo man im Normalfall nicht mit dem Schadensfalls ( Ausübung der Option ) rechnet. Die zweite Strategie ist jedoch viel gefährlicher, weil man auch mehr als die investierte Summe verlieren kann.

Das andere Risiko schlummert in der Euro-Krise. Diese wird zum Anstieg der Volatilität führen.

Nun weist der Artikel darauf hin, dass diese Risiken bereits eingepreist sind und die oben beschriebenen Strategien hoch gefährlich sein könnten. Bleibt der Konflikt im Iran aus, oder er führt nicht zum Preisanstieg der Rohöls, dann sinken die Prämien für Optionen gewaltig und der Totalverlust droht. Inzwischen, so die Autoren, liegt die realisierte Volatilität deutlich unter der impliziten, die aus den gehandelten Optionspreisen abgeleitet wird.

Mittlerweile, nach den Krisenjahren 2007-2009 herrscht eine echte Volaphobie und fast alle Investoren erwarten weitere Schwarze Schwäne – extreme seltene Ereignisse.  Aus den schwarzen Schwänen sind jedoch längst weiße Schwäne geworden – extreme nicht seltene Ereignisse. Aber auch die werden bald sterben.

Wird das Jahr 2012 also langweilig, ohne Schwäne und mit einem Ölpreis zwischen 95-110 sein?

Wenn Sie mich fragen, dann neige ich immer öfter zu dieser Einschätzung.

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