Manipulation im Stromhandel – meine Fragen

Über die angebliche Strommanipulation, die einige Strom-Großhändler betrieben haben sollen, ist in den Medien genug berichtet worden. deshalb beschränke ich mich nur auf das Wesentliche. Die Nachrichten werden fast vollständig kopiert und enthalten meistens nur die halbe Wahrheit. Bzw. ich verstehe vieles davon nicht.

Erstens: Was ist vorgefallen?

Offensichtlich wurde von Großhändlern zu wenig Strom geordert, weil dessen Preis Anfang des Jahren zu hoch war. Deshalb spekulierte man lieber auf den Notfall ( Stromknappheit) und die damit verbundene Freigabe der billigeren Reserven.  Was heißt eigentlich, man habe zu wenig prognostiziert? Geht es hier um eine interne Prognose, die Basis für die Bestellungen am Terminmarkt ist? Oder muss den Kraftwerken eine solche Prognose abgeliefert werden, unabhängig von den eigenen Bestellungen. Im diesem Falle liegt keine Kursmanipulation sondern ein Betrug vor. Es geht aber eher darum, dass am Terminmarkt zu wenig Strom-Blöcke gekauft worden sind. Dann ist es eine Spekulation und noch keine Manipulation. Die Frage drängt sich, muss der Stromhandel wie der mit Aktien über Börse ablaufen, jedoch im Gegensatz zu diesem ist er nur wenigen Teilnehmern zugänglich.

Ich dachte, es gibt neben dem Terminmarkt einen Spotmarkt, wo man stets den Strom zu aktuellen Preisen kaufen kann und man deshalb nicht sofort auf Notreserven angewiesen ist. Offensichtlich entscheidet  jedoch die Nachfrage am Terminmarkt, um die notwendigen Kapazitäten in Kraftwerken bereit zu stellen.

2. Unklar für mich sind außerdem folgende Aspekte-

– Geht es  bei diesen Orders nur um Börsengeschäfte? Oder gemeint sich auch die außerbörslichen Strom-Trades?  Der Börsenhandel macht nur wenige Prozentpunkte des gesamten Stromhandels aus. Der Rest wird direkt zwischen den Brokern abgewickelt. Diesbezüglich habe ich ein interessante Seite mit diversen Links gefunden.

http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/yeex.htm

Nehmen wir also an, die Kraftwerke planen ihre Auslastung auf Basis der Nachfrage ( Open Interests) am Terminmarkt, z.B. an der Deutschen Strom-Börse EEX ( http://www.eex.com/de/). Das ist seltsam und war mir bisher gar nicht bewusst.

Wie gesagt der größte Anteil des in Deutschland gehandelten Stroms wird in den sog. OTC – Geschäften abgewickelt. Nehmen die Versorger überhaupt von diesem außerbörslichen Markt Notiz? Dann hätten sie doch sehen müssen, dass nur einige Großhändler zu wenig Strom kaufen, die nicht alle Verbraucher vertreten.

Es kann doch nicht sein, dass eine handvoll Händler ind er Lage ist, den Verbrauch und Stromkosten eines 80-Millionen Volkes zu manipuleren. Und warum wird der Preis für den Strom ausschließlich an der Börse gemacht, wenn  der Großteil nicht über die Börse geht?

Ich verstehe es nicht ganz. Vielleicht aber die Leser…

Hier die Zusammenfasung:

1. War es Spekulation oder Betrug?

2. Wenn Spekulation, dann betrifft sie nur  die Strombörse oder auch den außerbörslichen Handel?

3. Wer sind die Großhänder?

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