Griechenland, Portugal, Spanien – wann stürzt endlich der DAX?

Es ist bemerkenswert ruhig. Nicht nur zurzeit bei mir im Garten. Die deutsche Börse reagiert nicht mehr auf die schlechten globalen Nachrichten. Entweder liegt das an dem Geldzufluss aus dem Ausland, wo es noch weniger Alternativen gibt, oder ist es die typische an den Börsen häufig beobachtete Ausfilterung der unbequemen Nachrichten.

Denn außer, dass die deutsche Wirtschaft nicht in einer Rezession steckt, spricht gar nichts mehr für einen weiteren Kursanstieg. Sorry, ich habe natürlich die USA vergessen. Dieser Markt entscheidet letzten Endes  über alles…

Aber jetzt zurück nach Europa. Erstens sind die Unternehmenszahlen nicht so rosig. Beispiel die Deutsche Bank. Ja, es ist in allen Segmenten verdient worden. Aber schauen Sie sich die Zahlen genauer an (Quelle www.deutsche-bank.de). Die Personal- und Sachaufwandkosten sind kräftig gestiegen. Der Aufwand/Ertrag Faktor von über 80% ist zwar immer noch insgesamt positiv, im Vergleich zu den anderen Wettbewerbern. Dennoch ist er hoch. Das durchschnittliche Jahresgehalt  innerhalb der global agierenden Deutschen Bank beträgt demnach über 130.000 Euro brutto. Im Investmentbanking dürfte es sogar bei knapp 200.000 liegen. Ob sich diese Kosten auf Dauer rentieren werden, bleibt fraglich. Dabei ist die Deutsche noch eher eine leuchtende Ausnahme im Bankensektor.

Andere Nachrichten sind so schlecht, dass sie fast schon wie ein Kontraindikator zu bewerten sind.  Ich habe neulich tatsächlich eine Sendung auf Bloomberg gesehen, in welcher man die Herabstufung Spaniens als Kaufsignal zu bewerten vermochte. Griechenlands Kreditwürdigkeit wurde auf das Junk-Niveau herabgestuft. Mit Portugal sieht es nur ein bisschen besser aus. Spanien mit 25% Arbeitslosen liegt eher im Bereich der Entwicklungsländer.

http://www.news.de/wirtschaft/855054492/griechenland-laesst-dax-abstuerzen/1/

Frankeichs potenzielle Nachfolger Sarkozys spricht von den Neuverhandlungen des Europäischen Rettungsfonds.  Und so weiter. Und was macht der Deutsche Leitindex? Er steigt bei wachsender Nervosität.

Wir sind mitten in der Dividendensaison. Das beflügelt die Kurse. Gestern BASF, bald ist EON, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, BMW und andere Schwergewichte.

Nach dem Mai könnte dann aber wirklich die Liquidität ausdünnen und uns ein heißer Herbst erwarten.

Im Chart unten (m. f. G. www.tradesignalonline.com) sehen wir den DAX langfristig. Es fällt auf:

–          Die historische Volatilität fängt an zu steigen. Dies geschieht sehr langsam und ist ein sicheres Zeichen einer negativen Trendwende.

–          Die aus den Optionspreisen ermittelte implizite Volatilität liegt unter der historischen. Für mich ist es ein Signal, dass die Marktteilnehmer die künftige Schwankungsbreite unterschätzen, weil sie deren Rückgang erwarten.  Dies ist unwahrscheinlich!

–           Das Schwanken des DAX auf hohen Niveau endete, historisch gesehen,  meistens in einer heftigen Korrektur, s. Chart.

Was tun also jetzt?

Ich würde immer noch versuchen, die Dividenden mitzunehmen, allerdings nicht ohne Absicherung. Über meine privaten Dividenden-Strategien schreibe ich allerdings nicht in diesem Forum.  Auf Anfragen gerne. Darüber hinaus empfiehlt es sich, Optionen auf fallenden DAX weit aus dem Geld zu kaufen.

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