Invest-Bericht nach dem Großen Verfall im September 2017, der „Bareffekt“ und weitere Marktaussichten Teil I

Aus dem verregneten Mallorca macht das Schreiben umso mehr Spaß. Ich muss es mir immer wieder klar machen, warum der gestrige Handelstag an der EUREX eigentlich das Adjektiv „Groß“ trägt. Denn viel ist ohnehin an der Börse nicht passiert. Wie oft wenn alle etwas erwarten. Mein Lieblingsvergleich ist eine Hotelbar. Was empfinden Sie, wenn Sie eine Hotelbar nach 21:00 Uhr betreten? Ich meine nicht die Vorfreude auf Ihre Freundin, auch nicht auf den Alkohol. Sondern, welchen Eindruck machen die versammelten Menschen. Ja, sie lassen sich kategorisieren. Die einen sitzen an der Bar und sind kontaktsuchend. Die anderen sitzen alleine an den Tischen, tippen und beobachten. Noch die anderen sitzen in kleinen Gruppen und tun so als ob sie nur aneinander Interesse hätten.

Alle Barbesucher haben eine Gemeinsamkeit- sie warten, bis etwas passiert. Diese abwartende Stellung, die ich aus vielen Bars kenne, passt zur aktuellen Börsenstimmung. Seit Monaten wird vor eine Korrektur gewarnt. Die Hälfte meiner Twitter-Follower warnt vor irgendetwas Entsetzlichem. Ja, viele handeln danach. Sie verkaufen Aktien oder decken sich mit Put-Optionen ein. Man sieht es an den Open Interests an. Schauen wir uns die Zahlen an der Börse an: http://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/180102!onlineStats?viewType=3&productGroupId=826&productId=17254&cp=&month=&year=&busDate=20170914

Die Anzahl der offenen Positionen in Verkaufsoptionen überwiegt deutlich die der Calls. Dieser Zustand hält seit Monaten an, wahrscheinlich seit Jahresanfang, als die ersten Prognostiker mit einer Korrektur im August rechneten. Die Prognosen sind wie schon immer eine Lachnummer gewesen. Weder wurden 15.000 im DAX erreicht noch korrigierte der Markt im August. Warum sagt man überhaupt etwas über die künftige Entwicklung der Aktienindizes? Klüger wäre gewesen, auf die potenziellen Kurstreiber hinzuweisen. Auf mögliche Gründe für einen Crash oder einen weiteren Anstieg. Die Quantifizierung der Preisentwicklung  kann sich auf ein Intervall beschränken. Leider fehlen solche intelligenten makroökonomischen Analysen. Anscheinend legt keiner Wert darauf. Immerhin sind die Charttechniker fast gänzlich aus der Mattscheide verschwunden, mit ihren „Kanälen“ und „Unterstützungen“.

Die Skepsis scheint dennoch nachzugeben. Denn die Anzahl der offenen Optionspositionen geht insgesamt zurück. Wie auf der Seite

http://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/180102!onlineStats?viewType=3&productGroupId=826&productId=17254&cp=&month=&year=&busDate=20170914

sichtbar hat die Anzahl der OI seit einem Monat um fast 30% abgenommen. Dieser Effekt wiederum könnte tatsächlich als Kontraindikator gelten, aber nur langfristig. Denn wir befinden uns, wie letzte und vorletzte Woche geschrieben mitten in der Weihnachstrally. Der Markt will und muss nach oben. Wer jetzt auf fallende Kurse des Gesamtmarktes setzt, ist ein Superinsider oder ein Idiot.

Und was sagen die Charts? Nun, wie letzte Woche geschrieben,  steht der DAX kurz vor der Maximalkorrektur nach Fibonacci.

Für alle, die hier eine Bildungslücke haben – Fibonacci –Korrekturen, sind Preisniveaus zwischen zwei Extrempunkten in der Vergangenheit, meistens um die Mitte. Es wird erwartet, dass sobald der Preis also z. B. der DAX eines dieser Niveaus erreicht hat, findet eine Wende statt.  Der Index dreht. Die maximale Korrektur liegt bei 68,5% des Abstandes zwischen den Extrema.  So viel zur Theorie. Die Praxis sieht so aus, dass sobald der Index mehr als 50% gemacht hat, ist eine Wende unwahrscheinlich. Im Moment steht der DAX bei 12518, was knapp unterhalb der Korrektur ist, s. hart unten. Alle warten wieder mal. Ich wette, der Index wird nach oben gehen, vielleicht direkt am Montag oder im Laufe der Woche. Möglich ist auch eine kleine Korrektur nach unten bis auf 12300.

Im zweiten Teil erzähle ich mehr über meine Handelsaktivitäten.

Chart m.. f. G. http://www.tradesignalonline.com

 

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