Schwere Zeiten für Stillhalter – bis die Idioten abtreten

Es ist definitiv ungemütlicher geworden, nicht nur in unseren Häusern und Köpfen sondern auch in den Märkten.Kalter Winter, heißer Herbst, selbstgefällige Politiker hin und her. Die klassischen Optionsstrategien setzen auf Langeweile. Und diese fehlt im Moment. Viele Faktoren machen uns den Stillhaltern das Leben schwer. Um einige aufzuzählen:

  • Jahrelange Nullzins Politik. Durch Corona wurden billige Gelder abgerufen, China bricht immer wieder als Partner weg, was Lieferprobleme und im Endeffekt hohe Preise zur Folge hat. Das billige Geld lag sozusagen still, jetzt wurde es aber wirklich gebraucht.
  • Über 10 Jahre Rally an den Märkten, das macht nervös, weil man weiß, es muss einmal zu Ende sein. Aber warum ausgerechnet jetzt?!
  • Bauboom, was die Inflation zu zusätzlich antrieb. Ich habe das Gefühl, das inzwischen jeder zweite etwas mit Immobilien zu tun hat.
  • Und jetzt der Überfall Russlands auf Ukraine. Das ist eigentlich nichts Ungewöhnliches. Russland greift ähnlich wie die USA andere Länder an, das hat bisher niemanden in Europa gestört. Jetzt aber ist es den USA gelungen, eine Hysterie gegen Russland auf Kosten der EU-Bürger auszulösen. Um ein moralisches Zeichen der Verurteilung zu setzen, haben die EU Staaten kollektiv beschlossen, sich selbst z geißeln, indem sie auf günstige Energie aus Russland verzichten. Das wäre bei einem Land wie die Luxemburg, Schweiz oder Panama nicht schlimm, aber wenn die drittgrößte Volkswirtschaft auf Energie verzichtet, dann wird es selbstzerstörerisch,. Die Kernenergie ist eine deutsche Erfindung, sie ist bei uns deutsch sicher und effizient. Als Kernphysiker glaube ich es beurteilen zu können. Es gibt bei uns keine Tsunamis. Warum berichtet man nicht über die aktuellen Entwicklungen in dieser Technologie. Kernkraftwerke III oder IV Generation? Die Abfallprodukte werden verarbeitet und können erneut als Brennstoff eingesetzt werden. Die neuen Kernkraftwerke sind kleiner und so konzipiert, dass eine Schmelze gar nicht passieren darf (GAU). Warum schweigen die Medien darüber. Warum fühlen sich die Grünen Politiker der Weltverbesserung nach dem eignen Muster verpflichtet, koste es was es wolle? Abgesehen davon hat Russland weder die EU, noch die NATO geschweige Deutschland überfallen. Zurück zu der Börse. Die oben genannten Unsicherheiten werden noch lange das Geschehen in den Märkten prägen. Einerseits wird sich der steigende Zins immer weiter auf die Aktienkurse auswirken. Erst wenn die Hoffnung auf Zinssenkungen anfängt zu keimen, kommt es zu einer Wende. Bis dahin kann es noch Jahre dauern. Der Krieg gießt noch mehr Feuer und sorgt für die permanente Unsicherheit. Wir sahen es am Freitag. Zuerst kam die Nachricht, dass Nord Stream I wieder Gas liefert. Der DAX sprang um ein paar Hundert Punkte hoch. Dann nach Börsenschluss kam die Ernüchterung – doch kein Gas, DAX brach ein. Das erinnert mich an die zeit nach 9/11. Jede Nachricht über einen Vorfall im Flugverkehr sorgte für einen Sturz.

Jetzt aber die Zahlen und Fakten.

Die implizite Volatilität steigt zwar immer wieder aber insgesamt bleibt mit 26% sie relativ stabil, eher fallend. Sie ist weit von den Ständen vom März geschweige aus der Coronazeit entfernt. Der VDAX befindet sich unter der 200-Tage Linie. Die 50-Tage Linie war zeitweise unter der 200-Linie. Diese Indikatoren sprechen eher für eine ruhigere Grundstimmung in den Märkten. Auch die Variance Risk Premium ist relativ niedrig. Die Vola-Sprünge der letzten Tage waren stets gute Verkaufsgelegenheiten. Eine seltsame Reaktion auf die nahende Ende der alten Welt, wenn man den Medien glaubt..

Andererseits ist das Stillhalten schwieriger geworden. Die bevorzugten Aktien haben gewechselt. Eine Siemens Energy ist zum Beispiel kein gutes Investment. Die Firma hängt scheinbar von den Gaslieferungen ab und sie schüttet außerdem keine Dividende. Sie ist reines Spekulationsobjekt. Leider habe ich es relativ spät gemerkt. Hingegen bleiben TOTB, DTE, BAY, EOA gute Aktien für das Stillhalten von Optionen.

Natürlich muss alles nach Plan laufen. Absicherungen sind Muss und das Rollen sollte beherrscht sein.

Ein weiteres Thema, das mich schon seit Jahren treibt, ist der Schwarze Schwan. Er hat mich enttäuscht. Es gab zwar immer wieder Tage, an welchen die Börsen einbrachen und so konnte man mit vorher gekauften Optionen Geld verdienen. Aber auf Dauer nicht, Anders als bei Corona fehlt der große Schlag. Märkte erholen sich schnell, bleiben dann eine Weile seitwärts und fallen wieder.

Ich reduziere jedenfalls diese Geschäfte. Zurzeit sind es nur ein 15000 Call und 9000 Put im Dezember sowie jeweils September Optionen auf der Shortseite.

Die große Panik muss endlich kommen, ansonsten erwartet uns noch lange eine nervöse Seitwärtsphase. In dieser würden sich Stillhaltergeschäfte lohnen, wenn man die Voraussetzungen oben erfüllt.

Mit diesem Hinweis eine erfolgreiche Woche!

Veröffentlicht von Option_Basil

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