Manchmal komme ich zum Schluss, dass die wahre Kunst des Optionshandels in Passivität liegt. Als Privatinvetsor sogenannter Retail hast Du eigentlich keine Chance gegenüber den professionellen Kontrahenten. Ich gebe Euch ein Beispiel. Heute wollte ich VW-Optionen handeln.
Sie sind meines Erachtens überbewertet und ich mit einer kurzen Beruhigung rechne. Ich dachte an eine diagonale Kombination 84/85 Juni / Juli. Nun schaute ich was ein Juni Put 84 kostet. Ich bekam eine Quotierung 5,65-6,4. Wenn ich Glück habe, dann werde ich zu 6 ausgeführt. Ansonsten warte ich ewig. Der VW -Kurs wird sich in der Zwischenzeit verändert haben. Keine Chance.
Man kauft am Ende zum schlechten Preis.
Ich habe nichts gehandelt. Meine aktuellen Positionen laufen gut. Ich hatte zwar diese Woche beide Calls heruntergerollt. Angesichts des steilen Anstiegs zum Tagesende haben die etwas verloren. Sie sind aber weit aus dem Geld und die Puts im fetten Gewinn. Ich hoffe, ich muss sie nicht mehr rollen.
Genau, nichts tun. In diese Woche gelang es mir, lediglich vier Trades abzusetzen. Auch das ist zu viel. Als Investor solltest Du so selten wie möglich in den Markt eingreifen. Diese Weisheit habe ich irgendwann gelernt. Als institutioneller Investor musst Du reagieren. Es gibt Vorgaben und Grenzen. Als Retail kannst Du schlicht auf bessere Zeiten warten, das richtige Gespür für Dein Risiko vorausgesetzt.
Pläne habe ich keine neuen. Unten deneben dem regulären Depot habe ich Eich auch kein Black Swan Portfolio gezeigt. Dort liegen im Moment nur zwei Kontrakte – Call und Put im Juni.
Der Markt scheint sich zu beruhigen. Die 200-Tage Linie ist von unten durchhandelt worden. Mal sehen , ob sie nicht wieder dreht.
Jetzt aber genießen wir alle das lange Wochenende!

