Nun war die Woche wieder mal nur noch positiv. Der DAX stieg um ein paar Hundert Punkte, die implizite Volatilität ist auf 15% gesunken. Auf diesem Niveau kann sie eigentlich nur noch steigen. Die Frage ist nur wann. Es gibt doch so viele Argumente für gegen den Aufwärtstrend: Überschuldung der USA und der ganzen Welt. Kriege, drohende Atomkriege, deutsche Hoffnungslosigkeit. Wann endet das? Es besteht zwar ein Funke Hoffnung, dass es nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt zum Erdbeben kommt. Vielleicht werden dann endlich die Märkte aufwachen und beginnen den bekloppten Aufschwung zu korrigieren. Ganz ehrlich, ich habe die Hoffnung nicht mehr. Mir bleibt nichts anderes übrig, außer neue Positionen zu eröffnen und das Risiko zu erhöhen. Ich fühle mich dabei nicht immer gut. Das bisherige Ergebnis spricht jedoch für diese Strategie. Bereits wenige Tage nach dem Verfall ist mein Depot um 300 Euro wertvoller. Ich habe im im Handelsjournal zusehen, die langen Calls herunter gerollt. Ich nahe also den Gewinn mir und ging etwas ans Geld, damit die verkauften September-Calls eine besser Absicherung haben. Darüber hinaus rollte ich einen September-Put herauf. Nun halte ich vier offene Sep. Puts auf der Verkaufsseite. Dagegen liegen zwei Oktober-Puts und vier September-Puts auf der Kaufseite. Bei einem unerwarteten Kurssturz könnte ich zwar auf auf eine Verdoppelung der Sep-Put hoffen. Im schlimmsten Falle verliere ich 50-60 TEUR. Das heißt, die langen September-Calls sind eigentlich nur durch die Volatilität zündbar. Mit diesem Risiko muss ich wohl leben und hoffen morgen nicht mit der Botschaft geweckt zu werden – „Nach unbestätigten Berichten werden an der NATO-Grenze im Baltikum militärische Auseinandersetzungen mit Russland gemeldet“ oder „Über der Ukraine wurde eine Atombombe gesprengt. Der Luftverkehr über halbes Asien ist zum Erliegen gekommen.“
Dann gibt es erstmal keinen Börsenhandel mehr. Glücklich sind diejenigen, die auf gekauften Puts gesessen hatten.
Davon sind die Märkte um einiges entfernt. Hinzu kommen noch eine Börsenweisheiten, die en Markt weiter befeuern:
“ 52- Wochen-Hoch“, s. Hull Tactical Asset Allocation
„Runde Werte ziehen an“. Ich habe zwar kein Paper, das dieses Verhalten belegt, aber es soll im Aktienmarkt so sein. Runde Preise üben eine gewisse Anziehung an. Eine Aktie mit dem Preis 9,1 Euro wird mit Sicherheit die 10 einmal durchhandeln. Das gleiche könnte für den Index gelten. Steht der DAX nach der Jahresendrally bei 30 000?