Musterportfolien und Markteinschätzung

Eindeutige Signale fehlen weiterhin. Deshalb bleibe ich prinzipiell long im DAX. Es bahnt sich ein Ausbruch aus einem Dreieck an. Sonst widerspricht die Charttechnik nicht dem Aufwärtstrend.

Einen wesentlichen Einfluß dürften die US Wahlen im November haben. Wenn ich auf die letzten Wahljahre schaue, dann fällt auf, dass die Nervosität vor den Wahlen stets zuerst gestiegen war, um nach den Wahlen zusammenzubrechen.

Dieses Szenario könnte sich wiederholen und zwar unabhängig vom Trend vor den Wahlen. Die IV steigt bereits parallel zum Markt. Natürlich, sollte Trump nicht mehr gewählt, dann gibt es einen Schock. Denn trotz seiner nicht ansprechenden Art ist die Welt heute friedlicher und die USA wohlhabender denn vor seiner Wahl. Aber auch die Abwahl Trumps würden die Märkte schnell verkraften.

Ds Put-Call Ratio ist für die Kontrakte in den kommenden Monaten stark gestiegen. Das spiegelt die Nervosität wider.

Laut einiger Untersuchungen sind die meisten Händler Gamma-Short. Die Zeit ist vielleicht reif, mit Optionen zu spielen, indem man sie kauft. Denn noch sind sie günstig. Sollte der Lockdown kommen, werde sie teurer.

Am Freitag war der große Verfall an der EUREX und alle meine offenenen Optionspositionen sind wertlos verfallen. Das Stillhalter-Musterportfolio hat somit zum zweiten Mal in Folge einen maximalen Gewinn eingefahren. Das Black-Swan-Portfolio wurde vorher zum Teil in den Oktober gerollt. Dennoch ist auch dieses Portfolio profitabel. Es ist ein Paradox, weil eigentlich sollte das BS Portfolio auf große Kursstürze reagieren. Diese sind bisher ausgeblieben. Durch das richtige Funding finanziert sich die Strategie von alleine.

Für die kommende Periode habe ich einige Oktober DAX-Puts verkauft und auch einen Diagonal-Spread zu Nullkosten gekauft. Es sollte von der weiter steigenden Vola profitieren.

Das Stillhalerportfolio ist vorerst leer. Ich warte auf die Indikation am Montag. Ich rechne dann in der Regel eine historische Gewinnwahrscheinlichkeit aus. Es werden wohl weiter solide deutsche dividendenstarke Aktien sein, und solche die ich seit Jahrzehnten kenne. Viele von ihnen befinden sich inzwischen in einem kurzfristigen Abwärtstrend. Ich warte deshalb ab. Die Geduld ist die wichtigste Eigenschaft eines Optionshändlers.

Markteinschätzung, Gamma-Scalping und Muster-Portfolien

 

Entgegen der Meinung einiger Analysten vor einer Woche setzte sich der teritäre Abwärtstrend vom letzten Freitag nicht fort. Im Gegenteil, die Börse bleibt sich treu und die Kurse entwickeln sich am Ende so, dass die meisten Händler enttäuscht werden. Der DAX stieg im Laufe der Woche auf fast 13300 und damit den Weg auf 13464 sozusagen wieder frei gemacht. Darüber liegt der berühmte Widerstand bei 13800. Unten finden wir eine Unterstützung bei 12700 und darunter erst bei 12250. Sollte der DAX noch tiefer fallen, dann stehen wir bei 11000. Alles Spekulation, denn charttechnisch befinden wir uns natürlich weiterhin im Aufwärtstrend. Wenn auch mit sehr wenig Dynamik. Hier liegt auch das Hauptproblem vieler von uns. Es ist unheimlich schwer, von diesem Markt zu profitieren, außer, dass man bei Korrekturen direkt zuschlägt und kauft oder noch besser verkauft die Verkaufsoptionen.

Das sogenannte Gamma-Scalping ist eine Strategie, in welcher auf die Ausbrüche gewettet wird und zwar in eine der beiden Richtungen. Das kann man mit Optionen tun, indem man sie kauf, also Gamma-long geht. Für das Hedging eignet sich das Underlying oder eben auch Optionen. Der Punkt ist, dass diese Methode aufgrund des Zeitwertverfalls Geld kostet. Ja, es wird definitiv Ausbrüche geben, spätestens nach den US-Wahlen. Im Moment sind die Optionen gar nicht so günstig. Nach dem Corona-Crash fiel die implizite Volatilität schnell auf unter 30% und ist seitdem im Bereich 24-30% geblieben.

Nächste Woche ist der große September-Verfall an der Eurex. Die Positionierungen der Händler deuten auf einen Abrechnungskurs zwischen 13200-13600 hin.

Meine Musterportfolioen haben sich gut entwickelt. Das Stillhalterportfolio läuft nach Plan. Ich rechne mit dem wertolosen Verfall aller Positionen. Das Black-Swan-Portfolio entwickelt sich auch zufriedenstellend. Zwar haben die Kaufpositionen im dezember stark nachgebeben, da ich jedoch rechtzeitig und aggressiv genug Puts verkauft habe, ist das nicht realisierte Gewinn/Verlust besser als vor einer Woche. Sollte die Volatilität weiterhin stegnieren, werde ich voraussichtlich dieses Portfolio erweitern.