Warum niemand den Zeitpunkt kennt

Das Thema Crash Prognosen lässt mich nicht los. Denn eigentlich hätte er doch längst kommen müssen, der große Crash. Er war ja in den ersten 10 Jahren nach der Finanzkrise 2008 ausgeblieben, als nicht wenige mit dem Ende der Finanzwelt rechneten. Er war auch nach dem ersten Corona-Crash erwartet, kam jedoch nicht.

Ich will nicht auf die ewigen und stets falsch liegenden Crash-Propheten verweisen. Wenn alle nur Dunkles sehen, dann behalten manche von ihnen zwangsläufig irgendwann Recht.

Aber ganz ehrlich – wann finden die großen Börsenkorrekturen statt? Gibt es im Vorfeld Indizien?

Ich fand einen informativen Artikel mit einem Rückblick in WiWo

Historische Parallelen: Angst vor dem Börsencrash (wiwo.de)

Im Nachhinein war jeder Crash erklärbar. Ich kann mich an die Jahre 2001 oder 2007 erinnern. Die Stimmung war gut, man glaubte einfach an den Fortbestand der Rally. Wobei die DotCom Blase bereits im Jahr 2000 die ersten Risse bekam. Die einen warnten, die anderen stellten immer optimistischere Prognosen dar. Nach dem Crash ging es weiter so. Lange wurde mit der Wiederholung der Korrektur gerechnet, als die nicht kam, kehrte der ewige Optimismus zurück. Der nächste Sturz kam offenbar aus dem Nichts.

Ich habe mir erneut den DAX zusammen mit vielen sogenannten technischen Indikatoren angeschaut: dem MACD, 200 -Tage GD, Volatilität und vielen anderen. Unten seht Ihr den DAX-Verlauf. Die markanten Korrekturen sind mit geraden Linien markiert.

Was fällt Euch auf? Gab es im historischen Vergleich irgendein Vorzeichen der kommenden Korrektur? Ein wiedererkennbarer Hinweis?

Die Antwort lautet – nein.

Egal, wie man es betrachtet, die Zeit vor dem Crash war an der Börse weder euphorisch noch angespannt. Sie war schlicht. unauffällig. Fast langweilig. Der MACD war flach. Es gab keine markanten „charttechnischen Widerstände oder Unterstützungen“, an denen der Index gerade „gescheitert war“. Und auch die Volatilitäten waren nicht hoch.

Die Korrekturen sind bisher ziemlich regelmäßig gekommen, wenn auch nicht in festen Zeitabständen. Mal waren es 3 Monate, dann wieder 6. Nach dieser Faustregel müsste die nächste große Korrektur zwischen April – Mai kommen. Und?

Zusammenfassend, es gibt niemals einen eindeutigen Hinweis auf die bevorstehende Korrektur im Markt. Dafür ist der Aktienmarkt schlicht zu effizient. Wenn Du von der Korrektur profitieren willst, dann am besten solltest Du Dich mit Derivaten eindecken und ein systematisches Risiko des Totalverlustes in Kauf nehmen. Und natürlich meinen Blog lesen.

Anders wird es nicht funktionieren.

Wenn ich den DAX-Verlauf der letzten 30 Jahre vor Augen habe, s. unten, dann fällt auf, dass der Index eine Art Sättigung zu erreichen scheint. Die neuen Maxima sind immer weniger voneinander entfernt. Die Wenden werden optisch immer häufiger. Es sieht für mich fast so aus, als ob die Kräfte nachlassen würden. Der Optimismus will zwar nicht weichen, aber es reicht gerade mal für ein paar Pünktchen nach oben.

Im Großen und Ganzen ist der Markt für mich immer noch im positiven Modus.

Alles andere ist reine Spekulation.

Dementsprechend bleibe ich im Stillhalter-Portfolio vollinvstiert. In zwei Wochen beim Großen verfall präsentiere ich die aktuellen Ergebnisse. Die Abonnenten haben natürlich den Zugriff zur Depotansicht.

Die EUREX gibt außerdem keine klaren Signale. Das Put-Call ist etwas gestiegen. Die meisten Positionen liegen bei runden Strikes: 13000, 12500, 12000, 11500 und so weiter.

Auf der Call-Seite besteht kein Konsens. Hier befinden sich die größten Open Interests zwischen 14500-15000.