Den leuchtenden Märkten entgegen und mein Stillhalterportfolio

 

Der Börse hat nichts geschadet. Der DAX steht zurzeit exakt dort, wo vor einem Jahr. Die Covid-Hysterie, „Zukunfstängste“, Kurzarbeit, „psychische Probleme“, drohende Jobverluste, Lockdowns und Restaurantsschließungen sind von den Märkten nicht wirklich wahrgenommen worden. Offensichtlich wurden die Maßnahmen und ihre Folgen als wenig relevant eingestuft. Die Börse schaut auf den Zustand der gesamten Wirtschaft. Und auf den verfügbare Geldmenge. Beides steht auf grün.

Ich würde noch weiter gehen. Die Impfungen stehen an. Man wird zwangsläufig von immer weniger infizierten umgeben. Und es kehrt die alte Realität zurück. Ich glaube nicht die Mahner wie Prof. Lauterbach, die von dauerhafter Änderung des menschlichen Verhaltens reden. Wir sahen bereits im Sommer, wo es noch keinen Impfstoff gab, wie gerne und schnell Menschen zu den alten Verhaltensmustern, ohne Abstand, zurückkehrten. Wenn die Reisen in die weite Welt mit einem Impfpass möglich sein werden, wird eine regelrechte Euphorie ausbrechen. So etwas erwarte ich 2021. Sie wird solange dauern, bis der nächste große Crash aus bisher unbekannter Ursache kommt, s. meinen letzten Beitrag.

Die Verfassung vom DAX ist gut. Der MACD zeigt auf steigende Kurse. Der gleitende Durchschnitt steht weit über der 200 -Tage Linie. Entscheided ist natürlich, ob der DAX über das Maximum vom März bei 13650 hinausgehen wird. Die Entscheidung dürfte demnächst fallen. Fälllt der DAX wider Erwarten, dann stehen wir bald bei 12000. Als Unterstützung könnte 11500 eindeutig fixiert werden.

Von der EUREX kommen gemischte Signale für den Dezember-Verfall. Die meisten Calls liegen bei 13000, aber auch knapp darunter. Die Puts sind breit gefächert und etwas zwischen 10500-12000 am meisten verdichtet. Mit dieser Information kann man nicht sehr viel anfangen, zumal die Dezemberpositionen in der Regel über mehrere Monate aufgebaut werden.

Stillhalterportfolio

Am letzten Freitag war der EUREX-Verfall. Ich realisierte einige Gewinne aber auch Verluste. Eigentlich war es nur die SAP, wo ich den November Put doch noch auf Dezember 2021 rollte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn behalten werde.

Dennoch liege ich insgesamt im Plus. Fast 800 Euro in weniger als fünf Monaten. Das macht einen Profit von ca. 60% pro Risikokapital und 12% pro verfügbares Kapital.

Es ist eine Erfolgsgeschichte, das kann ich inzwischen sagen. In diesen Märkten brachte meine Strategie jedenfalls mehr als der DAX, der sich in dieser Zeit um gerade 5% bewegte.

Ich gebe zu, es sind kleine Gewinne. Auf mehr Porfit warte ich, wenn die Märkte wieder einbrechen. Denn die Gewinne vom März waren mit Abstand die größten meiner letzten Jahre. Und sie werden wieder kommen. Bis dahin bleibe ich bei meiner Stillhalterstrategie, werde vermutlich neue Positionen aufnehmen.

 

Wie wird der nächste Crash sein: China-Krieg oder digitale Krise

Nun liegt er schon ein halbes Jahr zurück. Der schnellste Crash der Geschichte. Egal, was jetzt passiert, so wir sich das Geschehen an den Börsen nicht mehr wiederholen.

Es gab nicht viele Börsencrash von dieser Dimension. Hier der passende Wikipedia-Artikel.

https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6rsenkrach

Seit dem 17. Jahrhundert gab es immer wieder Korrekturen oder Panikattacken an den Börsen. Ausgelöst waren sie in der Regel durch vorausgegangene Spekulation und Überbewertung. Es gab immer eine Euphorie (oder Manie), die grundlos alle befiel. Der Verstand setzte aus und nur die Angst, das Reichwerden an der Börse zu verpassen steuerte die Menschheit. Beispiele für diese Art vom Crash sind:

  • Tulpenmanie
  • Gründerkrach in Wien am 9. Mai 1873
  • Dotcom Krach 2000
  • Finanzkrise 2008/2009
  • Die berühmten schwarzen Freitage bzw. Montage 1927, 1987 waren zwar Folgen von Strukturkrisen, aber letztlich war die Gier auf immer mehr die Hauptursache

Darüber hinaus gab es immer wieder regelrechte irrationale Panikattacken der Börsianer. Das Erstarren aufgrund von plötzlichen Horrornachrichten. In diesem Kontext wird gerne der Begriff Schwarzer Schwan verwendet. Historische Beispiele sind unter anderem:

  • Terroranschläge am 11.09.2001
  • Fukushima Nuklearkatastrophe in Japan im März 2011
  • Diverse Erdbeben in Asien z. B. 1997
  • Corona im März 2020

Was kommt auf uns demnächst zu? Darüber dass die Börsenkurse überbewertet sind, kann man nur spekulieren. Ja, wir wissen, Zentralbanken überfluten Märkte mit Geld, diese Erkenntnis ist nicht neu. Aber an den Börsen wird in die Zukunft investiert. Wenn man den Unternehmen genug Zeit gibt, steigern sie ihre Gewinne, und so wird irgendwann jede Bewertung gerechtfertigt. Ein Parpetuum-Mobile der Ökonomie.

Mich interessiert heute eher die zweite Kategorie. Welches Ereignis wird die ultimative Panik auslösen?

Vorstellen kann ich mri einiges.

Befürchtung eines China Kriegs

China ist eine Macht und scheinbar unschlagbar. Diese Kultur hat Tausende Jahre überlebt. Sie wehrte sich gegen alle Einflüsse von außen. Weder Christentum noch Islam, weder die Sowjetunion noch die USA konnten China erschüttern. Eine enorme Anzahl von gleichgeschalteten steuerbaren autoritär geführten Menschen ist eine potenzielle Gefahr für die Menschheit. Hinzu kommt noch der typische chinesische Pragmatismus und Opportunismus. „Morgens ein Bauer, Abends Beamte“. Halb Kommunist, halb Räuber-Kapitalist. Es ist eine Mentalität, die offensichtlich ein langes Überleben in den Stürmen der Geschichte ermöglicht.

Gleichzeitig besitzt China viele Waffen. Ich kann mir vorstellen, wenn plötzlich der Handelskonflikt zwischen China und den USA eskaliert, beginnt man irgendwann vom militärischen Konflikt zu sprechen. So lange, bis er eine gefühlte Realität geworden ist. Auf einmal wird man nicht sicher des nächsten Tages sein. Schlagen sie in der kommenden Nacht zu?!

Ihr könnt Euch vorstellen, was dann an den Märkten passieren würde. Im Vergleich dazu wäre der Corona-Crash ein Börsentraum. Immerhin war die Welt im März 2020 einigermaßen befrieded. Aber wenn das Böse im Menschen die Ursache ist, dann wissen alle, jetzt ist alles möglich. Vielleicht gibt es morgen weder Börse noch Banken?

Cloud-Absturz

Das wäre ein rein technischer Crash. Die Ursache ist hausgemacht. Immer mehr Händler und Banken lagern ihre Daten an die Cloud aus. Es handelt sich dabei um spezialisierte Anbieter von Speicherdiensten. So wird einem Käufer bei Zalando oder einer Bankkunden gar nicht bewusst, dass seine Daten oder die seines Händlers im Norden Kanadas oder im Eis Finnlands liegen. Jetzt müsste nur ein Virus das gesamte System stören. Auf einmal kommt man über Zalando nicht mehr auf die Ware. Der Anruf hilft nicht. Die Hotline ist ebenso ausgesperrt und nicht einmal das Controlling kennt die Lagerbestände. Keiner weiß mehr, welchem Kunden was gehört. Wie ist die Bilanz. Und wieviele Bestellungen liegen vor. Zwar befinden sich die Amazon – Haushaltsgeräte immer noch in Bad Hersfeld im Lager, aber keiner kann irgendetwas finden. Der Mensch beginnt wie früher mit Stift und Papier die Kundebestellungen entgegen zu nehmen. Nun klappt es mit der Bezahlung nicht mehr. Die Kundendaten bei der Bank sind weg, inklusive Backups. Nicht einmal ist meine Identität feststellbar, weil die Stadt so klug war und gab die Einwohnerdaten an die Cloud ab.

Wäre das nicht eins schönes Szenario für einen Crash?

Niemand weiß, woran es liegt, aber das gesamte Internet wird auf einmal lahm. Der Börsenhandel ist gestört. Betrüger tauchen auf, die die kritische Lage und Panik ausnützen.

Dr. Merkel und Co. Sieht man täglich im TV, ein Krisenstab debattiert über die digitale Krise, wie sie neuerdings genannt wird. Zu den Sofortmaßnahmen gehören unter anderem eine begrenzte Internetnutzung. Zuerst auf freiwilliger Basis. „Gehen Sie nach draußen. Lernen Sie die reelle Welt kennen. Beenden Sie Ihre Internetverbindung, wenn es nur geht“. Die Bundesregierung finanziert moderne Internetkaffees mit überwachtem Internet-Zugang. Chinesische Spezialisten für Internet-Überwachung werden geholt.

Die wirtschaftlichen Folgen der digitalen Krise werden uns täglich in den Nachrichten schwarz gemalt. Am Ende wird ein Gesetz zum Bevölkerungsschutz vor digitaler Bedrohung verabschiedet. Und das war’s.