Es mag durchaus sein, dass ich mit meiner Baisse- Prognise vor einigen Tagen etwas zu oberflächig die Lage urteilte. Wie in den darauf folgenden Beiträgen betont bietet der Markt eigentlich keinen direkten Anlass zur Sorge, die technische Seite betrachtend. Wir befinden uns in einem Aufwärtskanal, welcher sich sogar bilderbuch-tauglich durch eine logarithimsche Näherung beschreiben lässt. Mein System steht auf long und der kurzfristige Überkauf-Indikator zeigt eher auf kurzfristig steigende Preise hin. Einzig die längerfristige Analyse meines Indikators liefert ernsthafte Aussichten für Verkäufer.
Dennoch bleibt der Schatten der Ungewissheit. Und das sind die steigenden Zinsen. Der angehängte Chart zeigt die Umlaufrendite seit 1975. Eine Korrelationsberechnung mit dem DAX habe ich mir erspart, da diese sich im Laufe der Jahrzehnte oft änderte. Aber auch wenn man das Bild sehr naiv betrachtet, fällt einem schon auf, dass der seit den 80-gern gültige Abwärtskanal durchbrochen worden ist. Und niemand wird mir sagen, dass steigende Zinsen den Aktienmarkt füttern. Wenn sie es tun, dann ist das nur eine gute Gelegenheit, sich mit Shorts einzudecken…
Eugen Drewermann hat sich in seinen sehr anspruchsvollen Büchern über den Ursprung der Welt befasst und erklärte nach Tausenden von Seiten, dass es fast keinen Grund gibt, die Existenz Gottes anzunehmen. Fast keinen, … ein ganz kleines bisschen Ungewissheit bleibt…