Mit Staunen nahm ich zur Kenntnis, dass beim Suchbegriff „Optionshandel“ meine Seite neuerdings nicht mehr auf der ersten Seite erscheint. Im Gegensatz zu diversen anderen Begriffen, wie Optionshändler, Stillhaltergeschäfte u.s.w. Ich schaute genauer hin und stellte fest, dass bei fast allen Erstplatzierten sich um die sog. binäre auch digitale Optionen ( binary options) handelt. Es handelt sich dabei um eine aberwitzige Idee, die in immer mehr Seiten beworben wird und die den Optionshandel auf reines Glückspiel reduziert. Über binary options habe ich einiges geschrieben, will das hier nicht replizieren. Ich wette, dass ein Basiswert bis zum Tagesende, also z. B. in den nächsten zehn Minuten einen Wert über- oder unterschreitet. Der springende Punkt ist der bereits festgelegte Gewinn, was ein großer Unterschied zu den klassischen Optionen ist.
Statt damit zu rate ich meinen Lesern, Black Jack zu spielen oder gleich an den Roulette-Tisch zu gehen. Dort sind die Chancen zumindest fair und Black Jack ohnehin auch ein Geschicklichkeitsspiel ist. Währenddessen weiß ich bei binären Optionen gar nichts über die Preisbildung und meine Chancen. Gewinnen kann man mit diesem Produkt genauso gut wie mit CFDs auf den DAX im Intradayhandel. Die Börse sollte bei ausreichend hoher Liquidität keine intraday-Chancen bieten, das heißt alle Teilnehmer sollten ohne Gewinn oder Verlust aus dem Handel rausgehen, von den Komissionsgebühren mal abgesehen. Da jedoch der Mensch Gewinne zu früh mitnimmt und Verluste aussitzt, verlieren an den Börse die meisten Intradaytrader. Und natürlich mit Ausnahme eines langfristigen Investments.
Der klassische Optionshandel ist ein Spiel mit der Zeit. Hier zeigt sich immer später, wer Recht hat. Egal ob Sie als Stillhalter oder Käufer unterwegs sind, stets handeln Sie die Zeitkomponente und schätzen die Stimmung anderer, ein bisschen wie im Poker. Alles andere, was kürzer als eine Woche dauert, ist halt Glückspiel, irgendwo zwischen Roulette und Lotto.