Binäre Optionen – der nächste Versuch, die Leere auszufüllen
Die Investmentbranche ist innovativ. Das gilt sowohl für Institutionelle als auch für Privatinvestoren. Über Produkte für die Ersteren will ich hier nicht schreiben. In meinem Blog konzentriere ich mich auf die Investoren, die das eigene Geld anlegen. Hier sind in den letzten Jahren zahlreiche neue Produkte auf den Markt gekommen, die nur auf den ersten Blick eine Innovation darstellen, bzw. die unter dem falschen Namen vermarktet wird. Dazu gehören z. B. Aktienanleihen, die Optionen.
Bei vielen Zertifikaten ist die Abhängigkeit vom Preis des Basiswertes oft unklar. Bei den CFDs wird der Eindruck vermittelt, man würde gegen den Markt handeln, während dieser nur aus dem Market-Makern des Anbieters besteht.
Ein relativ neues Produkt der Investmentbranche sind die Binären Optionen. Diese
Eine binäre Option (auch: digitale Option) ist ein Finanzderivat, das von den Optionen abgeleitet ist und zählt zu den exotischen Optionen. Bei binären Optionen können nur zwei Szenarien eintreten: Tritt ein zuvor definiertes Ereignis ein, erhält der Käufer einen festgelegten Betrag ausgeschüttet. Andernfalls verfällt die Option wertlos (Quelle Wikipedia).
Ich habe zu dem Thema einen interessanten Artikel gefunden
Inzwischen sind zahlreiche Anbieter im Markt erschienen. Scheinbar läuft das Geschäft gut. Ich habe mir einige von ihnen angeschaut. In der Praxis läuft der Deal folgendermaßen ab. Beispiel DAX:
Es werden tagsüber Wetten auf den DAX abgeschlossen. Der Market-Maker des Anbieters quotiert den Call. DAX-Stand jetzt sei 7600. Sie investieren 100 Euro. Steht der Index um 17:30 Uhr über 7600, bekommen Sie 171 Euro zurück, steht er darunter, bekommen Sie 15 Euro zurück. Im Prinzip sind binäre Optionen keine Optionen, da sie dem Käufer kein Recht einräumen, das Produkt zum späteren Zeitpunkt zu erwerben. Binary Options sind eher mit Roulette zu vergleichen und zwar mit den einfachen Chancen: rot/schwarz, gerade/ungerade und so weiter. Hier besteht eine Chance 100% auf den Einsatz zu gewinnen allerdings mit einer Wahrscheinlichkeit von 48,6%. Mit binary options können Sie 71% gewinnen aber 85% verlieren. Jetzt kommt der Knackpunkt. Der Erwartungswert errechnet sich folgendermaßen:
E = p * 71% -(1-p) * 85%
Das Black-Scholes – Modell sollte auch hier gelten, wenn auch mit Einschränkungen. Man geht also generell von einer risikoneutralen Welt aus. Demnach ist E = 0 und p = 55%.
Das heißt, der Anstieg ist wahrscheinlicher als Preisrückgang. Das kann also nicht stimmen, weil dann der Verkäufer nicht auf so eine dumme Idee käme, die Option auf steigende Kurse zu verkaufen.
Genau, Stillhaltergeschäfte mit binary options!
Werden diese angeboten analog EUREX? Ich habe keinen Eintrag darüber gefunden? Ich verspreche Euch, demnächst gibt es dazu ein Update.