Binäre Optionen – der nächste Versuch, Privatinvestoren abzuzocken?

 

Binäre Optionen – der nächste Versuch, die Leere auszufüllen
Die Investmentbranche ist innovativ. Das gilt sowohl für Institutionelle als auch für Privatinvestoren.  Über Produkte für die Ersteren will ich hier nicht schreiben. In meinem Blog konzentriere ich mich auf die Investoren, die das eigene Geld anlegen.  Hier  sind in den letzten Jahren zahlreiche  neue Produkte auf den Markt gekommen, die nur auf den ersten Blick eine Innovation darstellen, bzw. die unter dem falschen Namen vermarktet wird. Dazu gehören z. B. Aktienanleihen, die Optionen.
Bei vielen Zertifikaten ist die Abhängigkeit vom Preis des Basiswertes oft unklar. Bei den CFDs wird der Eindruck vermittelt, man würde gegen den Markt handeln, während dieser nur aus dem Market-Makern des Anbieters besteht.
Ein relativ neues Produkt der Investmentbranche sind die Binären Optionen. Diese
Eine binäre Option (auch: digitale Option) ist ein Finanzderivat, das von den Optionen abgeleitet ist und zählt zu den exotischen Optionen. Bei binären Optionen können nur zwei Szenarien eintreten: Tritt ein zuvor definiertes Ereignis ein, erhält der Käufer einen festgelegten Betrag ausgeschüttet. Andernfalls verfällt die Option wertlos (Quelle Wikipedia).

Ich habe zu dem Thema einen interessanten Artikel gefunden

http://byggvir.de/2012/08/15/binare-optionen/

Inzwischen sind zahlreiche Anbieter im Markt erschienen. Scheinbar läuft das Geschäft gut. Ich habe mir einige von ihnen angeschaut. In der Praxis läuft der Deal folgendermaßen ab.  Beispiel DAX:
Es werden tagsüber Wetten auf den DAX abgeschlossen. Der Market-Maker des Anbieters quotiert den Call. DAX-Stand jetzt sei 7600. Sie investieren 100 Euro. Steht der Index um 17:30 Uhr über  7600, bekommen Sie 171 Euro zurück, steht er darunter, bekommen Sie 15 Euro zurück.  Im Prinzip sind binäre Optionen keine Optionen, da sie dem Käufer kein Recht einräumen, das Produkt zum späteren Zeitpunkt zu erwerben. Binary Options sind eher mit Roulette zu vergleichen und zwar mit den einfachen Chancen: rot/schwarz, gerade/ungerade und so weiter.  Hier besteht eine Chance 100% auf den Einsatz zu gewinnen allerdings mit einer Wahrscheinlichkeit von 48,6%. Mit binary options können Sie 71% gewinnen aber  85% verlieren.  Jetzt kommt der Knackpunkt. Der Erwartungswert errechnet sich folgendermaßen:
E = p * 71% -(1-p) * 85%
Das Black-Scholes – Modell sollte auch hier gelten, wenn auch mit Einschränkungen.  Man geht also generell von einer risikoneutralen Welt aus. Demnach ist E = 0 und  p = 55%.
Das heißt, der Anstieg ist wahrscheinlicher als Preisrückgang. Das kann also nicht stimmen, weil dann der Verkäufer nicht auf so eine dumme Idee käme, die Option auf steigende Kurse zu verkaufen.
Genau, Stillhaltergeschäfte mit binary options!
Werden diese angeboten analog EUREX? Ich habe keinen Eintrag darüber gefunden? Ich verspreche Euch, demnächst gibt es dazu ein Update.

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Kommentare

  • Markus Kohler  On März 20, 2013 at 2:53 pm

    Na ja, trotzdem habe ich schon Geld mit binäre Optionen verdient. Aber da wusste ich auch noch nichts von der Statistik.

    • Adrian Gohla  On März 20, 2013 at 3:36 pm

      Ja, ich kenne auch einige Roulette und Black-Jack -Spieler, die regelmäßig Geld verdienen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, dass dies auf Dauer nicht funktionieren kann und ohne Kartenzählung.

  • Carsten Conrad  On April 9, 2013 at 1:48 pm

    Oh je, oh je, mir raucht der Kopf. Aber in der Schule war ich in Stochastik ohnehin nie so gut und ich glaube, ich eigne mich gar nicht so gut zum Trader. Obwohl ich es auch schon einmal – ähnlich wie Markus – schon einmal versucht habe und tatsächlich einige Euro gewonnen habe. DAs fällt wahrscheinlich unter die Rubrik der „dümmsten Bauern“

  • Tom Abendroth  On Mai 26, 2013 at 12:22 pm

    In dem Link geht es um die Fake-Person Hajo Erzbach, die so unseriöse Videos wie den „Wallstreet Trick“ oder den „Binary Code“ ins Netz gestellt hat – sehr erfolgreich leider. Dass das binäre Optionen in ein falsches Licht rückt, ist ja klar. Dies stellt nämlich binäre Optionen so dar, als wäre es DAS Finanzprodukt, um schnell reich zu werden.
    Man muss sich einfach im Klaren sein, dass binäre Optionen spekulativer Natur sind. Nicht mehr und nicht weniger.

  • Alfred Kiel  On Mai 1, 2014 at 2:55 pm

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Binäre Optionen eigenen sich sehr gut als Tradinginstrumente. Jedoch muss man hier festhalten, dass sie aufgrund der Kurzfristigkeit ihrer Behaltedauer zu den Daytradinginstrumenten einzuordnen sind. Je nach Ausprägung besitzen sie das gleiche / höheres Risiko jedoch auch die gleiche / höhere Gewinnchancen als herkömmliche Hebelprodukte. Wenn man ein erfolgreicher Daytrader ist wird man gerne auf Binäre Optionen zurück greifen. Jedoch sind die meisten Investoren, welche an der Börse handeln nicht erfolgreich. Vielmehr schaffen sie es nicht langfristige Strategien zu verfolgen, sodass sie beim Daytrading mittels Binären Optionen noch weniger Erfolgschancen besitzen!

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