Von fallenden Kursen profitieren ist geil!

Irgendwie macht es mir seit Jahren viel Spass,  auf fallende Kurse zu setzen und von der günstigen Kursentwicklung zu profitieren. Es liegt vielleicht an meiner Persönlichkeit, die eine gewisse Intuition impliziert. Wenn ich auf die letzten Big Trades schaue, dann waren es fast immer Shorts.

Es ist das geilste Gefühl auf Erden, zuzusehen, wie das eigene Depot in wenigen Minuten um Hunderte oder Tausende Euros wächst.

Die Kursrückgänge werden oft von steigender Volatilität begleitet. Schaut Euch die Charts an. Der DAX stürzt oft in wenigen Minuten um 20-50 Punkte. Die Kunst des Tradens besteht darin, diesen einen Moment abzuwarten. Dafür lohnt es sich, länger zu warten und immer wieder ein wenig zu verlieren.

Am steigenen DAX gewinne ich, wenn ich einfach mal investiere und warte. Bei fallenden Kursen spielt sich alles viel schneller ab.

Dennoch dauern Kursrückgänge nicht selten mehrere Tage an. Wie ich gestern in meinem Trading Blog schrieb halte ich die Fortsetzung der Korrektur im deutschen Markt für sehr wahrscheinlich. Recht habe ich behalten. Heute hat es einige kleine Gewinn-Trades, die mechanisch von meinem System ausgelöst wurden, gegeben. Ich versuchte, den Tag anders zu verbringen- Pfarrfest in meiner Gemeinde feiern und Zeit für die Familie (und für sich selbst) schaffen.

Wie geht es weiter mit dem DAX? Alles ist möglich. Nach drei schwachen Tagen ist eine Erholung sehr gut möglich. Sie kann der Beginn einer rasanten Rückeroberung der 8000 Marke sein oder sie kann halt gleich am Montag zu Ende gehen. Ein weiterer starker Kursrückgang ist auch sehr wahrscheinlich. Fällt die Markt 7571 dann geht es schnell in Richtung 7200. Oder schliesslich kann es morgen etwas gemütlicher aufwärts zugehen und so weiter bis wir wieder über 8000 sind. Ich glaube an keine Prognosen und an keine „Fundamentale Daten“. Natürlich verdienen Unternehmen und wir wohl keinen Krieg haben werden. Ja, die Zinsen steigen immer schneller. Na und warum soll die Hausse ausgerechnet jetzt zu Ende sein. Warum aber auch nicht. Außerdem wissen wir nicht alles über die Verflechtungen und Machenschaften der Hedge Fonds. Im  Mai 2006 wusste auch niemand den Grund für den Kurssturz, bis herauskam, dass die glattgestellten Carry Trades die Ursache seien.

 Man kann aber von dem unsicheren und immer nervöseren Geschehen an den Börsen gut profitieren. Ich trade seit einiger Zeit CFDs und bin mit der Performance sehr zufrieden.  Ein von mir entwickeltes semi-automatisches Handelssystem liefert mir die Handelssignale. Damit fahre ich in allen Börsenphasen gut aber… nur wenn ich mich strikt an die Vorgaben des Systems halte. Und das gelingt mir nicht immer. Seit Montag steht das Shortsignal. Wäre ich gleich dann eingestiegen, dann hätte ich seitdem gute 400 Punkte gemacht. In der Praxis gelang es mir lediglich, einen Teil dieser Welle mitzunehmen. Ich bin auch damit zufrieden. Noch muss ich von der Börse nicht leben.

Die andere Möglichkeit, von den fallenden Kursen zu profitieren, ist der Verkauf von Calls also Stillhaltergeschäfte.

Ich verkaufe Kaufoptionen an der Terminbörse Eurex. Dadurch sichere ich mir eine Prämie, die ich sehr wahrscheinlich bis zum Verfall behalten werde. Aber Vorsicht! Dieses Investment ist hoch riskant und bedarf einer grudsätzlichen theoretischen Vorbereitung. Auf Wunsch und Anfrage bin ich bereit, hier als Coach zu agieren.  Zum Thema Stillhaltergeschäfte werde ich demnächst einen ausführlichen Artikel in diesem Blog schreiben.

In dem Sinne einen guten Wochenausklang!

Die Schwankungen und die Börse

Vor einiger Zeit las ich ein interessantes wenn auch teures Buch von Pierre Basieux „Die Zähmung der Schwankungen“. Der Autor ist nicht nur in der Spielerszene wohl bekannt. Er gehört zu den wenigen erfolgreichen Berufsspielern, die es begriffen haben, die negative Erwartung im Spielcassino zu überlisten. In der Tat hat Dr. Basieux die wissenschaftliche und praktische Roulette-Forschung revolutioniert.

Wird man nach der Lektüre des Buches reich? Wohl kaum. Die präsentierte Methode zur Erhöhung der Gewinnerwartung ist meiner Meinung nach zumindest sehr schwer umzusetzen. Außerdem bin ich kein Gambler. Oder vielleicht doch? Ist der Börsenhandel wirklich prinzipiell anders? Eine Anregung lieferte das Buch trotzdem. Und die ist im Titel versteckt.

Schwankungen sind der Schlüssel zum Erfolg an der Börse. Zu dieser Erkenntnis kommt jeder Trader irgendwann. Warum verbringen die meisten von ihnen Monate gar Jahre bei der Suche nach dem geeigneten Einstieg. Dabei kommt es auf ihn kaum an. Die Kursentwicklung ist in erster Näherung ein stochastischer Prozess.  Eine Größe spielt hier die essentielle Rolle- die Volatilität. Sie definiert die Standardabweichung vom Mittelwert auf Basis der historischen Kurse. Im Prinzip sollte sie bei jedem Trade beachtet werden. Sie korreliert mit den Schwankungen, die rein zufällig stattfinden, hat also nichts mit einem übergeordneten Trend zu tun.

Das Bewusstsein dieser Schwankungen und ihre „Zähmung“ entscheidet letzten Endes über den Erfolg in den Märkten.

Angenommen ich kaufe den DAX-Future beim heutigen Kurs 7800.  Die implizite Vola liegt bei 14%, was ca. 1% pro Tag entspricht. Im Klartext bedeutet es, dass der DAX-Future Kurs mit über 70% Wahrscheinlichkeit um ca. 80 Punkte um den Einstiegswert schwanken kann, ohne, dass es einen Grund gibt, die Position zu schliessen. Mein Stopp-Loss also der Ausstiegswert darf nicht höher als 80 Punkte unter dem Einstieg liegen.

80 DAX Future Punkte sind aber 2000 Euro!!!. Es ist doch kein einfaches Geschäft für unterkapitalisierte Schlucker…..