Warum steigt die Volatilität?

Seit Wochen beobachte ich die konstant steigende Volatilität. Die historische liegt zur Zeit bei 17%. Wenn man die kurzfristigen DAX-Optionen  zugrunde legt, dann dürfte die implizite Vola sogar bei knapp 18% stehen. Diese Entwicklung deutet generell auf steigende Nervosität der Marktteilnehmer hin. Und das kann man wohl verstehen. Einerseits ist der volkswirtschaftlicher Rahmen nach wie vor gut. Man hört kaum schlechte Unternehmensnachrichten.  Es gibt auch sonst keine neuen politischen Nachrichten, die die Weltöffentlichkeit beunruhigen würden.

Andererseits aber steigen die Zinsen, häufen sich Terrordrohungen und die 8140 Marke im DAX kann nicht nachhaltig überwunden werden.

Was tun in solchen Zeiten? Ich steige nach und nach in das Optionsgeschäft ein. Man kann verschiedene Strategien fahren. Man kann Straddles kaufen- Put und Call zu gleichem Basispreis und Laufzeit. Steigt eine Seite ausreichend viel, dann verkaufe ich eine Option aus dem Geld, um den Verlust der anderen Seite auszugleichen.

Interessanter erscheinen mir die Stillhaltergeschäfte. Ich nutze Tage mit sehr starken Schwankungen und verkaufe Optionen , gegen den Trend sozusagen. Davor sollten natürlich Hausaufgaben gemacht  und der passende Strike ausgerechnet  werden. Sonst droht ein Riesenverlust. Außerdem sollte man an den Plan B denken- was tun, wenn der Trend gegen alle Erwartungen gegen mich läuft. Wie sichere ich mich ab…? Darüber später  mehr.

Die vier großen Fehler oder warum Covered Calls das Depot nicht absichern?

Es waren die Anfänge meiner privaten Börsenkarriere. Iche lernte, was Stillhaltergeschäfte sind. Für jemanden, der Optionsscheine kennt, ist es keine große Kunst. Man tausche die Seiten und schon arbeitet die Gewinnwahrscheinlichkeit für einen. Schliesslich mit Optionsscheinen verliert man meistens. Als Verkäufer muss man doch im Schnitt gewinnen.

Der Rollentausch ist doch die Lösung.

Mit diesem pragmatischen Ansatz kam ich an die Sache heran. Ich eröffnete ein Eurexkonto bei einem der wenigen Broker, die damals diesen Service anboten, zahlte Geld ein suchte mir eine Aktie aus, die ich etwas besser „kannte“. Die Wahl fiel auf Telekom ( 2002). Ich kaufte zu 16,00 ein paar Hundert Stück und verkaufte sofort eine gleiche Anzahl von Kaufoptionen mit Basispreis 16.00. Das war der erste Fehler. Ich hätte auf das Delta schauen sollen und die doppelte Anzahl der Optionen verkaufen sollen.

Danach lief es eine Weile gut. Zufällig war die Preisentwicklung so günstig, dass die erste Serie wertlos verfiel und der Aktienkurs etwa bei 16.00 blieb. Ich wurde euphorisch! Ich habe es geschafft. Gerade mal knapp über 30 habe ich eine stressfreie Geldquelle entdeckt. Danach folgten zahlreiche Fehler, die letztlich zum Aussetzen des Geschäftes führten. Immerhin bin ich mit nur 10% Verlust nach einem Jahr ausgestiegen.

Ich nahm das Stillhaltergeschäft erst im letzten Jahr wiederauf, diesmal aber erfolgreich.

Was waren die anderen Fehler?

Im zweiten Monat stieg plötzlich die tägliche Schwankungsbreite und der Kurs sank schnell. Die Märkte wurden nervös und die in der zweiten Jahreshälfte 2001 durch 11.09 ausgelöste Hausse gehörte endgültig der Vergangenheit. Aber zurück zu Telekom. Ich nahm  um die 0,8 € Prämie mit der Laufzeit von einem Monat  ein. Durch den Kursrückgang kam die Stillhalterposition schnell in die Gewinnzone. Hier begang ich den zweiten Fehler. Ich nahm den Gewinn einfach mit (durch Rückkauf der Option) und verkaufte eine neue Serie zu niedrigerem Basispreis ( 15,5 wenn ich mich nicht täusche). Hier hätte ich eher einen Teil der Aktien verkauft bzw. noch mehr Optionen verkauft. Danach wäre es aber keine reine Stillhalteposition. Und so steuerte ich schnurstracks auf den dritten Fehler zu. Aufgrund der hohen Vola stieg die Aktie im Rahmen einer kurzfristigen Erholung. Die neuen Calls waren plötzlich teuer und die Aktien immer noch im Verlust. Da bietet es sich eher, das Auslaufen der Option abzuwarten und die Aktien ausüben zu lassen, sprich verkaufen. Man schliesst damit zwar die Gesamtposition im Verlust aber spart die Transaktionsgebühren und kann letztlich wieder anfangen. Und was mache ich? In Panik kaufe die Serie zurück in den Anstieg hinein und verkaufe eine neue mit höherem Strike. Was danach folgte, kann man sich leicht vor die Augen malen. Der Kurs sank, ich stellte die Calls glatt und so weiter… Je länger ich es machte, desto klarer wurde mir die Tatsache, dass mit dieser Methode kein Geld zu verdienen ist, ich wollte aber auf keinen Fall „aufgeben“. Hier sehen wir den vierten großen Fehler. Ich habe mich mental gar nicht auf die unterschiedlichen Marktszenarien vorbereitet und war nicht bereit, Verluste zu akzeptieren.

Was mache ich jetzt anders und warum funktioniert es jetzt viel besser. Dazu mehr in den nächsten Tagen.