Es gibt doch eine interessnte Meldung an diesem lauwarmen Montag. Deutsche Börse übernimmt die ISE in den USA. Was sie damit vorhat, steht ausführlich im vorliegenden Artikel. Ich bin nur gespannt, wie der Aktienkurs darauf reagieren wird. Der ist nämlich in den letzten Monaten wegen Übernahmegerüchte in Himmelshöhen gestiegen…

Deutsche Börse greift in den USA zu

Die Deutsche Börse läutet eine neue Runde im weltweiten Fusionspoker der Branche ein. Die Frankfurter bieten für die US-Derivatebörse ISE, Kostenpunkt 2,8 Mrd. Dollar. Warum es die Deutschen gerade auf die Amerikaner abgesehen haben, hat einen simplen Grund.

ben/HB FRANKFURT. Die Deutsche Börse wolle die International Securities Exchange (ISE) über ihre Terminmarkt-Tochter Eurex erwerben, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Aktionäre der ISE sollen 67,50 Dollar je Anteilsschein erhalten. Darauf hätten sich die beiden Parteien geeinigt. Mit dem Kauf sichert sich die Deutsche Börse einen Zugang zum vielversprechenden Markt für Aktienoptionen in den USA.

Die Titel der Deutschen Börse sind am Montagnachmittag vom Handel ausgesetzt worden. Die Aktie ging mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 172,55 Euro in die Handelspause. Die Aktien der Deutschen Börse bleiben weiterhin „bis auf weiteres“ ausgesetzt. Dies bestätigte ein Sprecher der Börse, ohne weitere Einzelheiten nennen zu wollen. Einige Händler halten eine Handelsaufnahme am Montag nur noch für wahrscheinlich, solange sie vor 17 Uhr erfolgt. „Ansonsten wird die restliche Zeit zum Einpreisen der Übernahme ziemlich knapp und die dichtgedrängten Volumina könnten zu ungewünschten Ausschlägen führen“, so ein Händler.

An diesem Montag trifft sich der Aufsichtsrat der Deutschen Börse, um über die Berufung eines neuen Finanzvorstandes zu entscheiden. Auf der Sitzung soll auch über die Pläne des Vorstands zur ISE-Übernahme entschieden werden.

Ein Einstieg bei der ISE wäre ein wichtiger Schritt für die Börse, die bislang mit ihren Übernahmeprojekten wenig Erfolg hatte. Sie drohte seit den gescheiterten Versuchen, die Börse London (LSE) und die französisch dominierte Euronext zu übernehmen, langfristig in die Isolation zu geraten. Während sich die US-Leitbörse New York Stock Exchange (NYSE) die europäische Mehrländerbörse Euronext einverleibte und sich die Technologiebörse Nasdaq mit 30 Prozent an der LSE beteiligte, schloss Frankfurt eher kleine Partnerschaften. So beteiligte sich die Deutsche Börse an der Bombay Stock Exchange.

Der US-Terminmarkt gilt als Wachstumsmarkt, weil einige Wettbewerber noch immer dabei sind, vom Parketthandel auf den elektronischen Computerhandel umzustellen. Der letzte Versuch der Frankfurter, im Jahr 2004 mit der Gründung der Tochter Eurex US dort Fuß zu fassen, scheiterten am Widerstand der Branche. Der Terminmarkt in den USA ist nun aber in Bewegung, seit die Marktführer CME und CBoT ihre Fusion bekanntgegeben haben.

Die ISE wurde im Mai 2000 gegründet. Sie ist eine auf den Handel von Aktienoptionen spezialisierte Derivatebörse – in ihrer Art die größte in den USA. Ihr Umsatz lag im vergangenen Jahr bei rund 178 Mill. Dollar, unter dem Strich lag der Gewinn bei 55 Mill. Dollar. Nach eigenen Angaben wickelte die ISE 2006 rund 30 Prozent des gesamten Handels mit Aktienoptionen in den USA ab. Die Aktie der ISE ist seit März 2005 an der Wall Street gelistet.

Eine Übernahme oder Fusion der Deutschen Börse mit der ISE würde nach Ansicht von Analysten gut zur Strategie der Frankfurter passen, die seit längerer Zeit dem boomenden Derivategeschäft größere Zukunftschancen einräumen als dem klassischen Handel mit Aktien und Anleihen. Die Deutsche Börse verfügt mit der Eurex – die sie gemeinsam mit der Schweizer Börse SWX betreibt – über die größte Derivatebörse der Welt.

Blackjack

Gestern um 23:05 habe ich leider denAnfang der bBc Sendung auf VOX verpasst.

Online-Poker und Internet-Casinos haben eine scheinbar magische Anziehungskraft auf Menschen. Doch das Hoffen auf den großen Gewinn ist keine Erfindung der "New Media"-Generation. Bereits zu Beginn der 60er Jahre dachte sich ein junger Mathematikstudent aus den USA eine bahnbrechende Gleichung aus. Black Jack-Spieler konnten damit ihre Gewinnchancen drastisch erhöhen. 30 Jahre später entwickelten drei Studenten des "Massachusetts Institute of Technology" (MIT) die Gleichung weiter - und prellten Casinos auf der ganzen Welt um Millionen.
 
Die Suche nach der perfekten Glücksformel begann Anfang der 60er Jahre. Damals nahm sich ein junger Mathematikstudent am MIT vor, die Casinos in aller Welt mit Hilfe der Wissenschaft zu knacken. Sein Name war Ed Thorp. Bei seiner intensiven Beschäftigung mit dem Spiel stieß er auf eine Besonderheit beim Black Jack. Ist beim Black Jack eine Karte erst einmal im Spiel, taucht sie nicht mehr im Kartenstapel auf - bis der Kartenstapel ausgespielt ist und neu gemischt wird. Seine Idee war folgende: Indem man jede gegebene Karte ausschloss, könnte man mithilfe eines Zählsystems eine gewisse Gewinn-Wahrscheinlichkeit berechnen. Er entwickelte daraufhin ein System und veröffentlichte es sogar in einem Buch, das zu einem Weltbestseller wurde. Spieler, die seine Methode anwandten, gewannen tatsächlich ungleich häufiger, und Las Vegas wurde von Black Jack-Gewinnern überrannt. Doch die Casinos setzten Sicherheitsbeamte ein, um die so genannten Kartenzähler zu entlarven und erteilten ihnen Hausverbot. Damit schien das Problem - erst einmal - aus der Welt.
 
"Mit Black Jack zum Millionär" enthüllt, wie die Casinos mit Hilfe der Wissenschaft um Millionen erleichtert wurden. Sie zeigt auch, wie sich Anfang der 90er Jahre drei Studenten des MIT daran machten, Thorps Black Jack-Entdeckung weiter zu entwickeln und wie sie von den Casinos schließlich - ebenfalls mit Hilfe moderner Technik - entlarvt wurden.

Mit Blackjack und Roulette habe ich mich lange Zeit beschäftigt. Ich las auch das Buch von Prof. Thorp.  Die Sendung wurde im klassischen BBC Stil gedreht. Viel Spannung, kleine Unwahrheiten etc. Interessant ist das Thema trotzdem. In der Tat besteht bei Blackjack eine von Null größere Gewinnwahrscheinlichkeit, wenn man sich an die sogenannte Basisstrategie hält. Diese definiert systematisch, wann siend weitere Karten zu ziehen, wann zu splitten und wann der Einsatz zu verdoppeln. Im Kern der Sendung stand jedoch das Kartenzählen. Eines wurde dabei nicht gesagt. Es ist alles der Schnee von gestern. Die meisten Kassinos haben ihre Regeln längst geändert und spielen mit bis zu 6 Decks und mischen nach jeder Runde. Das Kartenzählen wird dann bedeutungslos.
Darüber ist in der Sendung kein Wort gefallen. Es wurde hingegen ausführlich über Überwachungstechniken berichtet..