Zuerst eine kleine Korrektur , danach aber weiter aufwärts

 

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag gestern schreiben, aber wie es so ist. Der heutige Verfall hat wahrscheinlich das vorläufige Ende der Rally markiert. Der DAX hat sich doch nicht getraut, die 12441 Marke zu durchbrechen. Dieser DAX-Stand wurde bereits Anfang Mai erreicht.

Sollte der Index darüber stehen. Dann ist der Weg auf 13.000 frei. Das wissen viele, die sonst keine Orientierung im Markt haben.

Die Bollinger-Bänder sprachen gestern für eine kurze Korrektur. Diese hat bereits heute begonnen. Ansonsten kann ich mir sehr gut einen weiteren Anstieg vorstellen. Es gibt keine offensichtliche Übertreibung (overbought). Der MACD hat auch gedreht. Die Standardabweichung befindet sich im neutralen Bereich. Es ist also noch Luft nach oben und unten.

Auch vom Terminhandel an der EUREX kommen eher positive Signale. Heute am großen Verfall ( Hexenrabatt) stand der DAX wie von mir letzte Woche geahnt knapp vor 1230. Die Analyse der Open Interests deutet auf Kurse unterhalb 12400 hin, s. meinen Beitrag vor einer Woche.

Bis zum Juli-Verfall rechnen anscheinend viele mit weiter steigenden Kursen im DAX. Die meisten offenen Call-Kontrakte liegen bei 12700.

Nach unten ist ein Potenzial ebenfalls vorhanden. Sollte der Index unterhalb 12.000 fallen, geht es schnell auf 11600 und tiefer. Mal schauen.

Es hat zwei gute Tradingchancen für Optionshändler. Einmal als die Lufthansa schlechte Zahlen veröffentlichte. Und dann noch Infineon und Bayer. In allen Fällen stieg die kurzfristige Volatilität enorm an und bot sich somit an, Puts zu verkaufen.

 

DAX_20190620

Werbeanzeigen

Algorithmen Lethargie des DAX und niedrige Zinsen über meinen Tod hinaus.

 

Und es passiert nichts. Außer, dass der Mai wieder ein guter Einstiegsmonat gewesen wäre. „Sell in May and Go away“ ist insofern richtig, wenn man bis Oktober warten kann und sich erst danach in den Märkten engagieren will. Ich habe neulich auf FB einen Blogbeitrag weitergeleitet, der es schön auf den Punkt bringt, wenn auch mit einer anderen Botschaft.

https://www.thestreet.com/story/14103058/1/when-exactly-to-sell-in-may-and-go-away.html?

In der Tat ist das Investieren zwischen November und April wesentlich lukrativer, so die Statistiken, als der Börsenhandel im Sommer. Meine Untersuchungen bezogen auf den DAX zeigen allerdings, dass es durchaus sinnvoll sein könnte, Ende Mai einzusteigen und kurzfristig im Sommer die Gewinne realisieren. Denn dass im Mai die Kurse sinken, ist nachgewiesen, sie erreichen jedoch Ende Mai in der Regel ein vorübergehendes Minimum. Danach geht es meistens nach oben, abhängig von der Gesamtlage.

Auch in diesem Jahr scheint die Regel zu greifen. Der DAX startete den Mai mit 12400 und endete bei 11600. Und jetzt steht er im Niemandsland ein paar Hundert Punkte höher.

Es ist im Moment die typische Patt-Situation, wenn alle sich der Bedeutung der Bedeutung bestimmter Preis-Marken bewusst sind und warten, bis die anderen mutiger werden und sich vorher entscheiden. Der Markt ist in vielerlei Hinsicht schwieriger geworden. Alle sind über alles im Bereich Trading informiert und viele Entscheidungen werden durch Algorithmen getroffen. Ineffizienzen, die früher ganze Generationen von Börsenhändlern ernährten, fallen reihenweise weg. Sobald der Index oder ein Aktienkurs zu stark gefallen ist, kommen Käufer. Das wird sich nicht ändern, solange Zinsen im Keller bleiben, also möglicherweise über meinen Tod hinaus. Ich habe mich mittlerweile mit diesem Gedanken angefreundet und setze mit meinen Handelsaktionen auf eine nicht enden wollende Seitwärtsbewegung und eine schwache Rally. Natürlich bleibe ich stets mit ein paar lang laufenden Puts abgesichert, um den etwaigen schwarzen Schwan aufzufangen.

Im DAX, der Chart unten, ist sichtbar, dass sich nicht viel tun wird. Steht der Index über 12500, geht es schnell auf 13.000. Fällt er unter 12.000, geht es schnell auf 11400 und tiefer. Und so weiter. Völlig irrational. Die Bollinger Bänder sind auch noch weit weg und die Standardabweichung fällt langsam. Zu Deutsch – nothing happens, was wiederum einen leichten und nervigen Anstieg bedeuten könnte.

Diese Woche ist der Große Verfall an der Deutschen Terminbörse EUREX. Meine aktuelle Analyse der Open Interest

https://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/100!onlineStats?productGroupId=13394&productId=70044&viewType=3&cp=Put&month=6&year=2019&busDate=20190614

zeigt den mittleren Abrechnungskurs beim DAX zwischen 11.000 und 12500. Ich würde eher dem oberen Wert Bedeutung beimessen, Die meisten Börsianer haben offenbar ihre Erwartung seit einer Woche nach unten revidiert.

Danach beginnt das nervenzehrende Spiel von vorne. Wobei sich die Märkte meistens nach dem Verfall für eine bestimmte Richtung vorübergehende entscheiden.

Erstaunlicherweise bringt nichts die Märkte aus der Ruhe. Nicht einmal die Erwartung eines Krieges im Nahen Osten. Es ist also doch eine Chance für die Jäger des Schwarzen Schwans?

 

DAXY_20190617