Der Große Dezemberverfall 2018 und Ratschläge zum Abschied

 

Die Börse verabschiedet sich mit dem schlechtesten Ergebnis seit vielen Jahren. Von 13.000 auf 10600, ein großer Sturz ist es nicht, beunruhigend ist nur, dass diese Korrektur sozusagen auf Raten erfolgt. Es sieht fast wie eine Bilderbuchbaisse. Mit kleinen Erholungen aber stets nach unten.

Während 2015-2016 eine ähnliche DAX-Veränderung beobachtet werden konnte, sind beide Perioden nur schlecht vergleichbar. Damals lagen politische Ursachen vor. Oder auch Turbulenzen auf den asiatischen Börsen. Ja, auch von Zinsängsten sprach man. In diesem Jahr scheinen sich die Ängste zu verwirklichen. Zinswende ist Realität und hinzu kommen Handelskriege und viel Unsicherheit.

Wie dem auch sei, die Volatilität steigt, und man kann zwar hoffen, aber ich habe mich längst auf den negativen Modus eingestellt. Wie? Indem ich konsequent meine Strategie anwandte, stets auf der Longseite mit den DAX-Puts positioniert zu sein. Dadurch war ich gar nicht auf falschem Fuß erwischt worden. Im Gegenteil, das Jahr ist für mich gut gelaufen.  Und zwar trotz des Sturzes zum Jahresanfang. Damals ignorierte ich eine wichtige Regel und rollte nicht rechtzeitig auf den nächsten Monat. Den Verlust habe ich dennoch später beglichen.

Drei Regeln haben letzten Endes zum Erfolg beigetragen:

  1. Halte kleine Position. Die Anzahl der Kontrakte muss in einem ausgewogenen Verhältnis zum Cash-Bestand stehen. Es ist entscheidend für den Erfolg! Nur wenn Du Freiräume zum Rollen hast, kannst Du aus jeder kritischen Situation herauskommen.
  2. Meide Verluste, sei es durch den rechtzeitigen Rückkauf oder dynamisch erfolgenden Hedge.
  3. Denke langfristig. Denn nur so hast Du eventuelle einen Vorteil gegenüber den Großen der Branche. Kurzfristig ist der Terminmarkt ausgereizt. Due kämpfst gegen hochkapitalisierte schnell handelnde Market-Maker. Du hast nru eine Chance, wenn Du strategisch denkst, in längeren Perioden. Denn die verwendeten Modelle funktionieren oft nur sehr kurzfristig. Langfristig ist vieles drin.

Und wie geht es weiter?

Der DAX liegt unterhalb 10582 und ist somit sehr angegriffen. Ein Sturz bis auf 9000 ist denkbar. Aber natürlich, an der Börse ist alles möglich. Oft lohnt es sich auf das Gegenteil der gängigen Meinung zu setzen. Ich kann mir zum Jahresanfang eine Rally zwar vorstellen, aber eben nur wegen des Jahresanfangs. Denn vieles spricht für die Fortsetzung der Baisse.

Die  Strikes der EUREX-Open-Interests liegen allerdings ziemlich hoch, jedenfalls oberhalb 11000, was wiederum für die positive Entwicklung sprechen könnte.

Und ich? Ich verabschiede mich vorerst. Unten der aktuelle Stand meiner DAX-Positionen. Sie sehen, dass ich inzwischen stark auf fallende Kurse setze.

Vorerst werde ich nich mehr schreiben. Dafür brauche ich ein neues Konzept und mehr Feedback.

Der Chart unten m. f. G. http://www.tradesignalonline.com zeigt deutlich, dass der DAX vor eine rgroßen Bewegung steht. Wohin? Da kann man nur spekulieren.

Unbenannt

Und hier die ODAXe.

Viel Erfolg und bis irgendwann später!

Börse Kontrakt O/C Order Nr. Long Pos. Short Pos. gedeckt Handels- Whrg. Einstand akt. Kurs G & V Pos. Wert
datum EUR EUR
 EUREX  ODAX  P  MAR19  10500  0  O 7659604 1 0 U 12.10.2018 EUR 205,0 369,4 822,00 1847,00
 EUREX  ODAX  P  FEB19  10500  0  O 7733358 0 1 U 06.12.2018 EUR 272,0 281,3 -46,50 -1406,50
 EUREX  ODAX  C  JAN19  11800  0  O 7757640 2 0 U 21.12.2018 EUR 3,0 2,1 -9,00 21,00
 EUREX  ODAX  C  JUN19  11800  0  O 7759704 0 2 U 21.12.2018 EUR 134,0 143,0 -90,00 -1430,00
 EUREX  ODAX  P  JAN19  9100  0  O 7759744 1 0 U 21.12.2018 EUR 11,9 10,8 -5,50 54,00
 EUREX  ODAX  P  JAN19  9800  0  O 7759744 0 1 U 21.12.2018 EUR 43,9 40,7 16,00 -203,50
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Abschied auf Raten und was übrig bleibt.

 

Wie Ihr wisst, wird der kommende EUREX-Verfall der letzten, den ich in diesem Blog kommentiere und in dem Zusammenhang auch die eigenen Handelsaktivitäten beschreibe. Der Blog Invest-Signale.de wird natürlich noch eine Weile bestehen, ich werde voraussichtlich eine Pause einlegen. Ich weiß im Moment nicht wirklich, ob und über was ich danach schreiben werde. Es wird unwahrscheinlich die Vermögensverwaltung und erst recht nicht die eigene.

Das ursprüngliche Ziel dieses Blogs war diffus. Ich wurde zum Teil angeregt durch den bekannten Blogger Robert Basic ( + 2018), der auch ein guter Bekannter meiner Familie war. Er hat mir 2006 nahe gelegt, einen Blog zu pflegen und zwar über Finanzthemen.  „Mach aus  Dir einen Namen“, sagte immer. Ich selber plante eine Art Börsenbrief vielleicht Portfoliomanagement. Die Idee mit dem Blog ging schnell auf. Ich musste gar nicht viel tun. In den Jahren 2007-2008 waren nur weniger deutschsprachige Wirtschaftsblogger unterwegs. Ich wurde schnell bekannt. Immer wieder eingeladen zu diversen Blogger-Konferenzen bekam ich die Gelegenheit, die Szene kennen zu lernen. Für mich eine fremde Welt, die ich dennoch sehr bereichernd und authentisch fand. Ich postete in jener Zeit viel, auch viel Unsinn. Am Höhepunkt wurde ich immerhin zum Wirtschaftsblog des Jahres vorgeschlagen. Ich landete immerhin unter den ersten 10.

Ich versuchte mich auch gleichzeitig als Börsenbrief-Autor und publizierte Handelssignale. Der Gipfel dieser Tätigkeit war das „Projekt 1 Million“. Damals wollte ich an der eigenen Haut zeigen, dass man durch Optionsverkäufe innerhalb von 10 Jahren schaffen kann, eine Million zu verdienen.

Es ging gut bis die Finanzkrise 2008 kam und vernichtete den Gewinn und mehr.

Ich hatte mich umorientiert. Ich wollte endlich mit Optionen profitabel werden. Nicht aufgeben war schon immer mein Motto. Das Bloggen rückte in den Hintergrund. Es folgten Jahre von Strategien-tests, meist mit dem eigenen Geld. Ich berichtete darüber regelmäßig in diesem Forum. Am Ende wurde es zum Schlüssel zum Erfolg. Ich handelte disziplinierte und verschönerte nichts.

Das Bloggen wurde allmählich zur nebensächlichen Gewohnheit, Abhängigkeit und am Ende zur Last. Ich tat es wöchentlich und nur weil ich glaubte, es tun zu müssen. Und mir selbst und den anderen etwas zu beweisen.

Erreicht habe ich trotzdem einiges. Vor allem habe ich begonnen, endlich profitabel im Optionshandel zu werden. Darauf will ich in einem Post später kommen. Die richtige Positionsgröße,  schnelles und kluges Rollen und ein halbwegs fester Plan sind hier als Erfolgsfaktoren zu erwähnen.

Nun ist es soweit. Ich muss ich neu definieren. Was ist für mich wichtig und, wenn ich schreibe, dann über was und warum. Ideen habe ich viele, aber noch keinen Plan.