Wie ich mich in diesem verrückten Markt frei bombe mit Optionen

Heute zeige ich, wie man in einem solchen Markt Geld verdienen kann. Aber vor allem will ich mit diesem Beispiel belegen, dass Optionen, richtig eingesetzt, tickende Zeitbomben sind, die einem den Weg in die finanzielle Freiheit frei bomben können.

Der DAX so wie die anderen Märkte haben heute enorm zugelegt. Der Index befindet sich nicht mehr weit von seinem Allzeithoch. Vom Stand nach dem Corona-Crash sind wir inzwischen über 50% entfernt. Wer hätte es gedacht! Und warum? Nun, zunächst schauen alle immer noch nach Amerika. Wenn dort, trotz allen Wunschdenkens deutscher Medien, der Optimismus nicht sterben will und heute noch von niedrigen Arbeitslosenzahlen berichtet wird, dann fangen sogar die größten Skeptiker zu zweifeln, ob die Börse überhaupt noch eine Existenzberechtigung hat. Das sog. News-Trading hat keinen Sinn mehr. Value Trading erst recht nicht. Was steigt, sind offenbar nicht die günstigen Aktien solider unverschuldeter und profitabler Firmen, sondern die gleichen Dauerbrenner aus den USA wie Amazon, Alphabet, Facebook. Hinzukommen die ständigen Liquiditätsspritzen der Zentralbanken und Milliarden unter Rettungsschirmen.

Man sollte nicht vergessen, dass viele große und kleine Anleger nach dem Crash im März sehr zurückhaltend geworden sind und von großen Käufen absehen. Sie wollen nie wieder auf kaltem Fuß erwischt werden. Noch mehr Enthusiasten haben sich vom Börsengeschehen in Deutschland entfernt.

Das feuert nur die laufende Rally an. Und derjenige der glaubt, nun sei das Ende erreicht, der DAX müsse wenden, ist ein Idiot.

Es gibt keine Regel, die den Märkten verbietet, zu steigen. Per heute steht überhaupt nicht fest, was in den nächsten Tagen passiert. Es kann durchaus weiter gekauft werden, gegen jede ökonomische Vernunft. Die Märkte können drehen und auch dann wird sich keiner fragen, warum auf einmal alle verkaufen. Der Herdentrieb, die Angst etwas zu verpassen und die Angst, Verluste zu realisieren, das sind die Treiber der Märkte.

Ich frage mich wirklich, welchen Sinn eine solche Institution wie Börse noch hat, außer dass sie Millionen Menschen beschäftigt, von Akademikern, über Berufshändler bei den Banken bis zu den Journalisten und Bloggern, von Tagträumern genannt Trader ganz abgesehen.

Zum DAX kann ich heute wenig Neues sagen. Meine vorsichtige Prognose von letzter Woche ist viel schneller Realität geworden, als ich zu träumen wagte. Die 13000 sind nicht mehr weit. Die 200-Tage Linie überschritten, Put – Call Ratio sehr niedrig. Einzig die implizite Volatilität bleibt hoch bei knapp 30%, also kaum verändert in den letzten sechs Wochen, obwohl der DAX nur noch so davon rauschte.

Das hat aber einen feinen Nebeneffekt für uns Investoren.

Die Optionen werden nicht billiger. Es lohnt sich diese zu kaufen, nicht weil sie teurer sind, sondern weil sie nicht mehr fallen. In meiner langen Laufbahn also Hobby-Optionsinvestor haben ich so etwas noch nicht erlebt.

Der Kauf von Call ( = Kaufoption) auf den DAX hätte sich seit Anfang Mai stets gelohnt.

Nehmen wir als Start den 7. Mai. Damals schloss der DAX bei 10775

Heute am 5.06 steht der Deutsche Leitindex bei 12800.

Wie hätte sich ein Optionsinvestment, wenn wir am 7. Mai zum Beispiel einen Call Basispreis 11000 und dem Verfall im Juni also in zwei Wochen gekauft hätten?

Die Prämie kostete am 7.05 352 Punkte (=1760 Euro). ( Quelle http://www.eurexchange.com)

Heute hätten wir diese Kaufoption für 1884 Punkte (=9420 Euro).

Wahnsinn!

Natürlich ein solcher Anstieg des Basiswertes wäre ohnehin stärker als ein etwaiger Rückgang der Volatilität. So etwas passiert jedoch sehr selten.

Aber ich wollte mit diesem Beispiel zeigen, wie man am besten Optionen einsetzt. Es sollte eine Warnung an die vielen Stillhalter in Indexoptionen sein, die auf ihrer Strategie mit dem kostspieligen „Rollen“ beharren und verbittert an eine Seitwärtsbewegung glauben, auch wenn der dümmste Blinde nur eine Marschrichtung erkennen kann. Ja, der unerfahrener Stillhalter sehnt sich nach festem Einkommen und übersieht die Chancen.

Es steht natürlich außer Frage, dass sich ein Kauf lohnen muss, weil die Optionen viel kosten und die meisten von ihnen wertlose verfallen. Ich handle deshalb fast immer Kombinationen von ge- und verkauften Optionen – sog. Spreads. Und achte dabei auf das Preis/Risiko-Verhältnis.

Mittlerweile sind die Call-Spreads zu teuer, ich meine das Gewinn/Verlust-Verhältnis ist ungünstig.

Günstiger sind allerdings die Put-Spreads. Die Kombinationen der Verkaufsoptionen sind faktisch geschenkt.

Und glaubt mir, auch auf dieser verrückten Börse wird ihre Zeit kommen.

 

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Nur die hohe Volatilität macht uns nervös

 

Die Aussichten sind blendend. Die Märkte haben sich offensichtlich endgültig von der Nachrichtenlage entkoppelt und sie steigen in Abhängigkeit von der Hoffnung. Es ist die Hoffnung n-ten Grades. Denn zu erste gibt es keine Perspektive für die deutsche Wirtschaft. Was bevorsteht, mutet eher skeptisch an:

  • Verschuldung – sie wird durch die EURO-Bonds weiter zunehmen
  • der Zusammenbruch der Globalisierung und den damit verbundenen Absatzmärkten und Produktionsstätten.
  • Erwartete Arbeitslosigkeit in der gesamten westlichen Welt
  • Stark sinkende Nachfrage in den meisten Branchen angefangen von Automobil bis zum Hotelier.
  • Steigende Preise und zwar in den Zeiten niedriger Sparzinsen
  • Politische Unruhen

Man könnte weiter zählen. Aber die Börsianer schauen nach vorne, und stellen sich vor, dass es der Wirtschaft tatsächlich in einem Jahr beschissen geht, aber in einem Jahr werden die Aussichten vielleicht besser. Und darauf spekuliert man. Am Ende geht es darum, dass die Staaten stets eingreifen und die Kapitalmärkte von allen klassischen Spielregeln befreien.

So gesehen ist auch die Verfassung des Deutschen Leitindex DAX nicht überraschend. Es geht nach oben. Der letzte Widerstand lag knapp unter 12600 und er wurde überschritten. Zwar sank der Index zum Wochenende ein wenig und die US-Märkte haben ebenfalls nachgelassen, an der gesamten Euphorie ändert das nicht viel.

Charttechnisch lautet das nächste Ziel 13000 und sollte der DAX korrigieren, dann liegt eine starke Unterstützung in der Gegend von 11000, also nicht ganz so weit. Ansonsten sprechen alle mir bekannten langfristigen Indikatoren für die Fortsetzung der Rally.

Aus der EUREX kommen ebenfalls eher positive Signale.

Das Put-Call Ratio erreicht neue Tiefstwerte. Für den Juniverfall wird auf der Oberseite ein Wert zwischen 11500-11800 eventuell darüber erwartet. Auf der Unterseite liegen viele offene Kontrakte bei runden Werten 11000, 10500 10000 und so weiter. Sie haben keine Aussagekraft.

Demnach kann ein Investor noch nur der leuchtenden Zukunft entgegen schauen.

Gäbe es nicht die Volatilität! Denn diese will nicht zurückgehen.

Seit Wochen dauert inzwischen die Erholung. Wie man im Chart unten sieht, hat der DAX seit März 30% zugelegt. Die implizite Volatilität sank zwar Ende März auf 30% und seitdem verharrt sie auf diesem Niveau. Ihre Schwankungen werden immer kleiner, man hat das Gefühl, da muss was passieren. Aber sie will nicht weiter fallen. Das ist eine ungewöhnliche Situation. Sie macht den Optionshandel etwas schwieriger.Die Prämien sind recht hoch zum Kauf aber auch zu gefährlich zu Verkauf. Man würde Puts in den steigenden Markt verkaufen, was mit hohem Risiko verbunden ist.

Erstaunlicherweise sieht es bei anderen Vola-Indizies nicht anders aus. Ob VIX, VSTOXX alle sie bleiben knapp über 30% oder darunter.

Der Markt schreit nach einer Korrektur – das ist für mich die Botschaft. Aber sie wird erst dann wieder kommen, wenn die meisten damit nicht mehr rechnen.

 

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