Warnungen kommen jetzt aus dem Markt und mein Optionsportfolio

 

Eine spannende Woche liegt hinter uns. Und die Welt erscheint wieder in Ordnung, würde man meinen. Die Märkte sind erneut gestiegen, der DAX erreichte am 22.01mit fast 13650 den höchsten Stand überhaupt. Am selben Tag ging es gleich runter. Ich schrieb auf Twitter, s. unten,

Twitter

 

dass für mich ein klares kurzfristiges Verkaufssignal generiert worden ist. Dies wurde am nächsten Tag bestätigt. Insgesamt wurde meine Einschätzung von letzter Woche schön bestätigt. Die Märkte insbesondere der DAX haben eine Korrekturphase begonnen. Die implizite Volatilität gemessen am VDAX und VSTOXX ist von 10 % auf 14% gestiegen. Die Nervosität ist spürbar.

Zwar stieg der DAX anschließend wieder und so haben sich viele mit einem unsicheren Gefühl ins Wochenende verabschiedet. Der Wochenendtrend ist eher negativ, ich messe ihm jedoch nicht viel Bedeutung bei.

Meine Analyse der Tweets zeigte, dass eine starke Positionierung der Privatinvestoren auf der Kaufseite zurzeit das Geschehen bestimmt. Institutionelle Anleger halten sich eher bedeckt und setzen nicht blind auf einen weiteren Anstieg, Doch während der Anteil der Crash-Propheten erstaunlich abgenommen hat, kommen immer mehr Signale vom Markt, dass es erst einmal spätestens jedoch nach der Dividendensaison Schluss mit der ewigen Rally werden könnte. Zumindest in diesem Jahr. Warum?

Die Gründe will ich nicht aufzählen, ich habe es bereits mehrfach getan. Ich sehe mehr Skepsis im Terminmarkt und zwar sowohl im deutschen Markt als auch in den USA.

Wie ich letzte Woche schrieb, steigt das Put/Call -Ratio, was in einer Rally immer ein Warnsignal ist. An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert. Der Blick in die EUREX-Statistik belegt das deutlich. Schauen Sie sich die Zahlen unten an. Für alle Monate liegen die PC-Ratios über 1. Noch vor zwei Wochen und viele Monaten sah die Welt anders aus.

PC

 

Die gleiche Beobachtung hat auch mein Mentor und der angesehene Optionsexperte Lawrence McMillan gemacht.

LMC

 

Aus den EUREX -Open Interests ist auch die gefühlte Erwartung zum DAX in vier Wochen am Verfall zu entnehmen. Demnach liegen die meisten Calls im Februar bei 13800 und tiefer. Die meisten Puts bei 1300 und knapp höher. Im März sieht es nicht viel anders aus. Was schließen wir daraus? Die Puts bei hohem Strikes werden wohl eher durch die Hedging-Geschäfte initiiert und nicht unbedingt durch die Stillhalter, so meine Meinung. Die Calls aus dem Geld werden eher durch die Optionsschreiber initiiert. Offenbar rechnen diese nicjt mit einem starken Anstieg. Wobei ich die letzte Erkenntnis nicht als gesichert verkaufen würde. Wie gesagt es sind offensichtlich vor allem Retail-Kunden, die das Optionsgeschäft treiben und das kann sehr fragil werden.

Aus charttechnischen Perspektive bleibt der Aufwärtstrend intakt. Hier würde ich heuristisch die 13000 Marke als Trigger nennen.

DAX_20200125

 

Zum Schluss wollte ich kurz beschreiben, was ich so selbst im Optionsgeschäft treibe. Es handelt sich um ein Beispiel-Trade, welcher nicht unbedingt meinem aktuellen Depotstand entsprechen muss. Er zeigt nur, wie ich mich in diesem Markt verhalten würde.

Zurzeit sind es folgende Positionen:

Condor ODAX:

Short 1 Feb Call 13800

Long Feb Call 14100 Prämie für Spread 130 Euro

Short 1 Feb Put 12600

Long Feb Put 11700 Prämie für Spread 140 Euro

Insgesamt beträgt die Prämieneinnahme ca. 270 Euro.

Darüber hinaus halte ich stets eine kleine Schwarzer-Schwan -Position:

Long Dec. Put 8000

Long Sept Call 15000

Gesamtprämie ca. 500 Euro

 

Anzeichen einer Korrektur mehren sich

 

Irgendwann ist es soweit. Über Twitter melden sich bei mir inzwischen längst vergessene Freunde, die mich nach Aktientipps fragen. Plötzlich ist der Kapitalmarkt die Alternative zu den Zinsen und zum überteuerten Immobilienmarkt.

Für mich sind das Hinweise und Warnungen, dass sich die Hausse dem Ende nähren könnte. Ich weiß aber, es kann noch Monate dauern, bevor der Verkauf einsetzt.

Vieles spricht für eine langfristige Wende. Die Krise der Automobilindustrie, schwächelnde Unternehmensgewinne, Pulverfass Naher Osten und die Wahlen in den USA.

Kurzfristig ist es sogar sicher, dass wir demnächst eine heftige Korrektur sehen werden.

Schauen wir uns deshalb Fakten an.

Charts

Der DAX ist kurz davor, seinen Allzeit-Rekord zu schlagen, der vor zwei Jahren aufgestellt wurde.

Sollte dem Index nicht gelingen, über 13600 in den nächsten Wochen zu bleiben, muss der rasante Anstieg seit Anfang 2019 lediglich als eine Korrektur des Abwärtstrends interpretiert werden.

Zwar zeigen langfristige Indikatoren wie MACD immer noch nach oben, die Situation ist aber extrem überkauft. Die historische Volatilität fiel diese Woche unter 10% ist zieht langsam an.

Deutsche Terminbörse EUREX

Hier sind die Anzeichen viel deutlicher. Das Put-Call Verhältnis zieht eindeutig an,

https://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/100!onlineStats?productGroupId=13394&productId=70044&viewType=3&busDate=20200117

Werte um 1 und darüber waren in den letzten Wochen nicht beobachtet worden. Auch im US-amerikanischen Markt wird das Gleiche beobachtet. Lawrence McMillan schreibt in seinem Blog.

20200118

In den Open Interests sieht man die größten Positionen für Februar-Calls bei 13800 und knapp darunter. Nach viel Optimismus klingt das nicht. Auf der Putseite passiert im Moment wenig. Die Positionen sind weit gestreut. Abgesehen davon, war am Freitag Verfall und die Positionen mussten gerollt werden, somit ist die aktuelle Aufnahme weniger aussagend.

Was tun in diesem Markt.

Ich würde mich rechtzeitig mit Puts eindecken, solange diese günstig bleiben Ich würde aber weiterhin dividendenstarke Aktien suchen. Die Dividendensaison hat gerade begonnen, und Aktien wie die Deutsche Telekom könnten noch zulegen.

 


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