Die Woche(n) der Entscheidungen und das optimale Vorgehen

Nun wird wirklich spannend. Die US – Wahl steht bevor. Und ich weiß natürlich nicht, wie sie ausgeht, aber eines bin ich mir sicher, die Märkte werden reagieren.

Der folgende Artikel analysiert verschiedene Szenarien und ihre Auswirkungen. In großen Teilen entspricht diese Einschätzung meiner eigenen

https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/eine-frage-der-mehrheiten-usa-wahl-drei-szenarien-und-wie-sie-sich-auf-den-aktienmarkt-auswirken-9422385

Im besten Falle, falls Trump als klarere Sieger aus der Wahlnacht hervorgeht, werden die Börsenindizes jubeln. Die implizite Volatilität bricht zusammen. Zurzeit steht sie bei fast 40%. Optionen weit aus dem Geld beinhalten sogar eine IV von über 60%.

Nach dem Sieg Trumps wird es am nächsten Tag sehr schnell auf unter 20% gehen und die Weihnachtsrally kann beginnen.

Aber vielleicht werden die deutschen Regenbeschwörer Ihr Ziel erreichen und Trump nicht siegen wird. Warum auch immer man es in Deutschland so sehr will. Offensichtlich wollen die Deutschen Weltverbesserer bleiben und nur ehrliche und sympathische Menschen an der Macht in anderen Staaten sehen.

Jedenfalls könnte der Sige Bidens Unruhen auslösen. Nicht nur die Börse wird sich enttäuscht zeigen. Der Artikel oben geht zwar auch hier von einer positiven reaktion der Märkte aus, egal ob Biden mit oder ohne parlamentarische Mehrheit regieren wird.

Ob es wirklich die bewaffneten Milzen sein werden, die die uSA ins Chaos stürzen, oder Trump einfach das Ergebnis nicht anerkennen und so die Stimmung anfheizen wird, bleibt dahin gestellt. Märkte mögen eine solche Unsicherheit nicht. Es könnte dann heiß werden.

Egal wie ich auf das Ereignis schaue, es könnte sich lohnen, mit Optionen zu wetten. Das ist aber inzwischen nicht mehr so einfach. OK, ich selbst habe im Portfolio einige DAX-Puts, die wie Zeitbomben warten. Jetzt würde ich keine Puts mehr kaufen. Wenn schon, dann nur im Kombinationen mit verkauften Puts. Durch die gestiegene Skew kosten die Verkaufsoptionen aus dem Geld ähnlich viel unabhängig vom Strike.

Nehmen wir an November Put 10000. Preis 60 Punkte

Der Nov. Put 9400 kostet 32 Punkte. Der debit Spread – Kauf 10000 und Verkauf 9400 kostet 28 Punkte pro Kontrakt, was 140 Euro entspricht. Der potenzielle maximale Gewinn beträgt 2860 Euro. Das Kosten-Ertrag-Verhältnis sieht günstig aus.

Für den Fall, dass die Volatilität zusammenbricht, wird der 9400 Leg viel schneller schmelzen als der 10000. Wenn es nach unten geht, dann gewinnt der Spread auf jeden Fall.

Das ist nur eine potenzielle Variante. Man kann auch auf steigende Kurse durch den Kauf von Calls aus dem Geld wetten. Wie halt mit Lottoscheinen. Es ist eine auch bei Profis beliebte Strategie.

Ob ich Optionen vor den US-Wahlen (leer)verkaufen würde? Es könnte sehr lukrativ werden, das Risiko ist mir doch zu groß. Die EUREX liefert fast keine Hinweise. Das Put-Call Ratio ist insgesamt für DAX-Optionen hoch, aber erstaunlicherweise im November sehr niedrig. Man rechnet offenbar mit einem Sprung nach oben. Witzig finde ich übrigens auch, dass beim Strike 14200 wo ohnehin sehr viele offene Call-Kontrakte platziert sind, wurde am Freitag ordentlich nachgekauft. Und zwar für einen Punkt.

Zu den weiteren wichtigen Themen der kommenden Wochen gehört auch die Impfstoffzulassung von Biontech. das ist wiederum eine sehr gute Nachricht. Wenn die Studienergebnisse in wenigen tagen vorliegen, dann könnte es sehr schnell gehen.

https://www.tagesspiegel.de/wissen/antrag-auf-impfstoff-zulassung-biontech-will-in-zwei-wochen-loslegen-wie-es-dann-weitergeht/26575194.html

Sonderbeitrag zum Lockdown- was tun?

Nun ist es doch passiert. Ich ahnte es seit 2-3 Wochen und in meinem letzten Beitrag am Wochenende stand für mich fest, es wird krachen. Tatsächlich wurde heute das erste Fibonacci-Korrekturniveau im DAX erreicht. Wie vermutet bliebt der Index bei 11500 stehen, weil offensichtlich der Abgabedruck deutlich abnahm und die US-Vorgaben günstig waren. Jetzt könnte es bis auf 12500 aufwärts gehen. Und dann?

Nun, auch die 200-Tage Linie ist heute nach unten durchhandelt worden. Das ist ein schlechtes Zeichen.

Was heißt das für uns Investoren? Meine eigene Strategie ist transparent. Ich halte seit Monaten zwei Portfolien. Zum einen sind es Put-Short Positionen auf einige DAX-Aktien. Hier sehe ich im Moment keine Handlungsbedarf. Alle Positionen sind mit Puts abgesichert. Zum Teil wie bei SAP kaufte ich sogar am Montag Dezember-Puts nach. Außerdem rechne ich durchaus mit der Auslosung einiger Aktien, etwa bei SAP oder der Deutschen Telekom. Das ist ein Bestandteil meiner Stillhalter-Strategie.

Interessanter sieht es aus beim Black-Swan-Portoflio aus. Hier habe ich inzwischen 8 offene Puts auf der Long-Seite. Am Montag schloss ich zwei Puts auf der Shortseite mit kleinem Gewinn ab, und wartete, auf das, was dann noch kommt. Die Dezember-Puts sind weit aus dem Geld, trotzdem konnten sie zulegen. Heute verkaufte ich neue November-Puts beim Strike 9200. Ich rechne jetzt mit einer vorübergehenden Erholung. Und nach der US-Wahl??? Entweder bricht die Volatilität zusammen und wir sehen die Weihnachtsrally. Oder, der Crash kommt.