DAX kurz vor dem großen Move

 

Noch verhalten sich große Marktindizes wie Wellen. Sie schwanken regelmäßig. Es mag nicht immer auf die Indexwerte zutreffen. Das wäre zu einfach. Der DAX, S&P oder EURO STOXX verlaufen in Trends, die zwar auch wellenartig schwingen, diese Schwankungen sind jedoch nicht so ausgeprägt, dass man damit Geld verdienen könnte. Wenn wir uns das Chart unten ansehen, dann wissen wir, was ich meine. Dort habe ich den DAX eingehüllt in sog. Bollinger Bands dargestellt. Dieser Indikator wird gerne für das Trading genutzt. Berührt, oder gar überschreitet der Index den oberen oder unteren Rand, dann wird das unter Umständen als Handelssignal interpretiert. Ich kenne einige Broker und auch Privatpersonen, die diese Konstellation handeln, ich kann es nur schwer nachvollziehen. Es kommt offenbar auf die wenigen Punkte, um die der Index die Marke überschreiten oder unterschreiten muss. Eine Ähnlichkeit zu Homöopathie ist dabei nicht zu übersehen. Nee, das ist nicht meines, ich hätte auch nicht nicht so viel Zeit und Möglichkeiten, um permanent den Markt zu überwachen.

Aber es gibt zahlreiche andere Indikatoren, die wellenartig verlaufen. Einen habe ich angehängt. Es ist die Standardabweichung für ein ausgewähltes Zeit Intervall. Hier zeigt sich deutlich, dass die Händler schwankende Präferenzen haben. Nach einer ruhigen Phase folgt die Hektik. Der DAX schwankt zuerst nur wenig um die letzten Werte, danach wider mehr bis sehr stark, schließlich sinkt die Schwankungsbreite auf ein niedriges Niveau. Es ist zwar ebenfalls schwer, diesen Indikator zu handeln, aber seine Regelmäßigkeit ist doch viel deutlicher.

Was sagt uns dieses Bild? Nun, zuerst scheint es so, dass der DAX vor einer Phase mit größeren Schwankungen stehen könnte. Diese Phase muss nicht gleich nächste Woche beginnen. Und diese Phase impliziert nicht gleich die Marschrichtung. Der DAX kann also zuerst nach oben rauschen, um dann zu drehen und kräftig zu korrigieren. Es kann natürlich sein, dann der Index noch eine Weile wenig schwanken wird. Aber eines steht fest, aus Sicht von Wochen ist mit mehr Volatilität zu rechnen.

Und was sagt uns der Optionshandel? Am letzten Donnerstag hatten wir den kleinen EUREX-Verfall und meine Prognose für den Indexstand wurde mehr als übertroffen. Nicht 11700 sondern 12200 wurde es schließlich um 13:00 Uhr. Ich verwies zwar in mehreren Beiträgen zuvor auf den wachsenden Optimismus und rechnete mit 12.000, sobald die 11600 Marke geknackt sei, aber einen solchen Run erwartete ich auch nicht. Das könnte wiederum heißen, dass die Phase der niedrigen Schwankungen nun verlassen wird.

Die Zielmarken für den nächsten Verfall am 18.05.2019 versuche ich immer anhand der offenen Positionen an der EUREX zu ermitteln, sog. Open Interests. Demnach liegen die meisten OI der Call-Positionen bei 12150 und 12500 und das deutet auf wachsende Zurückhaltung hin. Auf der Unterseite sind kaum Schwerpunkte auszumachen, und es sind zurzeit wenige Puts als Calls offen für im Mai. Eine Korrektur wird immer wahrscheinlicher. Quelle www.eurexchange.com

Die große Dividendensaison neigt sich dem Ende. Noch steht unter anderem die Deutsche Post an. Die Aktie hat eine beeindruckende Rally hinter sich. Nicht nur die Aussicht auf die Dividende sondern auch die Gerüchte um das Briefporto trieben den Kurs nach oben.

Das Chartbild zeigt, dass der DAX sich kurz vor der maximalen Fibonacci-Korrektur befindet und die Überschreitung  der 12.222 Marke auf Tagesschlussbasis den Weg auf die All-Time-Highs frei macht. Aber wie das halt im Leben ist, die Realität sieht vielleicht doch anders aus. Zuerst darüber und dann doch bergab. …

 

DAX

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Ausblick auf den Verfall und Erfolg durch Nichtstun

 

Der Optimismus will nicht verschwinden. Nur ein kurzer Blick auf den DAX -Verlauf seit dem Jahresanfang reicht aus. Egal welche „Chartschule“ man vertritt, der Wille zu steigen ist beim DAX nicht zu übersehen. Kurze Korrekturen und dann geht es wieder. Die Hoffnung auf die perversen Anleihekäufe seitens der EZB reicht eigentlich aus. Wenn noch der scheinbare Frieden mit China hinzukommt, dann ist die Euphorie nicht mehr zu bremsen.

Aus der Sicht der Fibonacci-Mustern könnte der DAX gerade eine 50% Korrektur der letzten großen Abwärtswelle vollzogen haben. Mit anderen Worten, eine Wiederaufnahme der Abwärtsbewegung ist denkbar, jedoch aus meiner Sicht völlig ausgeschlossen. Das Langzeitgedächtnis der Börsianer stirbt zwar nicht, ist trotzdem bei weitem nicht so ausgeprägt wie das Kurzzeitgedächtnis. So gesehen sind die Fibonacci-Muster bei der Chartanalyse für lange Zeitverläufe m. E. Zu vernachlässigen.

Am Freitag in einer Woche ist der Verfall an der EUREX. Die EUREX – Bestände sprechen für einen Abrechnungskurs des DAX bei 11600-11700, also etwas unter dem aktuellen Preis. Auf der Unterseite verdichten sich die Prognosen bei 11000-11200. ( Quelle http://www.eurexchange.com).

 

DAX

 

Ich wollte kurz auf ein anderen Thema hinweisen. Die Pointe der letzten Monate für mein persönliches Portfolio lautet – weniger ist besser. Es hört sich trivial an, aber es ist wahr. Optionsgeschäft erfordert Geduld. Wenn man, wie ich von Natur aus eher ungeduldig ist, dann muss man halt lernen. Ich habe viele Jahr gebraucht, um es zu begreifen. Geduld zahlt sich für jeden Optionshändler, der natürlich sein Handwerk kennt. Egal, ob ich Optionen kaufe oder Stillhaltergeschäfte betreibe ich muss ich von vorne die erwarteten und die möglichen Marktbedingungen berücksichtigen . Danach folgt das große Warten. Jede Aktionismus ist tödlich. Ich werde niemals auf Dauer das richtige Timing finden. Und ich ich Schwankungen in Kauf nehmen. Aber vor allem sollte ich an Gebühren denken. Ich habe in dieser Periode so gut wie nie gehandelt. Und ich finde es einfach geil. Und es läuft. Erst jetzt merke ich langsam, wie sich die Volatilität und Zeitwert auswirken. Wie Optionen wirklich leben. Reagieren sollte immer gut überlegt werden. Manchmal ist es besser, einen bestimmten maximalen Verlust in Kauf nehmen und nichts tun, wenn der Markt gegen Dich läuft.

Denken Sie daran!