Börsen-DAX, das große Warten auf den Januar und was sagen die Optionshändler

Das kommende Jahresende markiert einen DAX-Anstieg um fast 30%. Wer hätte damit nach dem turbulenten 2018 gerechnet?! In jenem Jahr hat der DAX insgesamt eine Berg- und -Tal-Fahrt und beendete das Jahr etwa beim Stand vom Jahresanfang.

Dementsprechend war die Stimmung zum Ende 2018 anders als heute. Sentimentindikatoren deuteten damals auf einen extremen Pessimismus hin. Und heute? Dieselben Indikatoren zeigen einen fast grenzenlosen Optimismus der Investoren. Die Bereitschaft zu verkaufen hat deutlich nachgelassen und jede anscheinend rechnet bereits im Januar mit einem starken Anstieg der Aktienpreise.

Charttechnisch ist nicht viel gegenüber früher hinzuzufügen. Der DAX befindet sich weiterhin im Seitwärtsband zwischen 12900-13340. Sollte das Hoch bei 13600 überschritten werden, dann wird es spannend. Theoretisch liegt dann ein Kaufsignal vor. Faktisch setzt oft eine heftigere Korrektur ein. Bleibt diese aus, und der DAX steht über 13600, dann nichts wie kaufen, am besten noch vorher, ha, ha.

Im Falle eine Korrektur ist mit einem DAX-Rückgang bis auf 12000-12200 zu rechnen.

Ich bin selbst gespannt auf was nach 1. Januar 2020 passieren wird. Ich analysiere regelmäßig den deutschen Optionsmarkt und schließe daraus auf die Trends im Aktienmarkt.

Laut EUREX

https://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/100!onlineStats?productGroupId=13394&productId=70044&viewType=&cp=Call&month=1&year=2020&busDate=20191220

befinden sich viele offene Kaufpositionskontrakte mit dem Verfall im Januar zwischen 13600-13800. Das bestätigt meine Einschätzung. Und es werden etwa gleich viele Calls und Puts gehandelt. Anders bei Märzkontrakten. Dort befinden sich vor allem Puts, Calls tauchen seltener auf.

Die Skew sieht deshalb so aus.

IV Januar 9% IV März 14%.

Es besteht ein Überangebot an Januar -Optionen, die offensichtlich gerne durch Stillhalter verkauft werden. Hingegen sichern sich Investoren mit März-Optionen ab. So kommen offenbar die unterschiedlichen Volatilitäten zustande.

Diese Zustand bietet Trading-Möglichkeiten für Optionshändler. Ich selbst bevorzuge in einem solchen Markt Ratio Spreads und Diagonals.

In dem Sinne werde mich vorerst bis zum Neuen Jahr verabschieden. Die zwei verbliebenen Handelstage im Dezember werden voraussichtlich positiv bleiben, so wie in der Vergangenheit, dennoch aufgrund schwacher Umsätze rate ich, diesem Markt bis zum Januar fern zu bleiben.

In diesem Sinne wünsche ich allen besinnliche Feiertage und ein erfolgreiches und gesundes Neues Jahr.

 

DAX_20191223

Die letzten zwei Handelswochen 2019 und die beste Strategie für danach

 

Der Börsenhandel bleibt stabil langweilig. Tote Hose wie ich vor einer Woche schrieb. Zwar brach der Inex gleich am Montag ein und fiel unter 13000, erholte sich aber schnell. Noch kann man nicht final vor einer Rückkehr zum Aufwärtstrend reden. Immerhin sprach ich von der 13038 Marke als Trigger für den kurzfristigen Abwärtstrend. Denkbar ist also eine Wiederaufnahme der Korrektur.

Ich selber würde nicht unbedingt darauf wetten. Es sprechen zu viele Faktoren für eine dynamische Fortsetzung der Rally.

Charttechnisch bleibt 13600 als mittelfristiges Ziel, kurzfristig ist 13400 im Visier.

Die Indikatoren, wie Stochastik oder MACD deuten auf eine neue Aufwärtswelle hin.

Vor allem aber spricht die Positionierung der Terminhändler an der EUREX für einen Bullenmarkt im Januar. Ich analysiere deshalb vorerst die Open Interests, um eine Tendenz zu erahnen.

Für Dezember-Kontrakte liegt weiterhin 13000 als Abrechnungskurs im DAX in zwei Wochen ganz vorne. Jedoch hat sich diesbezüglich einiges geändert. Viele Händler handeln Calls zu höheren Basispreisen, wie 13750 oder mittlerweile auch 13400. Gerade der letzten Wert erstaunt mich. Das hiesse, die meisten Händler rechnen offenbar mit eiem DAX zwischen 13000-13400. Am 27.11 gab es massive Umschichtungen an der EUREX. Es wurden fast 10000 Call-Kontrakte zum Basispreis 13400 gehandelt. Damals stand der DAX knapp unterhalb 13400.

https://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/100!onlineStats?viewType=3&productGroupId=13394&productId=70044&cp=Call&month=12&year=2019&busDate=20191127

Die Put-OI bestätigen den Trend. Dort liegen die meisten Positionen mit Dezemberkontrakten zwischen 12600-13000.

Somit steht scheinbar der DAX am 20.12 bei etwa 13200.

Wir hackend er DAX ab, denn zwischen den Jahren nicht viel passieren wird, außer, dass der Trend positiv bleiben wird.

Viel spannender finde ich die Erwartung an den Januar und die richtige Strategie.

Wie unten zu sehen, werden Kaufoptionen auf den DAX zu hohen Basispreisen massiv gekauft. Positionen bei 13600-13800 sind große. Die Händler rechnen offenbar mit dem alljährlichen Aufstocken der Positionen bei Asset Managern und Fondsgesellschaften.

Es gibt ja keine Alternativen zu Aktien mehr. Digitale Währungen haben versagt, Zinsen sind verschwunden und Gold , das zurzeit „wieder entdeckt“ wird, ist ein Scherz als Anlage.

Gerade die Ausweglosigkeit in Bezug auf ein Aktieninvestment könnte zu Problem werden. Denn wenn Unternehmen weiterhin schlechte Zahlen veröffentlichen und Mitarbeiter entlassen oder gar Dividenden kürzen, dann ist eigentlich die Zeit reif, aus Aktie auszusteigen. Was aber dann?

Geld scheint auf der Straße zu liegen, wird deshalb für sinnlose Projekte ausgegeben. Schauen Sie sich in den Städten um. Es wird gebaut, was das Zeug hält. Und was tun Ihre Bekannten? Reden sie nicht dauernd handwerklichen Arbeiten in ihren mit hohem Kredit gekauften Wohneigentümern? Kennt sich nicht plötzlich jeder mit Fenstern, Türen und Badezimmern aus. Sprich man sich nicht am Tisch den Ärger über nicht verfügbare oder teure Handwerker aus der Seele raus?

Konsum wird doch zum Hobby, genau wie es die Zentralbanken wollten. Wir steuern definitiv auf einen Börsencrash zu. Wenn er allerdings vorhersehbar wäre, würde man ihn nicht Crash nennen.

Was tun Optionshändler in diesen Zeiten. Für die Verkäufer von Optionen ist der Markt nicht geeignet. Die Prämien sind zu niedrig und sie decken nach meiner Einschätzung kau das Risiko des Basiswertes ab. Es lohnt sich lieber, Optionen zu kaufen am besten in Spreads. Sie kaufen Calls und verkaufen Calls zum Beispiel mit gleicher Laufzeit aber mit einem höheren Basispreis. Ich habe einen schönen Beitrag von einem angesehene US-amerikansichen Optionshändler und Schulungsanbieter gefunden. Die Handelsstrategie beziehzt sich auf den S&P und ist über eine längere Zeitperiode backgetestet.

https://www.youtube.com/watch?v=V0pG28l12Gw&feature=youtu.be

Im Fokus steht der Stochstik-Indikator und die 200-Tage-Linie.

Ich habe mir den DAX in Bezug auf die Wirksamkeit der Methode angeschaut. OK, es wird nicht gesagt, mit welchen Instrumenten Sie sie handeln können. Ich empfehle natürlich Käufe von Spreads, denn da müssen Sie zeitlich nicht perfekt liegen. Verkäufe von Puts wären denkbar, ich rate davon ab, da die implizite Volatilität zu niedrig ist.

Hier die Januar OI in Calls.

OI_20191208

Hier die Anwendung der Strategie auf DAX

Strategy_Stsc

DAX_20191206