DAX-verhalten optimistisch

Zunächst der Blick auf meine letzten „Prognosen“ und den aktuellen Stand.

Am letzten Freitag, an welchem u. a. Die DAX-Optionen mit der Laufzeit im Oktober um 13:00 Uhr ihr Leben beendete, wurde der DAX-Abrechnungskurs von knapp unterhalb 12700 festgelegt. Somit lag ich in den meisten Beiträgen seit dem Septemberverfall ziemlich richtig. Ich fand u. a. Am 29.09.19 den folgenden Satz:

Mit anderen Worten rechnen die DAX-Händler mit einer ruhigen Fortsetzung der aktuellen Phase und einem DAX-Schlusskurs in drei Wochen zwischen 12600-12800.

https://invest-signale.de/page/1/

In den folgenden Wochen habe ich zunächst die Prognose relativiert, sie auf jeden Fall oberhalb 12200 gesehen und im letzten Beitrag sah es nach einem DAX bei 12500 aus. Insgesamt ist anscheinend die Analyse der Open Interests an der EUREX ein recht zuverlässiger Indikator.

Für die kommende November-Periode sind die meisten Call-Kontrakte bei 12650, und 13200 aber auch bei 12900 platziert.

https://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/100!onlineStats?productGroupId=13394&productId=70044&viewType=3&cp=Call&month=11&year=2019&busDate=20191018

Das heißt für mich, die meisten Händler rechnen eher mit einer Seitwärtsbewegung des Marktes, mit leicht steigender Tendenz. Die meisten Puts befinden sich bei 12200, 12000 und gestreut darunter. Einen starken Rückgang der Aktienkurse erwartet offenbar auch niemand.

Die Meinungen der Analysten sind geteilt. Man kann sie zusammenfassen.

  1. Charttechnisch bedeutet die 12650 Marke einen Widerstand, wenn dieser überschritten wird, dann gibt es kein Halt bis 13000 vielleicht sogar erst bei 13500.
  2. Diese These deckt sich mit meiner Einschätzung, bloße ich habe sie bereits bei DAX=12350 aufgestellt. Die Fibonacci-Korrekturen sind ja ebenfalls sehr zuverlässig.
  3. Die Volatilität bleibt im bullischen Bereich. Wie im Chart unten sichtbar, ist eher mit ihrem Rückgang zu rechnen. Es ist jedenfalls keine Zeit, Optionen zu kaufen.
  4. Es bleibt die große Unbekannte der Crash, auf den alle warten. Er wird uns von der Schuldlast und der verfehlten Politik der Notenbanken befreien. Ich erwarte nach wie vor einen unerwarteten Anstieg der Volatilität (=Nervosität) zum Monatsende. Sicher ist es nicht. Solange die Zinsen politisch gewollt negativ bleiben und Dividenden ausgeschüttet werden, ändert sich das gesamte Bild nicht.
  5. Ausblick für die US-Märkte bleibt verhalten positiv. Wie im letzten Chart unten zu sehen, steht der S&P 500 vor dem Widerstand 3000. Dass diese überschritten wird, ist so offensichtlich, dass es fast schon wieder unmöglich sein könnte.

    Zusammenfassung:

    Die Charttechniker bleiben verhalten optimistisch.

    Die Mehrheit der Börsianer wünscht sich eine Korrektur

    Fazit: Es wird wenig Veränderungen geben, damit beide Parteien gleich enttäuscht aus dem Spiel gehen, dass der Grundregel der Börse entspricht.

DAX_20191020

DAX in dieser Woche und wie ich vom Ölpreis profitiere

 

Am kommenden Freitag bereiten sich die Optionshändler auf einen DAX-Schlusskurs von 12500 vor. Die Einschätzung pendelt seit Wochen zwischen 12200-12800. Nun angesichts der euphorischen Entwicklung der letzten Tage wird 12500 avisiert. Dies ist jedenfalls den Open Interests and er EUREX zu entnehmen. Zuletzt gab es am Freitag einen massiven Umsatz der Call-Optionen beim Strike 12500.

https://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/100!onlineStats?viewType=3&productGroupId=13394&productId=70044&cp=Call&month=10&year=2019&busDate=20191011

Über 14.000 Kontrakte, die Stillhalter sind sich sicher, dass dieser DAX-Stand kaum überschritten wird. Meine Einschätzung ist ähnlich, Ich rechne mit einer kleinen Korrektur zum Wochenanfang, danach wird sich entscheiden, ob der Angriff auf 12600 gelingen wird oder doch die im letzten Beitrag genannten 12200 als Schlusskurs im DAX zu erwarten sind. Charttechnisch bedeutet der Bereich oberhalb 12450 klar ein Kursziel 13500. Da sollen wir uns nichts vormachen.

Ich gehe davon aus, dass nach dem Verfall der Anstieg deshalb weiter gehen wird. Warum?

Weitere Anleihekäufe sind von der FED in Aussicht gestellt worden.

Nun, vor allem auch deshalb, weil die meisten damit nicht rechnen. Große Put-Positionen bestätigen diese Einschätzung.

Ein weiterer Faktor ist das Jahresende und die Bereitschaft, optimistisch zu sein.

Bitte nicht vergessen, dass die Dividendensaison nicht ganz so weit ist. Ab Januar fangen sich viele mit den Aktien einzudecken, die viel ausschütten. Ob die Deutsche Telekom , EON, Allianz oder andere. Viele Fonds haben einfach keine andere Wahl, außer in der zweiten Jahreshälfte zuzuschlagen.

Ein weiteres Thema verdient ebenfalls einer Erwähnung. Der Ölpreis befindet sich, s. Chart, in einer Konsolidierung. Seit dem Absturz 2014 bleibt der Preis zwischen 50-60 USD. Der Elektroboom und Überkapazitäten haben den Preisrückgang ausgelöst. Nun lässt das Elektrobeben etwas nach. Verbrennungsmotoren werden weiterhin gebaut. Ich glaube nicht, dass wir die die Höchststände bereits gesehen haben. Zweitens, ist der Nahe Osten ein Pulverfass. Der neuste Einmarsch der Türkei, Jemen, Saudi Arabien, Israel, Katar, eigentlich kann überall explodieren. Bereits in der vergangenen Woche reagierte der Ölpreis sehr empfindlich.

Ich setze deshalb auf langfristigen Anstieg. Aber wie profitiert man am besten, wenn die Spekulation aufgeht? Seit Jahren kaufe ich in bei einer entsprechenden Erwartung gut bewertete Aktien der Mineralölkonzerne. Mein Lieblingstitel ist das französische Total SA. Das Unternehmen zahl hohe Dividende und ist dennoch stark mit dem Ölpreis korreliert. Für mich ein Favorit, sowohl für einen direkten Kauf oder für den Verkauf von Verkaufsoptionen, Beides sichere ich natürlich mit langfristigen Puts ab. Die Stop-Loss Marke setze ich bei für den Ölpreis (Brent) auf 50 USD. Für die Aktie selbst liegt mein SL bei 42.

Es gibt weitere Möglichkeiten, vom Ölpreis zu profitieren, z. B. über Optionen. Dazu gebe ich jedoch keine Empfehlung, da dafür ein Konto an einer US-amerikanischen Terminbörse erforderlich ist außerdem ist der Terminhandel mit Rohstoffen eine Kunst in sich mit ganz anderen Gesetzen als etwa der Aktienhandel.

Hier der Total ( mit der Ölpreis-Korrelation) und  DAX-Chart

 

Totb_20191013

 

DAX_20191012