Bis Ende 2019 ist geklärt, DAX bei 13000

 

Eigentlich bedarf es keine weiteren Beiträge zum DAX in 2019. Denn in diesem Jahr kann nur noch das Unerwartete Unbekannte die Ruhe stören. Der berühmte schwarze Schwan, der seit 1987 nicht mehr angeflogen hat und eigentlich hat es ihn noch nie gegeben.

Die Märkte bereiten sich auf das gemütliche Jahresende vor. Im DAX befindet wir uns im von mir erwähnten Trend in Richtung 13000.

Zuerst die EUREX Open Interests. Diese Zahlen zitiere ich gerne, denn sie sagen vieles über den Risikoappetit der Börsenterminhändler aus. So haben wir für die DAX-Optionen mit dem Verfall im November eine Anhäufung der Calls bei 12650, und 12900, sowie bei 12800 und 13000. ES sieht also aus, dass sich nicht viel ändern wird innerhalb der nächsten drei Wochen.

Die meisten Dezemberkontrakte mit Calls verdichten sich bei 13000-13200. Ja, es gibt auch hohe Positionen bei 13800. Ich gehe davon aus, dass diese Positionen im Laufe des Jahres aufgebaut wurden und bleiben einfach offen, liefern also wenig Input über die Meinung der EUREX-Händler.

Ich nehme daher an, am Verfall des 21. Dezember 2019 sehen wir den DAX bei 13000.

Das Bild kann sich natürlich noch ändern. Beides ist möglich. Eine Korrektur steht sowieso in den nächsten Tagen an. Dafür hat die Implizite Volatilität mittlerweile Niveaus erreicht, wo es sich lohnt auf deren Anstieg zu setzen. Ohnehin habe ich bereits vor Wochen mit einem Sprung der Vola Ende Oktober gerechnet.

Eine etwaige Korrektur wird den DAX auf 12300-12500 drücken, oder realistischer auf unter 12000. Hierfür liegen zurzeit keine Voraussetzungen vor. Eine Wette auf den ungewissen Ausgang der Kriege im Nahen Osten könnte eventuell behilflich sein.Die Open Interests liefern bei Puts wenig Information, da die Strikes weit gefächert sind.

Meine Leser wissen, dass meine Prognosen stets ein fauler Kompromiss zwischen allen Parteien sind, oder dass sie die Entwicklung beschreiben, die die meisten unzufrieden macht. Unter diesem Aspekt erscheint mir eine kleine Korrektur mit einem gewaltigen Anstieg auf 13400 am plausibelsten.

 

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DAX-verhalten optimistisch

Zunächst der Blick auf meine letzten „Prognosen“ und den aktuellen Stand.

Am letzten Freitag, an welchem u. a. Die DAX-Optionen mit der Laufzeit im Oktober um 13:00 Uhr ihr Leben beendete, wurde der DAX-Abrechnungskurs von knapp unterhalb 12700 festgelegt. Somit lag ich in den meisten Beiträgen seit dem Septemberverfall ziemlich richtig. Ich fand u. a. Am 29.09.19 den folgenden Satz:

Mit anderen Worten rechnen die DAX-Händler mit einer ruhigen Fortsetzung der aktuellen Phase und einem DAX-Schlusskurs in drei Wochen zwischen 12600-12800.

https://invest-signale.de/page/1/

In den folgenden Wochen habe ich zunächst die Prognose relativiert, sie auf jeden Fall oberhalb 12200 gesehen und im letzten Beitrag sah es nach einem DAX bei 12500 aus. Insgesamt ist anscheinend die Analyse der Open Interests an der EUREX ein recht zuverlässiger Indikator.

Für die kommende November-Periode sind die meisten Call-Kontrakte bei 12650, und 13200 aber auch bei 12900 platziert.

https://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/100!onlineStats?productGroupId=13394&productId=70044&viewType=3&cp=Call&month=11&year=2019&busDate=20191018

Das heißt für mich, die meisten Händler rechnen eher mit einer Seitwärtsbewegung des Marktes, mit leicht steigender Tendenz. Die meisten Puts befinden sich bei 12200, 12000 und gestreut darunter. Einen starken Rückgang der Aktienkurse erwartet offenbar auch niemand.

Die Meinungen der Analysten sind geteilt. Man kann sie zusammenfassen.

  1. Charttechnisch bedeutet die 12650 Marke einen Widerstand, wenn dieser überschritten wird, dann gibt es kein Halt bis 13000 vielleicht sogar erst bei 13500.
  2. Diese These deckt sich mit meiner Einschätzung, bloße ich habe sie bereits bei DAX=12350 aufgestellt. Die Fibonacci-Korrekturen sind ja ebenfalls sehr zuverlässig.
  3. Die Volatilität bleibt im bullischen Bereich. Wie im Chart unten sichtbar, ist eher mit ihrem Rückgang zu rechnen. Es ist jedenfalls keine Zeit, Optionen zu kaufen.
  4. Es bleibt die große Unbekannte der Crash, auf den alle warten. Er wird uns von der Schuldlast und der verfehlten Politik der Notenbanken befreien. Ich erwarte nach wie vor einen unerwarteten Anstieg der Volatilität (=Nervosität) zum Monatsende. Sicher ist es nicht. Solange die Zinsen politisch gewollt negativ bleiben und Dividenden ausgeschüttet werden, ändert sich das gesamte Bild nicht.
  5. Ausblick für die US-Märkte bleibt verhalten positiv. Wie im letzten Chart unten zu sehen, steht der S&P 500 vor dem Widerstand 3000. Dass diese überschritten wird, ist so offensichtlich, dass es fast schon wieder unmöglich sein könnte.

    Zusammenfassung:

    Die Charttechniker bleiben verhalten optimistisch.

    Die Mehrheit der Börsianer wünscht sich eine Korrektur

    Fazit: Es wird wenig Veränderungen geben, damit beide Parteien gleich enttäuscht aus dem Spiel gehen, dass der Grundregel der Börse entspricht.

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