Zertifikate-Schule heute Daimler-Aktienanleihe

Aktienanleihen sind ein besonderer Zertifikat-Typ. Die Bezeichnung Anleihe soll bewusst Sicherheit suggerieren. Oberflächlich betrachtet sind diese Produkte tatsächlich wie Schuldverschreibungen konstruiert.

Man verleiht sein Geld, wird damit zum Gläubiger, erhält Zinsen vom Schuldner und am Ende der vereinbarten Laufzeit erhält man das investierte Kapital zurück.
Der Unterschied fällt erst beim genaueren Betrachten der Produktbeschreibung auf. Die Rückzahlung des Kapitals ist immer an eine Bedingung geknüpft. In der Regel darf am Ende der Laufzeit der Preis der zugrunde liegenden Aktie nicht unter einem bestimmten Wert liegen. Ansonsten erhält man eine feste Anzahl der Aktien, die sich aus der Division des Nominalen durch den o. g. Grenzwert des Aktienkurses ergibt.
Klar wird es anhand des folgenden Beispiels:
Daimlerakie steht zur Zeit bei 27 €. Die Aktienanleihe schüttet 28% per annum aus und zahlt das investierte Kapital zurück, wenn der Aktienkurs am 31.07 dieses Jahres nicht  unter 14,45 € steht. Steht er darunter also z.B. bei 5 €, dann erhält man statt zum Beispiel 1000 € zurück 1000/14,45 also ca. 69 Aktien eingebucht. Die hätte man auch im Markt zu  5 € kaufen können. Man macht somit 60% Verlust. Da helfen am Ende auch die Zinsen nicht.

Mein Hauptkritikpunkt an der AA ist die Bezeichnung. Denn es handelt sich dabei um ein Optionsgeschäft genauer gesagt ein Stillhaltergeschäft. In diesem wird Privatanleger zum Stillhalter und der Emittent kauft die Option. Es ist also vom  Risikoprofil her das Gegenteil des Anleihenkaufs, ein spekulatives Geschäft, in dem der Käufer viel mehr verlieren kann, als er investiert hat.

Ich frage mich, wer denn an diesen Hebelprodukten überhaupt interessiert ist. Das Interesse an Stillhaltergeschäften hält sich in Deutschland in Grenzen. Meine fast zweijährige Karriere als Blogger zeigte erstens wenig Interesse und noch  weniger Verständnis für dieses Thema. Deshalb können es nur die Unwisssenden  und die Spieler sein, die Aktienanleihen kaufen. Oder doch nicht? Die Umsätze bestimmter AA sind recht hoch, wenn man es mit anderen Zertifikaten vergleicht.
Sind es wirklich nur überdurchschnittliche „Zinszahlungen“, die das Massenpublikum anziehen? Oder kann man mit diesen Zertis vielleicht risikoarm Geld verdienen, ohne einen Verlust zu befürchten?

Meine Analyse zahlreicher Produkte zeigte, dass die Verzinsung der Aktienanleihen in der letzten Zeit recht ansehnlich geworden ist.
Beispiel:
WKN SFL95X   – Emittent Sal-Oppenheim.
Die Anleihe ist fällig am 24.07.2009. Die Jahresverzinsung (Kupon p. a.) beträgt 28,5%). Man bekommt das eingesetzte Kapital immer zurück, es sei denn die Daimler-Aktie steht am 24.07 bei 14,45 € oder tiefer. Dann erhält man 69,2 Aktien pro investierte 1000 €.

Kann man damit Geld verdienen? Ja, wenn man es richtig macht und sich entsprechend gegen den Kursrückgang des Basiswertes absichert. So habe ich es auch gemacht. Im Prinzip kann man bereits durch den Kauf einer analogen Anzahl von Verkaufsoptionen (Puts) eine gute Rendite erzielen. Ich habe zusätzlich meine Lieblingstechniken angewandt und kaufte gleich Spreads. Damit reduzierte ich die Put-Kosten.
Im Übrigen, wird die o. g. Aktienanleihe zurzeit bei 109 gehandelt. Ein Kauf zum jetzigen Zeitpunkt lohnt sich kaum noch.

Veröffentlicht von Option_Basil

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