Algo Trading – das Thema 2012

Plötzlich es ist wieder da. Nach dem Flash Crash 2010 kam die Diskussion auf. Algorithmen sind die Crashverursacher.

Wegen der Eurokrise kam es zu einem Stillstand in der Medienpräsenz des autoamatisierten Handels.  Nun beginnt die Euro-Krise zu langweilen und man sucht offensichtlich nach bewährten Themen.

Deshalb wohl erscheinen überall Artikel über Algo-Trading. Ich habe mir einige Berichte angeschaut, z.B. im Manager Magazin

http://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/0,2828,808923-2,00.html

Oder man findet inzwischen einige Portale wie http://www.automatedtreder.net.

Und man findet überall das Gleiche. Das heißt gar nichts Neues. Es ist erstaunlich, wie bedeckt sich die Branche hält. Ist es wirklich so lukrativ und man will bloß kein Wort über die eigenen Strategien ( Algorithmen) verraten.

In dem o.g. Portal sind die meisten Artikel nur für zahlende Abonnenten ersichtlich. Die wenigen freien sagen gar nichts aus.  Man kann die enthaltenen und oft vervielfältigten Informationen in wenigen Stichworten zusammenfassen:

1. Werbung für neue noch schnellere Technologien. Hier redet man mittlerweile von Mikrosekunden, die über den Gewinn entscheiden würden. Ich finde stets die gleichen Anbieter, die ich im Laufe meiner Tätigkeit bei der Deutschen Bank kennen lernte.

2. Über die typischen Strategien schweigt man sich tot. Wohl aber wird auf die künftigen Herausforderungen hingewiesen. Es gilt, nach neuen Korrelationen zu suchen. Und es wird mit schwierigem Umfeld gerechnet, da die Wettbewerber immer zahlreicher werden.

3. Immer wieder fällt das Stichwort Hochfrequenztrading. Sein wahrer Nutzen bleibt im Verborgenen. Ich habe bisher nur einige Hinweise den Veröffentlichungen entnehmen können.

– Offensichtlich schaffen es einige Händler mit superschnellen Programmen, die Orders zu erkennen, bevor diese in das Orderbuch platziert werden. Desweiteren gibt es raffinierte Software, die Market Orders rechtzeitig erkennt, noch bevor es zur Ausführung  kommt. Die Idee ist simpel. Weiß ich , dass in zwei Millisekunden eine große unlimitierte Order den Markt erreicht, dann kann ich doch bei der Kenntnis des Orderbuches den voraussichtlichen Ausführungskurs berechnen. Mit dieser Information kann ich jedoch rechtzeitig eine Gegenorder mit dem für mich günstigsten Limit  in den Markt stellen.

Diese sog. flash Orders sind in den USA üblich. Was ich nicht verstanden habe, ob man sie quasi abonnieren kann, und was es kostet.

Wie auch immer, es gibt Alternativen.

Zum Beispiel kann ein geschicktes Tracken ( = verfolgen) des Kurs/Volumen – Verhaltens einer Aktie durchaus sinnvoll sein, wenn man in sehr kurzen Zeiträumen reagieren kann. Das gehandelte Volumen verhält sich regulär und korreliert zum dem Kurs, wenn auch nicht linear.

4. Die Performance. Darüber muss man lange recherchieren. In der Tat scheint das Geschäft sehr lukrativ, deshalb wird kaum darüber berichtet. Unten habe ich einen Übersichtsartikel angehängt. Solange die Transaktionssteuer nur eine Drohung ist, klingelt die Kasse.

http://www.itg.com/news_events/papers/AlgorithmicTrading_2.24.2005.pdf

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