Option Investment und was tun gegen unfaire Market-Maker

Am letzten Tag, dem Großen Verfall hatte ich einige Positionen zu rollen. Ich meide es, vor dem Verfall zu handeln. Notfalls nehme ich eine Ausübung in Kauf. Oft ist der erzwungene Kauf oder Verkauf ein Bestandteil meiner Strategie. Außerdem produziert das häufige Rollen der Positionen oft einen Haufen Gebühren. Überlegen Sie sich. Wenn man 6 Positionen hält und jeweils nur einmal im Monat aktiv werden muss, macht das schon 6x 15 ( Beispielkommission) x 12 = 1080  Euro im Jahr aus. Bezogen auf ein Depot von 10.000 machen die Gebühren somit 10% aus.

Deshalb greife ich in den Markt nur ungerne vor dem Tod der Optionen ein. Nun aber am letzten Freitag musste ich einen DTE-Put im März glattstellen. Ich war im Auto unterwegs. Deshalb rief ich meinen Broker an.

Ich: Ich möchte die DTE-Puts auf der Shortseite glattstellen. Wie ist die Taxe?

Broker: 0,24/0,26

Ich: geben Sie bitte 0,25 ein.

Broker: Erfasst und abgeschickt.

Ich: Und? Ausgeführt?

Broker: Nein, die Taxe steht plötzlich bei 0,23/0,25.

Ich: Dann warten wir eben.

Es war übrigens kurz nach 17:00 Uhr. Kurz vor 17:30 Uhr ist die Order zu 0,25 gelaufen.

Immer das gleiche Spiel. Die Marketmaker verwenden mittlerweile einfache Software, die die Geld/Brief-Spanne stets anpasst. Gäbe es dem MM nicht, dann würde sich nach meiner Order der Spread auf 0,24/0,25 ändern und eine Ausführung käme zeitnah zustande. So aber macht man mir das Leben schwer.

Ist aber nicht schlimm, Market-Making ist schließlich ein schwieriges und inzwischen wenig profitables Geschäft.

Man kann aber auch die vorhesagbare Reaktion der MM ausnützen.

Beispiel:

Viele kleine Nebenwerte aber auch Optionsserien werden durch Market-Maker betreut, sprich quotiert. Natürlich machen sie es nicht selber, sondern überlassen die Aufstellung der Geld/Brief-Spanne wiedermal der Software.

Angenommen der letzte Kurs der Aktie einer kleinen wenig gehandeltem AG steht bei 20. Die Quotes sind  100 19,5/20,5 100. Ich kaufe ein Stück  zu 20,5. Der Spread steht nun bei 100  20,0 /  21,0 100. Ich kaufe noch ein Stück und bringe den Spread auf 20,5/21,5 ( letzter Kurs 21,0). Und jetzt noch einmal. Diesmal kaufe ich zu 21,5.  Die Geld-Brief-Spanne steht nun bei 100 21,0 /22,0 100

Jetzt kommt der Verkauf. Ich verkaufe 100 Stück zu dem Geldpreis 21,0. Ich habe also drei Stück zum durchschnittlichen Preis 21,0 gekauft und verkaufe zu diesem Preis gleich 100 Stück. Nicht schlecht, oder?

Und es funktioniert, glauben Sie mir! Man muss es nur unauffällig und schnell tun. Und last but not least, auch die MM denken mit und lassen die Software oft anpassen.

Viel Spass bei Traden! Ich bin gespannt auf die Erfahrungen der Leser.

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Kommentare

  • ahmet  On April 2, 2012 at 12:17 am

    interessant !!

    ich nenne sowas kursmanipulation !!!

    und sowas ist strafbar

  • Lars  On November 12, 2013 at 12:42 pm

    Ja, die Market Maker sollten immer bestraft werden.

    • Adrian Gohla  On November 12, 2013 at 3:09 pm

      Quatsch, vom „Bestrafen“ sprach hier kein Mensch. Es ist halt ein Markt, in dem es auf den Profit ankommt. Einer gewinnt,der andere verliert. Ich wollte nur Privatinvestoren vor dem Spiel warnen.
      Letzten Endes solange die Liquidität in Aktienoptionen niedrig bleibt, wird so zugehen.
      Der Beitrag liegt schon fast zwei Jahre zurück.

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