Alterspyramide und das Wirtschaftswachstum oder warum die Weisen und Alten eine Stagnation bedeuten

Immer wieder wird in Deutschland das Wirtschaftswachstum beschworen. Es ist wie die Regenbeschwörung in Afrika oder anderswo. Je lauter man in den Himmel schreit, desto wahrscheinlicher wird der Regenfall .

Dabei wird gerne vergessen, dass sich unsere Gesellschaft verändert hat und möglicherweise mit einem Wachstum wie in den Nachkriegsjahren nicht mehr kompatibel ist. Der Anteil junger Menschen bei uns sinkt dramatisch. Ich merke es zum Beispiel in den Hotels. Ich verreise bereits seit 1997, meist dienstlich. Wenn ich jetzt auf das Publikum Frühstückssaal schaue, dann sehe ich fast zu 100% mehr oder weniger ergraute Köpfe. Anderes Beispiel. Mir ist längst aufgefallen, dass gerade an Wochenenden ein sehr hoher Anteil an Senioren unterwegs ist. Man sieht mittlerweile immer seltener den Klassiker – den aggressiven BMW-Fahrer Mitte Dreißig. Ich werde wehmütig…

Sagen Sie mir bloß, woher dieses so ersehnte Wachstum kommen soll, wenn immer weniger Leute im Arbeitsprozess aktiv sind.

Im folgenden  Link  habe die den Vergleich der Alterspyramiden Türkei und Deutschland gefunden.

http://hieaetten-sie-gewusst.blogspot.de/2012/01/bevolkerungspyramiden-im-vergleich_22.html

Türkei – ein boomendes Land , in welchem die Menschen zwischen 20-30 die zahlreichste Altersgruppe bilden.

Sie treiben das Wachstum, indem:

–          Sie risikobereit sind und Firmen gründen und zwar mit geliehenem Geld

–          Sie konsumieren

–          Sie kaufen zu überhöhten Preisen  und ermöglichen die Existenz ganzer Branchen. Oder haben Sie schon viele Senioren in Starbucks gesehen?

Menschen ab 45 denken anders:

–          Sie sind auf Sicherheit bedacht. Das heißt, keine neuen Schulden. „Es ist ein gutes Gefühl“, sagte neulich ein zufällig getroffene Ex-Kollege, nachdem er von der vorzeitigen Rückzahlung seines Immobilienkredits stolz berichtet hatte. Diese Leute werden nicht die Geldnachfrage ankurbeln…

–          Sie überlegen gründlich, bevor sie kaufen. Das ist zwar gut für die faire Preisgestaltung, aber schlecht für das Wachstum.

–          Sie kaufen keinen Quatsch sondern Waren, die hohe Qualität haben, oder zumindest haben sie diesen Anspruch. Hochqualitative Waren bringt oft keine hohen Gewinnmargen…

Ich bin also der Meinung, dass wir auf Dauer keine Veränderung der Zinsentwicklung sehen werden. Und auch nicht ein stabiles Wachstum, wie wir es noch Ende der 1990 Jahre erlebt haben. Dafür muss entweder eine ganz neue Branche erfunden werden oder eben die Gesellschaft jünger werden.

Übrigens sieht es mit Japan  mit der Korrelation Alterspyramide – Wachstum ähnlich aus. Und wir sehen dort faktisch negative Zinsen…

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