Fachkräftemangel und der Volkssturm in der deutschen Wirtschaft

Adrian Gohla Essay

Fachkräftemangel und der Volkssturm in der deutschen Wirtschaft

Vor wenigen Tagen bestellte ich eine CD mit einem offensichtlich nicht jugendfreien Spiel.

Die Lieferung erfolgte heute. Plötzlich tauchte ein bärtiger gestresst wirkender Mann vor der Tür.  Tür auf, keine Regung in seinem Gesicht. Mit strengem Blick fragte er mich:

„Bis Du Gohla?. Bitte Ausweis“. Dann wurde mir klar, dass er die CD nur dann aushändigen darf.

Schnell das geforderte Dokument geholt. Angesehen wurde es nicht, weil der Herr verzweifelt versuchte, in seinem mitgebrachten portablen Notizbuch irgendwelche Daten aufzurufen, bzw. einzugeben. Jetzt fiel mir sein Namensschild auf. „ Hermes“ „Mohamed“.

Nach zwei misslungenen Versuchen gab er schließlich auf und rannte davon.

Diese Begegnung ist symptomatisch. Sie spiegelt die Misere am deutschen Arbeitsmarkt wider.

Der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt fehlen Arbeitskräfte.  Sie fehlen überall und haben zwei klare Ursachen. Erstens haben die Deutschen viel zu wenige  Kinder. Kinderkriegen ist  offenbar der erste Schritt in Richtung Armut. So wird zumindest gerne in den Medien behauptet. Zum Teil auch zurecht.  Eine Frau, die alleine Kinder erzieht, wird vielfach dafür bestraft. Erstens kann sie weniger konsumieren. Zweites bekommt sie kleine Rente, weil sie nicht arbeitet und drittens werden ihre Kinder für die Renten der Kinderlosen aufkommen müssen.

So ist es aber überall. In Frankreich und GB sind die Bedingungen noch viel schlechter. Nein, es ist in erster Linie eher der unsere Wunsch, vollkommen frei und vor allem besser als der Nachbar zu sein. Wir Deutschen wollen außerdem stets alles unter Kontrolle haben. Vor allem die eigenen materiellen Verhältnisse.

Die Großverdiener wollen auch keinen Nachwuchs. In meinem  6-köpfigenProjektteam bin ich der einzige mit Nachwuchs.

Der fehlende Nachwuchs ist eine Ursache, der andere sind die niedrigen Gehälter. Fragen Sie einen Polen, wohin er gerne auswandern würde. Zuerst  sind Norwegen und die Schweiz dran. Warum? Weil man dort als ausländische Arbeitnehmer besser aufgehoben ist.

Fakt ist, dass uns offenbar  Arbeitskräfte fehlen. Es werden nun Dilettanten, Schulabbrecher und Faule beschäftigt. Viele sprechen oft kein Deutsch mehr. Vorbei sind die Zeiten, als ich vorsichtig auf meinen leichten Akzent angesprochen wurde.

Heute ist es in, gar kein Deutsch mehr zu sprechen. Fahren Sie zum Frankfurter Flughafen. Sie werden keinen deutschen Muttersprachler im Sicherheitsbereich finden. Gehen Sie, was ich Ihnen nicht gönne, ins Krankenhaus. Ein deutscher Arzt wird dort eher eine Ausnahme sein.

Mit den vielen ausländischen Arbeitnehmer verschwinden allmählich die alten deutschen Tugenden, die unser Leben Jahrhunderte geprägt haben. Gewissenhaftes Arbeiten, Drang zum Perfektionismus, eiserne Disziplin bei den Arbeitszeiten und eine starke Konzentration der persönlichen Belange auf das Arbeitsleben.

Ich würde gegenwärtig die Lage mit der im dritten Reich zum Kriegsende vergleichen, als aufgrund des Männermangels die Alten und Jugendliche an die Front mussten. Diese Bewegung, auch als Volkssturm bekannt, hat die Niederlage nicht abwenden können.

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