DAX – doch eine Bärenfalle?

War das schon alles?

Der vermeintliche Beginn einer großen Korrektur könnte zu einer typischen Bärenfalle werden. Die implizite Volatilität ist zwar im Laufe der Woche kräftig angestiegen, sie geht aber heute gleich um 50% zurück. Warum sollte jemand verkaufen, wenn es eher keine Alternativen gibt, außer man zahlt Strafzinsen. Und so sind wir wieder bei der alten Frage zurück – wann kommt endlich der Crash ( ausgesprochen Krasch).

Wie war es früher? Ich verfolge das Börsengeschehen erst seit 20 Jahren und habe deshalb einen beschränkten Horizont. Über die Ereignisse 1987 will deshalb nicht schreiben, viele vor mir haben es bereits getan.  In meinem Blog und Coaching versuche ich, solange es geht, eine sehr persönliche und subjektive Sichtweise zu vermitteln.

I990 – der zweite Golfkrieg. Ich war damals an der Uni und kann mich an die allgemeine gedrückte Stimmung gut erinnern. Man wusste nicht, welche Folgen der Krieg im Nahen Osten für die gesamte Region haben könnte. Man fürchtete das Schlimmste, von brennenden Ölfeldern in der ganzen Region war die Rede, von ewig verdecktem Himmel, ja einige grüne Politiker haben sogar eine gigantische Klimaveränderung prophezeit. Natürlich wusste jeder, das sei wahrscheinlich Quatsch, aber wer weiß…

Die Realität war wieder mal ernüchternd. Kuwait wurde schnell besetzt, sprich befreit und Saddam zurück verdrängt. Die Börsen haben  bis zum Beginn der irakischen in deren Erwartung stark nachgegeben und stiegen danach ab August 1990 wieder an.

Die Rally ging weiter.

1997 kam es zur nächsten großen Korrektur im Rahmen der Asienkrise. Damals handelte ich bereits an der Börse, gewann bis Sommer 1997 viel Geld und steckte gleich die ersten Verluste ein. Es war aber eher harmlos und die Ursachen haben mich nicht besonders interessiert. Offensichtlich lagen sie in der verfehlten Wirtschaftspolitik der Tigerstaaten. Hohe Verschuldung, Haushaltsdefizite und so weiter. Die allgemeine Nervosität sprang schnell auf die europäischen Börsen über.

1998 – Russlandkrise – die Fortsetzung der Asienkrise- Abwertung des Rubel und die Stunde der Oligarchen. Warum damals die deutschen Aktien so viel am Wert verloren haben, weiß ich nicht wirklich. Das deutsche Investitionsvolumen in Russland war doch gar nicht so hoch. Es wird wohl an den vorausgegangenen Kurssteigerungen gelegen haben. Man machte Kasse.

2000 – Dotcom –Krise – die Ursache war die allgemeine Börsenhysterie im beginnenden Zeitalter des Internet. Damals glaubte keiner so wirklich, dass die Aktien fallen könnten. Und auch, nachdem sie bereits stark nachgegeben hatten, hieß es immer in den Medien, dies sei noch keine echte Korrektur, weil der Markt sich zuerst vom ersten Kurssturz erholen müsse und so weiter.

Und schließlich 2007 – auch hier sprach Chef der Deutschen Bank Anfang 2008 – „Wir sehen den Beginn vom Ende der Krise“, die ja eigentlich nur den US-Markt beträfe.

Was haben die Korrekturen gemeinsam? Erstens herrschte eine große Verunsicherung. Was kommt jetzt? Es kam zu einem politischen oder wirtschaftlichen Ereignis, das unerwartet war und dessen Folgen nicht absehbar.

Im Moment ist so etwas nicht auszumachen. Sogar die Pleite der USA würde niemanden überraschen.  Vielleicht der kollektive Ausfall Nordeuropas? Oder ein neuer Konflikt. Oder der Zerfall der EU aufgrund eines unerwarteten Wahlergebnisses. Oder eben ein massiver Schaden, verursacht durch die Natur. Das wäre noch das beste Szenario, denn  dann würden die Börsen solange fallen, bis das Ausmaß des Schadens bekannt geworden ist.

Machen wir uns keine Hoffnungen. Solange alle auf günstige Einstiegskurse warten, passiert wenig.  Obwohl jeder vernünftige Mensch weiß, dass die Schuldenaufnahme auch ihr Ende finden muss.

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Kommentare

  • bananenbully  On Dezember 6, 2013 at 10:48 pm

    Schau mal, bei 9000 sind an der Eruex nun schon über 50.000 Kontrakte Put wie Call zum Verfall in 2 Wochen offen. Hatte ja bereits vor ein paar Wochen drauf hingewiesen. Wäre doch ein super Ziel für die Stillhalter 100.000 Kontrakte auf einem Schlag wertlos.

    • Adrian Gohla  On Dezember 6, 2013 at 11:14 pm

      Sehr interessant!
      Ich habe es in der Tat übersehen, da ich im Moment keine offenen ODAX-Positionen halte. Noch vor wenigen Wochen sah die Struktur anders aus und es gab viele offene Kontrakte verteilt über mehrere Strikes. Das heißt aber für mich, die meisten setzen auf 9000, nicht mehr nicht weniger.

  • Anonymous  On Dezember 10, 2013 at 4:13 pm

    Nach Bärenfalle sieht es noch nicht aus … DAX -0,9%
    Was sagen Sie dazu?

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