Michael Schumacher Effekt und die Börse

Es ist ein seltsamer Markt. Die steigenden Kurse zum Jahresbeginn überraschen nicht. Statistisch war es in der Vergangenheit meistens so, es seit denn in den Monaten zuvor war die Stimmung bereits schlecht. Aber was heißt schon „statistisch“? Wir befinden uns seit 2009 in einer Rally. Der DAX hat sich verdreifacht. Zuvor hatte es eine kurze Krise gegeben und in den Jahren 2003-2007 ging es auch nur aufwärts. Und in den 1990er sowieseo.

Die Auswertung historischer Daten hat also nur einen bedingten Wert. Die Märkte tendieren nach oben, da Unternehmen stets unter Druck stehen, effizient zu produzieren.  Die zwischendurch vorgekommenen Börsenstürze haben letztlich nur die Wiederaufnahme des Aufwärtstrends ein wenig verschoben. Sehr beflügelnd wirkten dabei immer Kriege, egal ob ein Weltkrieg oder im Nahen oder fernen  Osten.

Zurzeit scheinen alle in den Startlöchern zu sitzen und auf den Crash zu warten.  So heute auf ntv sagte der Liebling der Medien Dirk Müller, er glaube , der Anstieg sei völlig irrational aber auch er könne nur noch mitschwimmen und sei deshalb mit 50% Aktienquote dabei.

Ein wenig wie eine Reise nach Jerusalem, oder – den letzten fressen die Hunde, sagte man bei uns in Schlesien.

Es gibt sicherlich andere Gründe, warum es weiter steigt. Die niedrigen Zinsen wirken für die potenziellen Verkäufer demotivierend. Und die Aussicht auf Dividenden ebenfalls. Bitte nicht vergessen, die meisten Blue Chips zahlen und zwar gut! Schauen Sie sich die dividenden-kalender.de und andere Portale an. Zwar wird hier und da etwas weniger erwartet, etwa bei K+S, generell ist mit einem Geldsegen zu rechnen.  Gleiches gilt für die US-Unternehmen.

Es gibt aber die ersten Anzeichen des aufkommenden Gewitters. Erstens braut sich in Asien etwas zusammen. Unbemerkt von der Öffentlichkeit fällt der chinesische Markt wie ein Stein hinunter. Der Chart unten zeigt den Shanghai A Index. Seit der Krise 2009 geht es nur noch bergab. Sind die 2000 wirklich eine technische Unterstützung, die die so sehnsüchtig erwartete „Erholung der Schwellenländer“ markiert? Ich glaube es nicht. Ich glaube nicht an ruhige Kursbewegungen an der Börse. Eine  Wellenbewegung ist ein Traum, unsere Wahrnehmung des eigentlich sehr digital verlaufenden Kursbildungsprozesses in den Märkten.

Und so sind wir beim Schumacher-Effekt gelandet, genannt nach dem verletzten Sportler, für dessen baldige Genesung ich bete! Man hat bei diesem Mann mit allen Szenarien gerechnet, nicht aber mit einem lebensbedrohlichen Unfall auf Skiern mit mäßiger Geschwnidigkeit. Oder?

Ja, es ist der Truthahn aus dem „Schwarzen Schwan“ von N. Taleb. Er kennt nur einen Weg – nach oben- jeden Tag essen, wachsen und sich des Lebens freuen. Egal wie man seinen „Chart“ interpretiert, findet man keine Hinweise auf die Zukunft und das abrupte Ende vor dem Fest. Ich zitiere das Buch eigentlich ungerne.

Die Statistik hilft uns nicht viel.

Was tun also?

Langlaufende Puts kaufen? Sicherlich keine schlechte Idee, aber bedenken Sie, dass man es schon vor einem Jahr geraten hat.

Investieren und schnell ausstiegen? War es auch nicht 1987 so- auf Pump kaufen und hoffen, dass man notfalls schnell verkauft.

Ich denke wirklich, am besten einen kleinen Teil in die Märkte werfen und einfach mit Freude riskieren. Wie im Kasino. Dort greift aber zumindest die Statistik…

 

Charts m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

Zuerst DAX und die weiter fallende Volatilität

Chart

 

Und jetzt der China-Index

Chart1

 

 

 

 

 

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