Zinserhöhung im September – diese Prognose wird nicht zutreffen

Und ich muss mich totlachen. Die FED wird im September Zinsen erhöhen. Ich kann dir garantieren, es wird nichts daraus. Oder wenn überhaupt, dann wird diese Zinserhöhung nur minimal ausfallen und für lange die einzige sein. Warum ich mir ausnahmsweise so sicher bin?

Weißt Du, ich lebe schon länger auf dieser Welt. Die alten Weisheiten haben sich längst relativiert. Aber es kamen neue dazu. Zum Beispiel, dass die volkswirtschaftlichen Prognosen grundsätzlich nicht stimmen. Dazu habe ich einen älteren Artikel in Blicklogg ausgegraben.

http://www.blicklog.com/2012/10/31/volkswirtschaftliche-prognosen-fehlerquote-hat-zugenommen/

Anscheinend existieren zahlreiche Studien , die belegen, dass Prognosen ungenauer werden und sogar systematisch daneben liegen. Ich habe mich mit der Ökonometrie wenig befasst. Aus gutem Grund. Kann deshalb nur allgemein über die angewandten Methoden sprechen. Aber eines weiß ich. Kurzfristig überschätzen die Prognosen, welcher auch immer Art, das Ausmaß der Veränderung und langfristig tun sie das Gegenteil.

In den Zeiten meiner Kindheit sprach man oft über die bevorstehende Ölknappheit. Wenn ich mich nicht täusche, taxierte man die verbliebene Zeit auf 70 Jahre. Das heißt in 30 Jahren ist das Öl alle. Sogar ein Kita-Besucher weiß, dass dies Quatsch ist.

Und weitere Volltreffer, nicht unbedingt ökonometrischer Natur sind:

– Das Internet wird in einem Jahr zusammenbrechen – diese Aussage habe ich sogar vor 9 Jahren gehört und kommentierte sie im Blog

– „In wenigen Jahren ist eine Bank mehr ein Technologiekonzern als ein Geldinstitut“ Dr. Breuer damals CEO Deutsche Bank.

– Prognosen zum bemannten Marsflug – ich habe zuletzt von 2030 gehört. Never!

Egal was man betrachtet, es wird stets kurzfristig zu viel und langfristig zu wenig erwartet.

Zurück zu der Zinserhöhung. Die Voraussetzungen für eine Zinserhöhung der FED sind ein verstärkter Geldfluss aus den Emerging Markets. Wenn diese Länder die europäischen Anleihen verkaufen, dann kann es mit den Preisen nur noch abwärts gehen. Und dann müssen die Zinsen steigen. Die Frage ist nur, ob es o bleibt. Denn bis September kann sich manches ändern. Zum Beispiel kann die US – Konjunktur nachlassen.   Dann heißt es plötzlich, man schaue optimistisch auf Aktien und die Jahresendrally könne beginnen.

Es kann natürlich noch anders kommen, die Ukraine – Krise spitzt sich zu, die IS greift die Türkei an und in EU kommt es zu zahlreichen Terroranschlägen. Oder Israel wirft eine Atombombe auf einen Nachbarstaat. Bei diesen oder anderen Szenarien werden die Banken sicherlich eher geneigt sein, Zinsen zu senken, da die Aktienmärkte sehr empfindlich reagiert haben.

September als der schlechteste Börsenmonat ist wahrlich unpassend für die Zinserhöhung. Es sei denn jemand will sich mit den Puts auf die Aktienindizes bereichern.

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