FB oder Scientology -Ansatz

Sicherlich kann man über die Märkte eine Meinung haben. Auch wenn die meisten glauben, ihre sei die richtige, kann dies nur zufällig korrekt sein. Da der Zufall keine Grenzen kennt, kann man auch mit der eigenen Meinung sehr oft richtig liegen.

Inzwischen habe ich viele sogenannte Freunde auf Facebook. Ich kenne zwar nur wenige von ihnen, genieße dennoch,  um die Bestätigung einer Freundschaftsanfrage gebeten zu sein. Diese „Freude“ haben alle ein sehr homogenes Profil: männlich (leider), zwischen 30-45. akademische Bildung, frustriert oder gelangweilt im Beruf. Also so wie ich vor Jahren J

Sehr naiv in Bezug auf Finanzmärkte sind sie sowieso. Das persönliche Vorbild ist der coole Südseereisende, der durch den gelegentlichen Börsenhandel sein beträchtliches Einkommen erwirtschaftet. Erfolgreich, sexy, entspannt und natürlich hochintelligent.

Am Anfang gilt das Intraday-Trading als der Schlüssel zum Erfolg. Der Charme dieser Art der Geldverwaltung liegt an der Schnelligkeit, mit welcher man aufgeklärt wird, das sei der falsche Weg. Das sog. „FX-Trading“ – eine perverse Art des klassischen Spot- und Forward-Handels ist speziell darauf ausgerichtet, schnell viel Kasse von immer neuen Greenhorns zu machen.

In ihren 40ern  wenden sich nicht wenige von den Neubörsianern dem Optionshandel zu. Im Prinzip eine kluge Entscheidung, da mit Optionen das eigene Risiko viel besser zu steuern ist. Und man muss zwangsläufig etwas über die Finanzmathematik lernen. Ich kann es aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Erfolgreich mit der eigenen Vermögensverwaltung wurde ich nachdem ich den Optionshandel optimiert hatte.

Bedauerlicherweise werden die gereiften Amateur- Börsianer in dieser Lebensphase von diversen Anbietern aufgefangen. Zu denen gehören: Trading-Akademien, „Institute“ aller Art, Coaching-Anbieter, Seminaranbieter von Training Wochen. Diese Meister im Selbstmarketing binden die Trading-Freunde durch den Scientology-Ansatz.

  1. Zuerst die Grundlagen, umsonst, besser nachzulesen im Internet auch imsonst.
  2. Du verstehst es nicht? Kein Problem, in der nächsten Seminarreihe erfährst Du mehr.
  3. Nach der nächsten Seminarreihe stellst Du fest, viel weiter hätte es Dich nicht gebracht.
  4. Die Antwort der Scientology Börsen-Prediger ist einfach: „ Das nächste Level ist mit dem noch teureren Seminar zu erreichen.
  5. Und so weiter. Zwischenzeitlich werden auch ein paar Bücher angeboten
  6. Das Dumme dabei, dass die Menschen, ähnlich wie in den Sekten, angezogen durch das Charisma des Seminaranbieters sehr lange zu der Sekte stehen. Wenn das Marktumfeld zusätzlich günstig bleibt, ist das Glück perfekt. Das Bedürfnis, einer erfolgreichen Gemeinschaft anzugehören, scheint ganz oben zu stehen.
  7. Spätestens nach der nächsten großen Korrektur wenden sich viele gegen die Sekte, die jedoch gleich neue Anhänger findet.

Zum Schluss haben viele einiges vor allem aber neue Bekannte kennen gelernt.

Dennoch bin ich stolz auf meine FB „Freunde“. Ich werde stets an meine früheren Börsenjahre erinnert und bekomme gleich am Morgen den ersten Einblick in die Positionen und Grundstimmung der Massen. Das Problem liegt daran, dass viele inzwischen gelernt haben, keine harten Aussagen zu machen. Sie haben erkannt, dass sie die Kurse nicht so vorhersagen können, dass man davon als Händler profitiert. Zwar sehen die Kursmuster stets ähnlich aus, aber die kleinen Abweichungen machen eine Prognose unbrauchbar. Eine offensichtliche Tatsache, auf die ich immer wieder aufmerksam mache. Wenn alle verkauft haben, sei es Aktien oder Optionen, wer soll bitte für das neue Angebot sorgen, welches jedoch notwendig ist, um den Preisverfall zu erzwingen?

Eines Tages kommen alle zum Schluss, dass das Anbieten von Seminaren der bessere Weg zur finanziellen Unabhängigkeit ist.

Überlegen Sie sich. Sie erzählen drei Tage 10 Leuten irgendetwas über erfolgreiche Börsenstrategien, kassieren 800 Euro pro Person.  Wo gibt es ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis?

Wie  man mit einfachen Optionsstrategien doch Geld machen kann, schreibe ich im nächsten Beitrag.

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