Gegen den starken Markt hilft nur, auf das Unglück zu warten.

 

Doch dieses Unglück lässt auch sich warten. Die Konjunktur läuft, Unternehmen verdienen und zahlen Dividenden. Was kann den Trend umdrehen? Natürlich wird erst danach klar, warum die Märkte korrigieren. Vorher war die Welt immer in Ordnung. Vielleicht werden es die steigenden Zinsen in den USA? Vielleicht etwas Unvorhergesehenes aus den USA oder China.

Aber müssen wir auf die Trendwerde überhaupt warten? Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass die Aufwärtstrends oft durch unangekündigte Korrekturen unterbrochen werden, die eine hervorragende Gelegenheit zum Kauf darstellen. Oder andersrum, wir können mit wenig Aufwand auf fallende Kurse setzen. Schlecht diese Idee nicht, wenn man bedenkt, allerdings steigend die Put-Preise. Die Skew (unterschiedliche Volatilitäten für unterschiedliche Serien) ist je nach Optionsserie an der EUREX beträchtlich.  Zurzeit sind an der EUREX fast dreimal so viele offene Put wie Call—Kontrakte. Und deren Preise sind höher als die der Calls. Die implizite Volatilität der Puts weit aus dem Geld liegt deutlich höher als die der Calls beim gleichen Delta.

Wenn man also Puts kaufen will, dann sollte man bedenken, dass sie etwas teuer sind und möglicherweise der Einsatz wertlos verfallen wird.

Zu den weiteren Aussichten kann ich nur anhand der EUREX-Open Interest urteilen.

Die meisten offenen Call-Positionen liegen zwischen 13600-13700 und auch bei 14000. Ich würde daraus schließen, dass wir zum Februarverfall den DAX bei 13650 erwarten könnten. Ansonsten lassen sich keine weiteren Prognosen aufstellen, da der DAX neue Hochs erreicht.

Mein Optionsdepot habe ich entsprechend umsortiert. Zurzeit halte ich Februar 13650 Calls, wie ursprünglich gedacht, für zu riskant. Der DAX kann deutlich darüber gehen, und danach wieder runter. Dennoch werden die Margin-Nachforderungen meine Strategie zerstören. Deshalb wird ein Update später erfolgen.

Update am 24. Januar. Der DAX hat nun doch etwas korrigiert. Ich habe bereits heute auf einen Kommentar geantwortet. Der DAX eröffnete gestern mit einem UP-Gap, was ein sehr starker Trendindikator ist. Allerdings kann ein Gap mit eiem Sprung oberhalb des Langzeithochs kann sehr gefährlich werden. Viele Handelssysteme haben sich bereits vor Jahrzehnten auf den „Anti-Turtle“ Ansatz fokussiert und warten, bis auf ein neues Hoch eine starke Korrektur folgt, bis auf unterhalb des vorletzten Hochs. Dann wird geshortet.

Und weiter? Ich würde die Korrektur nicht überbewerten.

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Kommentare

  • bananenbully  On Januar 24, 2018 at 11:12 am

    vor Jahren habe ich mal durchgerechnet, ob das Verhältnis von den Handel der Put und Calls in Optionen etwas über eine möglich Richtung aussagt. Dabei bin ich auf folgende Erkenntnis gestoßen. Wenn der Handel der Aktien Optionen im Put Bereich um mehr als 9 % dem Handel der Call Optionen überwiegt, dann ist der Folge Tag Bärisch. In den letzten Tangen war der Handel in dem Bereich trotz steigenden Kursen eher im Bärischen Bereich stärker. Das Sentiment an der Euwax ist auch trotz Alltimehighs im Dax im Durchschnitt recht bullish und nicht wirklich bärisch. Ich persönlich sehe daraus eher die Möglichkeit eines erneuten Rückfalls. Zumal die wirklichen Entscheidungen zu GroKo und Shutdown noch kommen. Wer weiß was sich da zusammen braut. Zumindest würde ich vorsichtig mit Long sein, wenn man schon nicht short geht.

    • Adrian Gohla  On Januar 24, 2018 at 5:08 pm

      Naja, gestern hatten wir einen Up-Gap, der ein sehr starker Aufwärtsindikator im DAX ist. Andererseits stieg der DAX über das letzte Hoch und auf knapp darüber. Heute um 17:30 Uhr könnten die Entscheidung über die kurzfristige Entwicklung fallen. Ich glaube übrigens nicht an irgendeinen Eingluss der deutschen Innenpolitik auf den DAX.

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