Nach dem Verfall im Februar 2018

Die Stimmung hellt auf. So wünschen sich viele. Aber noch mehr wünschen sich, dass die Märkte wieder nach unten drehen. Schauen Sie sich die Meinungen in den sozialen Medien an. Hier und da wird vor „hoher Volatilität trotz steigender Kurse“ gewarnt. Für manche hat der Bärenmarkt bereits begonnen. Und so weiter.

Die Kurse dürften jetzt tatsächlich erstmal steigen. Und zwar bis 13.000-13100. Dort liegen nämlich die meisten offenen Call-Kontrakte an der EUREX, s. unten.  Auf der Unterseite wird nach wie vor die 12.000 Marke als Kursziel der Bären bevorzugt. Charttechnisch dürfte die Fibonacci-Korrektur bei 13.000 beendet sein. Frühestens bei 12600 kommt die Minirally ins Stocken  Alles vorhersagbar, oder? Ich wäre mir nicht so sicher, der Markt ist generell unsicherer geworden. Das wird sich in wenigen Tagen nicht sofort ändern.

Schauen Sie sich unten den VDAX an – Index für die aus Optionspreisen abgeleitete implizite Volatilität. Die Notierungen sind bis auf 40% gestiegen, und lagen somit so hoch wie seit 2011 nicht mehr. Damals nach der Fukushima-Katastrophe glaubte man, die Welt würde untergehen.  2015 kam es im August zum Minicrash. In allen Fällen fiel der VDAX zuerst und sprang später erneut hoch,  allerdings etwas tiefer. Dieses langsame Abklingen dauerte also etwas. In dieser Zeit waren die Aktienmärkte bereits im Aufschwung. Diesmal herrscht eine grundsätzliche Skepsis wegen der steigenden Zinsen. Man sollte also noch länger mit größeren Schwankungen rechnen.

Der Verfall war nicht sehr glücklich. Ich habe zwar effektiv einen Gewinn realisiert, verschob den Verlust sozusagen auf März. Auch wenn alles gut läuft, wird der Verlust zwar deutlich geringer als der zurzeit nicht realisierte, ich komme aus dem Minus nicht raus. Das dürfte wohl 2-3 Monate dauern, ohne dass ich mein Portfolio durch zu viel Risiko gefährde.

Ich habe im Prinzip nicht Falsches getan. Der Markt bewegte sich um fast 1200 Punkte nach unten, das wirft jeden Stillhalter aus dem Spiel. Es sei denn, Sie wissen als Hellseher, wie lange die Korrektur anhält und bleiben solange draußen.

Zuerst habe ich die zwei Februar 12750 Puts mit kleinem Verlust glatt gestellt und eröffnete zwei Puts auf der Shortseite bei 12350. Auf der Longseite waren bereits drei Feb 12000 Puts. Die März-Puts waren sofort im hochem Verlust, die drei Februar –Puts dagegen deutlich gestiegen.

Jetzt kommt wohl der Zeitpunkt, wo ich möglicherweise einen Fehler beging. Als die 12350 Puts getestet wurden, sprich, der DAX sank unter den Strike, hätte ich erneut rollen sollen und zwar auf den April. Das wäre dann ein Verlust von weiteren 1000 Euro und viel Prämie aus dem Roll. Stattdessen verkaufte ich die Long-Puts mit Gewinn und kaufte eine Absicherung bei 11700, die habe ich mit kleinem Gewinn auch verkauft und kaufte einen teuren Hedge bei 11900. Dabei ist es auch geblieben. Gut, auf der Call-Seite gab es ein paar Gewinnmitnahmen.

Fazit:

Die Anzahl der Long-Puts war diesmal zu gering im Verhältnis zu den verkauften Puts. Ich brach die eigene Regel. Somit war das Rollen, erschwert.  Beim nächsten Mal muss man einfach schneller die Position  nach unten rollen, notfalls auf den nächsten Monat.

An alle Anfänger unter den Lesern. Hätte ich nicht gehandelt und ei 12750 Puts bis zum Verfall nicht gerollt,  hätt eich einen Verlust von fast 3000 Euro am Freitag realisieren müssen. Ich wäre wohl aus dem Spiel…

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DAX 15.02.2018 12480
 ODAX  C  MAR18  13300  0  1  0  0  0  0  0  EUR  -1,00  26,50
 ODAX  C  JUN18  13450  0  0  0  0  1  0  0  EUR  -84,00  -449,00
 ODAX  P  MAR18  11750  0  0  0  0  1  0  0  EUR  29,50  -290,50
 ODAX  P  MAR18  11900  0  3  0  0  0  0  0  EUR  -1677,00  1128,00
 ODAX  P  MAR18  12350  0  0  0  0  2  0  0  EUR  -696,00  -1786,00
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