Setzen EUREX-Rally auf eine Jahresendrally?

 

Es wird unruhig bleiben in den Märkten.  Nichts spricht für eine langfristige Beruhigung. Das Zinsniveau in den USA ist schlicht zu hoch für die Wiederaufnahme der Aufwärtsbewegung. Wenn ich über 3% für die US-Staatsanleihen bekomme, dann überlege ich mir wohl, bevor ich in den Aktienmarkt steige, auf welchem inzwischen eine Nervosität allzu deutlich zu erkennen ist. Im Bild unten habe ich den DAX, seine Schwankungen (historische Standardabweichung)  und die implizite Volatilität des europäischen STOXX-Indexes gegenüber gestellt. Die Volatilität scheint seit Wochen langsam mit Zuckungen zu steigen. Es fehlt noch lediglich der ultimative Sprung ( =Crash).

Kurzfristig mag das Bild weniger pessimistisch anmuten. Denn das Jahresende steht bevor und das bedeutet für viele Händler, rette die Jahresrendite. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr man sich in den letzten Jahreswochen auf das Ergebnis fokussiert. Dabei bin ich kein Profi. Es ist einfach ein gutes Gefühl zu wissen, dass die Mühen des Jahres entlohnt werden und am Ende  etwas mehr in der Tasche bleibt als am Jahresanfang. Dabei muss man bedenken, dass der DAX das Jahr bei 13.000 Punkten begonnen hat. Sogar ein minimales positives Ergebnis wäre ein Erfolg.

Für eine kurzfristige Erholung spricht auch die Verteilung der Positionen  (open interests) an der Deutschen Terminbörse EUREX.  Dort geschah in den letzten Tagen, ins. am 31.10 und 1.11) Erstaunliches. Jemand handelte massiv DAX-Calls im November bei den Basispreisen 11950 und 12.000, und zwar jeweils 32.000 Kontrakte. Das ist verdammt viel! Und recht ungewöhnlich. So etwas macht man nicht, um wieder schnell die Position zu schließen. Es ist nicht sicher, wer die Positionen initiiert hat, Stillhalter oder Käufer. Ich habe den Tageschart genauer angeschaut und kam zum Schluss, dass die hohen Umsätze bei steigenden Kursen erfolgten. Es waren also Käufer, mit hoher Anzahl der Kontrakte auf die Fortsetzung der Rally setzten. Mal sehen, ob sie Recht behalten.

Die Crash –Propheten haben ein wenig verstummt. Ich wollte auf einen anderen stillen Crash-Investor hinweisen. Der Hedge Fonds Manager Mark Spitznagel setzt bekanntlich seit 10 Jahren auf extreme Ereignisse, mit den sog. Black Swan Strategien. Ich will hier nicht auf Details eingehen, letzten Endes kauft der Fonds S&P Puts, wenn diese als günstig bewertet werden. Und so wir jeden Monat Geld ein Verlust realisiert, bis der große Tag mit einem großen Sturz kommt. Dann verdient ein solches Produkt Tausende Prozent. Aber welche Rendite ist bisher erzielt worden? Ich habe lange gesucht und fand lediglich in zerohedge.com  einen aktuellen Artikel dazu.

https://www.zerohedge.com/news/2018-09-22/how-fund-betting-end-world-outperformed-sp500

Anscheinend liegt die Performance bei über 12% p. a. Nicht schlecht.

Unbenannt

Hier der EUREX-Auszug mit den November Call-Kontrakten ( Open Interest)

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Kommentare

  • Andreas Javersek  On November 7, 2018 at 10:28 pm

    Hallo Herr Gohla,

    auch ich habe die sehr hohen Umsätze gesehen und mir daraufhin an dem Folgetag die Veränderung des OI zu diesen Strikes angesehen. Sie haben Recht, dass dies sehr hohe Umsätze waren. Das sieht man nicht oft. Ich komme aber in meiner Analyse auf eine andere Schlussfolgerung. Gerne können wir diese diskutieren.

    1. Die Anzahl ist für Privat-Investoren zu groß. Somit Institutionelle Hände.
    2. Eine Erhöhung des OI heißt es sind neue Kontrakte eröffnet worden.
    3. OI steigt nur an, wenn Optionen zusätzlich verkauft werden.

    Wenn wir also davon ausgehen, dass Große Hände hier am Werk sind, sollten man bedenken, dass diese nicht ohne Absicherung arbeiten / arbeiten dürfen.

    Wie hoch wäre aber das Risiko, dass die mit dem Trade eingehen? Ab wann würden die in den Gewinn laufen? Beides ist überhaupt nicht attraktiv. Der Markt muss stark steigen (in relativ kurzer Zeit), damit überhaupt deren Strike erreicht wird. Dann weiter steigen um Gewinne zu machen. Wenn der Dax nur bis 11900 steigen würde, wäre alles Geld weg.

    Wie würden große Hände handeln, wenn diese von steigenden Kursen ausgehen? Ich denke sie würden Futures handeln. Dann brauchen sie sich nicht auf einen Strike festlegen, mit dem Risiko, bei ein paar Punkten daneben alles zu verlieren.

    Bleibt für mich die Variante, dass die Positionen eröffnet wurden, mit dem Hintergrund, dass diese zum Verfall auch wertlos verfallen.

    Wie ist Ihre Sicht?

    Beste Grüße
    AJ

    • Adrian Gohla  On November 12, 2018 at 5:03 pm

      Hallo Andreas, natürlich gibt es viele Gründe, auch für die Instis, Calls zu kaufen. Aber mich interessiert vielmehr, warum haben sich die Käufer mit den Verkäufern bei diesem Strike geeinigt.Hier scheint ein Konsens zu herrschen, was die Ausübbarkeit angeht. Ich muss zugeben, ich glaubte auch an das Szenario, dass man den steilen und schnellen Anstieg des DAX ausnutzen wollte, um sich dagegen zu stellen. Und sobald der Market Maker einen plausiblen Quote stellt, kommt es halt zum Deal. Mit anderen Worten eine massive Spekulation auf den fallenden DAX wäre auch eine Erklärung. Dafür spricht die Tatsache, dass die OI nicht zurückgehen, trotz des schwachen Marktes. Gruß Adrian

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