Monatsarchiv: Januar 2019

Deutsche Telekom – die richtige Strategie vor der Dividende

Die Aktie der Deutschen Telekom gehört zu meinen Lieblingspapieren. Nein, nicht wegen der Dividende. Sondern vor allem, weil ich seit Jahren meine privaten Investments mit Hlfe von EUREX-Optionen betreibe. Die Optionen auf die DTE ( = Kürzel der Deutschen Telekom) eignen sich hervorragend für Coverd Calls und Cash secured Puts. Beide sind neutrale Strategien, die in seitwärts bis leicht steigend verlaufenden Märkten die besten Renditen erbringen. Mit richtiger Absicherung ( =Hedging) sind beide unschlagbar. Ich habe bereits im letzten Jahr mehrfach über meine Transaktionen berichtet und belegte auch meine Ergebnisse. Ich verkaufte Puts mit der Laufzeit 1 Monat und sicherte sich langfristig ab. So konnte ich mehrere Monate die Prämie vollständig als Gewinn verbuchen. Im Prinzip kann man diese Strategie mit Buy and Write kombinieren. Sobald die Puts ausgeübt werden, behalte ich die Aktien und schriebe aggressive ATM Calls. Im besten Fall werde ich die Aktien nach einem Monat wieder los, wenn der Kurs gestiegen ist. Danach schreibe ich neue Puts und so weiter… Dieses ruhige Handeln funktioniert, solange ich das richtige Gefühl für die Volatilität habe. Und ich hattes es viele Monate. Ich wusste, dass die historische also realisierte Vola niedriger als die implizite, die aus dem Optionspreis abgeleitet werden kann. Die historische Vola lag, wie unten zu sehen, oft unterhalb 13%. Die Implizite war immer höher, zurzeit bei 21%.

Bedenken sollten Sie lediglich, dass der Kauf von Aktien wesentlich mehr Kapital erfordert. Ich hielt z. B. 20 Kontrakte, also müsste ich im Notfall 2000 Aktien kaufen, was einem Transaktionswert von ca. 28.000 Euro entspricht. Denken Sie dabei an die Gebühren!

Nun aber scheint sich einiges zu ändern, und ich überlege, das Geschäft vorerst auszusetzen. Es gab eine Reihe Abstufungen, s. unten

https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11181579-deutsche-telekom-aktie-bonner-abgestuft

Und die Bieteraktion für Breitband-Frequenzen. Und die Dividende, die nun nicht mehr in Aktien umgewandelt werden kann. Apropos Dividende. Die Hauptversammlung findet am 28.03.2019 statt. In den Apriloptionen sind bereits die Dividenden-auf und -abschläge enthalten. Deshalb rechnete ich mit einer stärkeren Nachfrage. Vielleicht kommt sie noch. Dann werde diejenigen, die jetzt kaufen, eine recht hohe Dividendenrendite einstreichen.

Was mir noch aufgefallen ist, sein hohe Umsätze der Apriloptionen. Am Freitag sind Tausende Puts über die EUREX gehandelt worden, s. Link

http://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/180102!onlineStats?productGroupId=858&productId=34904&viewType=3&cp=Put&year=2019&month=04&busDate=20190125

Das sind wohl die Großinvestoren, die ihre Bestände vor der nach der Dividendenausschüttung erwarteten Korrektur schützen wollen. In den letzten Tagen verlor die DTE fast 1 Euro oder fast 7%. Die implizite Volatilität ist inzwischen ebenfalls höher. Es bleibt spannend beim einstigen Langweiler.

Was ist nun die richtige Strategie? Am einfachsten wäre es, Aktien kaufen und Puts zum Strike zwischen 13-14. Dieses Puts sind aber teuer und am Ende ist die Absicherung doch nicht so groß. Beliebt sind Volatilitätsstrategie sog. Earnings. Man profitiert durch simultanen Kauf von Calls und Puts von der anziehenden imliziten Volatilität. Oder umgekehrt, man verkauft die Vola kurz vor der Ausschüttung. Beide Strategien mögen im US-Markt sinnvoll erscheinen, für die DTE halte ich sie für wenig geeignet.

Chart m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

 

unbenannt

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Erfolgsfaktoren im Optionshandel, heute der Vorteil

 

Viele Anleger, vor allem die neuen, vergessen eine Grundregel, die entweder intuitiv oder explizit berücksichtigt werden muss, wenn man auf Dauer überleben will.

Hierzu mein Lieblingsbeispiel. Wenn ich mich entscheide, in Hannover am Hauptbahnhof eine Imbissbude zu eröffnen, sagen wir mit klassischem Fast Food Essen. Was wäre meine und hoffentlich auch Ihre erste Frage? Warum sollten die Gäste bei mir und nicht beim Nachbarn kaufen? Und warum kam keiner auf die Idee, ein neues Restaurant zu platzieren? Mit einer solchen Geschäftsidee kann ich Erfolg haben, wenn ich außerordentlich gutes ausgefallenes Essen serviere und das Ambiente nett ist. Oder ich bin sehr günstig und biete dennoch Essbares an. Oder ich mache was anders besser als die Konkurrenz.

Im Börsenhandel gilt das Gleiche. Als Optionshändler muss ich neben der gestern besprochenen Verlustaversion  auch grundsätzlich etwas gut machen. Wo liegt mein Vorteil? Ohne ihn kann ich gleich nach Hause gehen und werde mein Geld früher oder später verlieren.

Wo kann mein Vorteil liegen? Unterschiedlich. Ich kann einfach Glück haben und immer wieder zum richtigen Zeitpunkt ein- und aussteigen. Darauf will ich nicht zählen.

Ich kann in die Zukunft schauen. Sprich, ich habe eine Kristallkugel. Manche nennen es die Charttechnik. Das muss nicht falsch sein, denn bestimmte Formationen wiederholen sich in etwas abgeänderter Form immer wieder.  Aber Optionen sind nicht die richtigen Produkte, um kurzfristig auf eine bestimmte Richtung zu  wetten. Sie sind nicht  linear, das heißt, Optionen reagieren auf die Preisänderung des Basiswertes auf unberechenbare Weise. Dann ist es meistens schon zu spät. Klar, ich kann immer bei einer Korrektur direkt am Anfang teure Puts kaufen und sie dann Stunden später verkaufen. Ich hatte übrigens in den Jahren 2004-2006 damit auch gutes Geld verdient. Das Risiko ist klein und die Chance, dass der Trend sich eine Weile fortsetzt groß. Ist das wirklch ein Vorteil? Eher nicht sondern ich bin de facto passiv im Markt.

Den größten Vorteil können Sie im Markt haben, wenn Sie gegen die Mehrheitsmeinung wetten und zwar mit der richtigen Portion Risiko. Dafür sollten Sie faktisch stets im Markt sein oder zumindest bereit sein, schnell zu reagieren. Wenn also eine Übertreibung nach unten erkennbar ist ( = Panik), dann könnte Ihre Stunden geschlagen haben. Sie können Puts verkaufen, jedoch stets mit dem Hintergedanken, was tun, wenn der Zeitpunkt doch falsch war. Und umgekehrt, wenn alle eine gravierende Veränderung in irgendeine Richtung erwarten, gewinnen Sie Schweinegeld, indem Sie auf Ihre Stillhalterpositionen genüsslich schauen, so wie ich es im Moment tue. BREXIT-Abstimmung hin- oder her. Ich wollte zu der Minderheit gehören, die eben keine Bewegung nach unten erwarten. Wichtig ist dabei, dass in solchen Phasen Ihr Investment nicht zu klein ist. Das heißt, dem Trend folgen und nicht zu früh schließen.

Natürlich gibt es auch andere Vorteile im Markt, z. B. Insiderwissen oder sehr schnelle Handelssysteme. Oder eben als Market –Maker zu agieren. Wobei das Letztere nicht unbedingt sehr lukrativ ist. Sonst gäbe es nicht so viele Seminaranbiete, Autoren und andere Wohltäter, die früher als Market-Maker unterwegs waren.