Monatsarchiv: Januar 2019

Erfolgsfaktoren im Optionshandel, heute der Vorteil

 

Viele Anleger, vor allem die neuen, vergessen eine Grundregel, die entweder intuitiv oder explizit berücksichtigt werden muss, wenn man auf Dauer überleben will.

Hierzu mein Lieblingsbeispiel. Wenn ich mich entscheide, in Hannover am Hauptbahnhof eine Imbissbude zu eröffnen, sagen wir mit klassischem Fast Food Essen. Was wäre meine und hoffentlich auch Ihre erste Frage? Warum sollten die Gäste bei mir und nicht beim Nachbarn kaufen? Und warum kam keiner auf die Idee, ein neues Restaurant zu platzieren? Mit einer solchen Geschäftsidee kann ich Erfolg haben, wenn ich außerordentlich gutes ausgefallenes Essen serviere und das Ambiente nett ist. Oder ich bin sehr günstig und biete dennoch Essbares an. Oder ich mache was anders besser als die Konkurrenz.

Im Börsenhandel gilt das Gleiche. Als Optionshändler muss ich neben der gestern besprochenen Verlustaversion  auch grundsätzlich etwas gut machen. Wo liegt mein Vorteil? Ohne ihn kann ich gleich nach Hause gehen und werde mein Geld früher oder später verlieren.

Wo kann mein Vorteil liegen? Unterschiedlich. Ich kann einfach Glück haben und immer wieder zum richtigen Zeitpunkt ein- und aussteigen. Darauf will ich nicht zählen.

Ich kann in die Zukunft schauen. Sprich, ich habe eine Kristallkugel. Manche nennen es die Charttechnik. Das muss nicht falsch sein, denn bestimmte Formationen wiederholen sich in etwas abgeänderter Form immer wieder.  Aber Optionen sind nicht die richtigen Produkte, um kurzfristig auf eine bestimmte Richtung zu  wetten. Sie sind nicht  linear, das heißt, Optionen reagieren auf die Preisänderung des Basiswertes auf unberechenbare Weise. Dann ist es meistens schon zu spät. Klar, ich kann immer bei einer Korrektur direkt am Anfang teure Puts kaufen und sie dann Stunden später verkaufen. Ich hatte übrigens in den Jahren 2004-2006 damit auch gutes Geld verdient. Das Risiko ist klein und die Chance, dass der Trend sich eine Weile fortsetzt groß. Ist das wirklch ein Vorteil? Eher nicht sondern ich bin de facto passiv im Markt.

Den größten Vorteil können Sie im Markt haben, wenn Sie gegen die Mehrheitsmeinung wetten und zwar mit der richtigen Portion Risiko. Dafür sollten Sie faktisch stets im Markt sein oder zumindest bereit sein, schnell zu reagieren. Wenn also eine Übertreibung nach unten erkennbar ist ( = Panik), dann könnte Ihre Stunden geschlagen haben. Sie können Puts verkaufen, jedoch stets mit dem Hintergedanken, was tun, wenn der Zeitpunkt doch falsch war. Und umgekehrt, wenn alle eine gravierende Veränderung in irgendeine Richtung erwarten, gewinnen Sie Schweinegeld, indem Sie auf Ihre Stillhalterpositionen genüsslich schauen, so wie ich es im Moment tue. BREXIT-Abstimmung hin- oder her. Ich wollte zu der Minderheit gehören, die eben keine Bewegung nach unten erwarten. Wichtig ist dabei, dass in solchen Phasen Ihr Investment nicht zu klein ist. Das heißt, dem Trend folgen und nicht zu früh schließen.

Natürlich gibt es auch andere Vorteile im Markt, z. B. Insiderwissen oder sehr schnelle Handelssysteme. Oder eben als Market –Maker zu agieren. Wobei das Letztere nicht unbedingt sehr lukrativ ist. Sonst gäbe es nicht so viele Seminaranbiete, Autoren und andere Wohltäter, die früher als Market-Maker unterwegs waren.

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Erfolgreich mit Optionen –keine Verluste machen!

 

Vielleicht schreibe ich noch ein Buch, oder belasse es bei einzelnen Blogbeiträgen, ich will auf jeden Fall meine Lehren aus dem Optionshandel weitergeben. Ich beschäftige mich mit der Materie lange und habe auch beruflich damit zu tun gehabt. Darüber hinaus bin ich durchaus in der Lage, die Mathematik in den Optionen zu verstehen. Trotzdem hat es einige Jahre gedauert, bis ich einerseits ruhig schlafen kann, andererseits einen Vermögenszuwachs sehe. Ausschlaggebend waren Erkenntnisse, die nichts oder wenig mit der formellen Seite zu tun haben.

  1. Verluste vermeiden

Zunächst müssen Sie als Anfänger begreifen, dass Sie in diesem Geschäft vor allem überleben müssen. Die eigentliche Aufgabe eines Optionshändlers besteht doch darin, die Übertreibungen im Markt auszunutzen. Diese können sowohl ein zu steiler Anstieg, zu heftiger Preissturz oder ein langer Stillstand. In solchen Phasen verdienen Sie Geld, allerdings nur dann, wenn Sie vorher nicht alles verloren haben. Oder anders ausgedrückt Sie werden meistens nicht viel verdienen. Als Käufer von Optionen erleiden Sie viele kleine Verluste und selten große Gewinne. Umgekehrt als Verkäufer. Im Normalfall unterliegt man dem Markt, so dass Gewinne und Verluste sich etwas ausgleichen. Was aber wenn Sie als Käufer sehr lange auf eine starke Kursbewegung warten müssen? Sie müssen trotz der langen Verluststrähne genug Kapital haben und weiter im Markt zu bleiben. Und als Stillhalter sieht es ähnlich aus. Sie gewinnen ein paar Monate mehrere Male in Folge und dann kommt ein sehr großer Verlust. Bleibt aus den Gewinnen noch etwas übrig?, wenn der Markt in eine Seitwärtswelle übergeht.

Wie halte ich meine Verluste in Grenzen, bis der Gewinn kommt? Das Wichtigste für mich ist die Kalkulation vor jedem Trade, wie hoch der maximale Verlust wäre und unter welchen Bedingungen kann er kommen. Und was tue ich dann, wenn die Toleranzschwelle erreicht ist? Ich reagiere mittlerweile sehr empfindlich. Wenn ich z. B. einen Puzt Credit Spread  auf den DSAX verkaufe, und nun steht der DAX nicht mehr sehr weit vom ersten Basispreis, dann rechne ich stündlich alle Szenarien durch:

  • Lohnt sich das Rollen auf den nächsten Monat?
  • Soll ich den Spread mit einem Bear Spread absichern? Was tue ich, wenn der Markt dreht? Wie viel verliere ich mit dem Hedge? Bleibt vom erwarteten Gewinn noch was übrig.  Und so weiter.

Wie Sie sehen, bedeutet der Optionshandel ein ständiges Abwägen verschiedener Alternativen unter dem Aspekt der Verlustfreiheit.

Diese Verlustfreiheit erreichen Sie nicht nur durch die oben genannten Maßnahmen, sondern vor allem, wenn Sie nicht mit zu hohen Positionen hantieren. Die Positionsgröße ist vielleicht sogar der Schlüssel zum Erfolg. Zu hohe Margin gegenüber dem Portfolio hat mich immer am meisten eingeschränkt. Wenn Sie ein 10k Depo haben und verkaufen 5 DAX  Puts, dann mag es auch anfangs aus der Margin Perspektive gelingen. Sobald jedoch eine Korrektur eingesetzt hat, sind Sie aus dem Rennen. Sie können nur schließen und niemals eine neue vergleichbar große Position eröffnen. Hätten Sie 20 k gehabt, wäre es wohl kein Problem gewesen.

Im nächsten Beitrag erzähle ich etwas über die Rolle des Trading-Plans.