Monatsarchiv: Januar 2019

Erfolgreich mit Optionen –keine Verluste machen!

 

Vielleicht schreibe ich noch ein Buch, oder belasse es bei einzelnen Blogbeiträgen, ich will auf jeden Fall meine Lehren aus dem Optionshandel weitergeben. Ich beschäftige mich mit der Materie lange und habe auch beruflich damit zu tun gehabt. Darüber hinaus bin ich durchaus in der Lage, die Mathematik in den Optionen zu verstehen. Trotzdem hat es einige Jahre gedauert, bis ich einerseits ruhig schlafen kann, andererseits einen Vermögenszuwachs sehe. Ausschlaggebend waren Erkenntnisse, die nichts oder wenig mit der formellen Seite zu tun haben.

  1. Verluste vermeiden

Zunächst müssen Sie als Anfänger begreifen, dass Sie in diesem Geschäft vor allem überleben müssen. Die eigentliche Aufgabe eines Optionshändlers besteht doch darin, die Übertreibungen im Markt auszunutzen. Diese können sowohl ein zu steiler Anstieg, zu heftiger Preissturz oder ein langer Stillstand. In solchen Phasen verdienen Sie Geld, allerdings nur dann, wenn Sie vorher nicht alles verloren haben. Oder anders ausgedrückt Sie werden meistens nicht viel verdienen. Als Käufer von Optionen erleiden Sie viele kleine Verluste und selten große Gewinne. Umgekehrt als Verkäufer. Im Normalfall unterliegt man dem Markt, so dass Gewinne und Verluste sich etwas ausgleichen. Was aber wenn Sie als Käufer sehr lange auf eine starke Kursbewegung warten müssen? Sie müssen trotz der langen Verluststrähne genug Kapital haben und weiter im Markt zu bleiben. Und als Stillhalter sieht es ähnlich aus. Sie gewinnen ein paar Monate mehrere Male in Folge und dann kommt ein sehr großer Verlust. Bleibt aus den Gewinnen noch etwas übrig?, wenn der Markt in eine Seitwärtswelle übergeht.

Wie halte ich meine Verluste in Grenzen, bis der Gewinn kommt? Das Wichtigste für mich ist die Kalkulation vor jedem Trade, wie hoch der maximale Verlust wäre und unter welchen Bedingungen kann er kommen. Und was tue ich dann, wenn die Toleranzschwelle erreicht ist? Ich reagiere mittlerweile sehr empfindlich. Wenn ich z. B. einen Puzt Credit Spread  auf den DSAX verkaufe, und nun steht der DAX nicht mehr sehr weit vom ersten Basispreis, dann rechne ich stündlich alle Szenarien durch:

  • Lohnt sich das Rollen auf den nächsten Monat?
  • Soll ich den Spread mit einem Bear Spread absichern? Was tue ich, wenn der Markt dreht? Wie viel verliere ich mit dem Hedge? Bleibt vom erwarteten Gewinn noch was übrig.  Und so weiter.

Wie Sie sehen, bedeutet der Optionshandel ein ständiges Abwägen verschiedener Alternativen unter dem Aspekt der Verlustfreiheit.

Diese Verlustfreiheit erreichen Sie nicht nur durch die oben genannten Maßnahmen, sondern vor allem, wenn Sie nicht mit zu hohen Positionen hantieren. Die Positionsgröße ist vielleicht sogar der Schlüssel zum Erfolg. Zu hohe Margin gegenüber dem Portfolio hat mich immer am meisten eingeschränkt. Wenn Sie ein 10k Depo haben und verkaufen 5 DAX  Puts, dann mag es auch anfangs aus der Margin Perspektive gelingen. Sobald jedoch eine Korrektur eingesetzt hat, sind Sie aus dem Rennen. Sie können nur schließen und niemals eine neue vergleichbar große Position eröffnen. Hätten Sie 20 k gehabt, wäre es wohl kein Problem gewesen.

Im nächsten Beitrag erzähle ich etwas über die Rolle des Trading-Plans.

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Das Sterben der Hedgefonds und dessen Ursachen

Mit Gelassenheit verfolge ich die Wirtschaftsnachrichten. Besonders die aus der Investmentbranche. Ich verwalte das eigene Geld, wenn man es so nennen darf. Ich muss mich vor keinem Kunden rechtfertigen und das macht entspannt. Ich betrachte deshalb die News zur Börse viel objektiver.

Eine Nachricht ist mir besonders in Erinnerung geblieben.

https://www.investopedia.com/which-top-hedge-funds-closed-in-2018-4582428

https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2019-01-04/shorting-government-bonds-hedge-fund-widowmaker-trade-is-back

Und hier von Bloomberg.

https://www.cnbc.com/video/2019/01/04/fluidity-technologies-ceo-wants-to-revolutionize-robotic-surgeries.html

Besonders viele Stars sind unter den geschlossenen Hedgefonds, z. B. David Einhorn

https://www.cnbc.com/2019/01/02/hedge-fund-all-star-david-einhorn-posts-his-worst-year-ever-losing-34percent-in-2018.html

 

Über die Ursachen wird viel spekuliert. Viele der gescheiterten sind erfolgsverwöhnte Stars und nicht selten Milliardäre, die in den letzten 10 Jahren meist sehr gut performten. Ob 2008 oder 2017 stets war ein überdurchschnittliche Rendite ausgewiesen. Der Trend gilt übrigens auch für die in Europa ansässigen Gesellschaften.

Ich kann mir folgende Gründe für das Sterben der Hedgefonds vorstellen:

  1. Zu viel Investorengeld. Das Argument wird auch im Videobeitrag oben erwähnt. Mangels Alternativen fließt das Geld überall hin, wo ein Hauch Chance besteht, vermehrt zu werden. Wir alle wissen, Crypto-Investments sind ein Beispiel. Die durch die Notenbanken ausgelöste wunderbare Geldvermehrung sei hier als Haupursache zu nennen.
  2. Falsche Strategie. Mich wundert, dass die hohe Volatilität, wie wir sie im letzten Jahr hatten, den Hedgefonds keine Profite beschert. Denn gerade darauf sollten sie doch spekulieren. Die durch bloße Angst entstandene Überbewertung bestimmter Asstet-Katagorien auszunutzen.  Anscheinend machen viele der „Risiko-Asset-Manager“ doch einiges falsch, oder sind die verwalteten Positionen schlicht zu groß.

Mich persönlich überzeugt eine Strategie, die grundsätzlich eine starke Korrektur, einen vola-spike erwartet. So wie der gerne von mir zitierte Spitznagel, der ja den Universa Investments Fonds betreibt. Der klassische Schwarze-Schwan-Fonds investiert stets einen kleinen Anteil, ca. 3% in hochriskante Optionen, sog. Hedgtail. Mehr darüber im folgenden Blogbeitrag:

https://www.zerohedge.com/news/2018-09-22/how-fund-betting-end-world-outperformed-sp500

Meine eigene Strategie verläuft ähnlich. Seit der Finanzkrise 2008 bin ich immer auf der Kaufseite mit länger laufenden Optionen positioniert. Ja, es ist kein Garant für Gewinne und so einfach ist alles nicht. Dennoch war mein letztes Jahr mit Profit abgeschlossen, obwohl  ich keinen Stein der Weisen entdeckte und nicht die Desperados –Investments machte, etwa mit ungedeckten Indexoptionen.  Ich blieb offensichtlich in der Minderheit. Die großen der Branche, Seminaranbieter, Buchautoren risikolose Vermögensverwalter, die ein „regelmäßiges Einkommen“ predigten, schweigen und ihre geschädigten Kunden ebenfalls.

Die gestorbenen Hedgefonds konnten offenbar die Volatilität nicht leben. Sie alle setzten auf einen Trend und stellten sich diesen als sehr gut erkennbar vor. Lange war es der Aufwärtstrend und nun glauben alle, dass die Märkte im gleichen Tempo fallen werden. Die Börse ist leider so berechenbar wie die Strömungsgeschwindigkeit des Waldbaches. In die Prognosen sind stets die Erwartungen der Prognostiker einzubeziehen. Als Investor kann ich nur die Volatilität leben, sprich mit meiner Investmententscheidung gleichzeitig viele Zukunftsmodelle antizipieren.

Übrigens für alle Supertrader unter Euch, sogar die besten Fonds berichten von langjährigen Renditen in der Größenordnung von 12%.