Erfolgsfaktoren im Optionshandel, heute der Vorteil

 

Viele Anleger, vor allem die neuen, vergessen eine Grundregel, die entweder intuitiv oder explizit berücksichtigt werden muss, wenn man auf Dauer überleben will.

Hierzu mein Lieblingsbeispiel. Wenn ich mich entscheide, in Hannover am Hauptbahnhof eine Imbissbude zu eröffnen, sagen wir mit klassischem Fast Food Essen. Was wäre meine und hoffentlich auch Ihre erste Frage? Warum sollten die Gäste bei mir und nicht beim Nachbarn kaufen? Und warum kam keiner auf die Idee, ein neues Restaurant zu platzieren? Mit einer solchen Geschäftsidee kann ich Erfolg haben, wenn ich außerordentlich gutes ausgefallenes Essen serviere und das Ambiente nett ist. Oder ich bin sehr günstig und biete dennoch Essbares an. Oder ich mache was anders besser als die Konkurrenz.

Im Börsenhandel gilt das Gleiche. Als Optionshändler muss ich neben der gestern besprochenen Verlustaversion  auch grundsätzlich etwas gut machen. Wo liegt mein Vorteil? Ohne ihn kann ich gleich nach Hause gehen und werde mein Geld früher oder später verlieren.

Wo kann mein Vorteil liegen? Unterschiedlich. Ich kann einfach Glück haben und immer wieder zum richtigen Zeitpunkt ein- und aussteigen. Darauf will ich nicht zählen.

Ich kann in die Zukunft schauen. Sprich, ich habe eine Kristallkugel. Manche nennen es die Charttechnik. Das muss nicht falsch sein, denn bestimmte Formationen wiederholen sich in etwas abgeänderter Form immer wieder.  Aber Optionen sind nicht die richtigen Produkte, um kurzfristig auf eine bestimmte Richtung zu  wetten. Sie sind nicht  linear, das heißt, Optionen reagieren auf die Preisänderung des Basiswertes auf unberechenbare Weise. Dann ist es meistens schon zu spät. Klar, ich kann immer bei einer Korrektur direkt am Anfang teure Puts kaufen und sie dann Stunden später verkaufen. Ich hatte übrigens in den Jahren 2004-2006 damit auch gutes Geld verdient. Das Risiko ist klein und die Chance, dass der Trend sich eine Weile fortsetzt groß. Ist das wirklch ein Vorteil? Eher nicht sondern ich bin de facto passiv im Markt.

Den größten Vorteil können Sie im Markt haben, wenn Sie gegen die Mehrheitsmeinung wetten und zwar mit der richtigen Portion Risiko. Dafür sollten Sie faktisch stets im Markt sein oder zumindest bereit sein, schnell zu reagieren. Wenn also eine Übertreibung nach unten erkennbar ist ( = Panik), dann könnte Ihre Stunden geschlagen haben. Sie können Puts verkaufen, jedoch stets mit dem Hintergedanken, was tun, wenn der Zeitpunkt doch falsch war. Und umgekehrt, wenn alle eine gravierende Veränderung in irgendeine Richtung erwarten, gewinnen Sie Schweinegeld, indem Sie auf Ihre Stillhalterpositionen genüsslich schauen, so wie ich es im Moment tue. BREXIT-Abstimmung hin- oder her. Ich wollte zu der Minderheit gehören, die eben keine Bewegung nach unten erwarten. Wichtig ist dabei, dass in solchen Phasen Ihr Investment nicht zu klein ist. Das heißt, dem Trend folgen und nicht zu früh schließen.

Natürlich gibt es auch andere Vorteile im Markt, z. B. Insiderwissen oder sehr schnelle Handelssysteme. Oder eben als Market –Maker zu agieren. Wobei das Letztere nicht unbedingt sehr lukrativ ist. Sonst gäbe es nicht so viele Seminaranbiete, Autoren und andere Wohltäter, die früher als Market-Maker unterwegs waren.

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