Endlich der Sturm

Ja, die Wende steht kurzfristig bevor. Mein Gott, das hat gedauert! Die Sehnsucht nach Volatilität nimmt inzwischen religiöse Formen an. Die Märkte schreien nach mehr Unruhe. Ganze Industrien werden durch Schwankungen in Finanzmärkten getrieben. Eine Schar von Intradaytradern, Algo- und Robo-Asset-Managern leben nur von der Unsicherheit an der Börse. Jetzt aber herrscht eine absolute Sicherheit. Die Zentralbanken scheinen das gesamte Geschehen an den Märkten fest im Griff zu haben. Sie werden immer eingreifen, wenn der Zins als zu hoch angesehen wird. So werden die Märkte mit einer unendlichen Liquidität überflutet, die jeden kleinsten Wunsch nach einem Crash im Keim erstickt. Auf Twitter lese ich immer öfter frustrierte Anbieter von diversen Handelssystemen, Börsenbriefen, Seminaren und ähnlichen Quatsch, wie sie inzwischen aufgeben und opportunistisch auf die Seite der Bullen überlaufen. Keine traut sich mehr von einer logischen Korrektur zu sprechen. Das erinnert mich an die späten 1990er Jahre, als irgendwann alle glaubten, dass Börsen nur eine Richtung kannten. Nur wenige Hedgefonds Manager stehen zu ihrer Kritik und setzten fröhlich auf den Schwarzen Schwan. Zum Beispiel Marc Spitznagel. Hier ein Iterview

https://www.bloomberg.com/news/videos/2019-02-05/universa-s-spitznagel-on-fed-hedge-funds-and-insuring-market-risk-video

Eine gewagte Strategie, die sich dennoch als erfolgreich erweisen könnte. Ich selbst glaube ebenfalls nicht, dass hier die Marktgesetze ausgeschaltet werden und dass alle Unternehmen auf Dauer immer profitabler werden.

Wie sieht es aber jetzt aus? Unten im Chart zeige ich Euch den DAX, wie immer. Der Index steht kurz vor der oberen Begrenzung des Bollinger Bandes, berührt es aber noch nicht. Das bedeutet eine kurzfristige Fortsetzung der Rally. Die Standardabweichung unten erreicht das Minimum , so dass demnächst mit einem Anstieg der Schwankungen zu rechnen ist. Der MACD Index deutet auf eine Wende hin.

Zusammenfassung : Der Chart spricht für eine kurze und heftige Fortsetzung der Rally und eine heftige Korrektur danach.

Die EUREX – Open Interest will ich Euch auch nicht vorenthalten. Wie unten zu sehen, verdichten sich die Mai-Call bei 12300 und knapp darüber. Unten liegen die meisten Puts bei 12000 ( Quelle www.eurexchange.com)

Auch diese Einschätzung deckt sich mit den charttechnischen Überlegungen.

In den nächsten zwei Wochen geht es vielleicht aufwärts, aber nach unten oder seitwärts ist wahrscheinlicher.

 

dax

 

OI_Call

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Mai-Korrektur wohl ein Wunschdenken

 

Für Dividendenjäger beginnt jetzt die Endspurt. Ob die Deutsche Post oder EON, die großen und spendablen deutschen Konzerne werden bis Ende Mai ausgeschüttet haben. War es damit mit dem Aufschwung an den Börsen? Nun, eine Korrektur wird früher oder später kommen, der Mai ist dafür gut geeignet. Sell in May … mag tatsächlich richtig sein, wenn man es wörtlich nimmt und den zweiten Teil ( …and go away) ignoriert. Denn, was meine Auswertung mehrfach gezeigt hat, im Laufe des Monats kommt es tatsächlich häufig zu Abgaben, danach steigen jedoch die Preise weiter, bis zu Sommerüberhitzung so zwischen August und September. Zu Deutsch – jetzt verkaufen und zum Monatsende kaufen, wäre die angebrachte Strategie. Aber wer tut es? Wer glaubt schon an Statistiken, wenn nur ein einziger Abweichler die gesamte Jahresperformance ruiniert?

Zum Gesamtmarkt, es wird zurzeit ständig vor einer Rezession gewarnt. Oder wie im Artikel unten zu lesen, es werden neue Szenarien für den kommenden Crash gezeichnet.

https://www.zerohedge.com/news/2019-04-26/third-and-final-leg-stock-market-crash-october-or-sooner-part-2

Alles klingt zwar nachvollziehbar, aber es kann wie immer ganz anders kommen. Es gibt Phasen, wo einfach nichts passiert-

Jetzt aber zum DAX

Hier ist kein Ende der Rally in Sicht. Der MACD zeigt klar nach oben. Das Kaufsignal wird auch durch die Bollinger Bänder bestätigt. Hier gäbe es einen Grund zum Verkaufen, wenn wenigstens die obere Begrenzung angefasst worden wäre.

Die Fibonacci – Muster habe ich unten eingezeichnet. Der DAX steht kurz vor der Maximalkorrektur bei etwas 12400. Ich kann mir einen „Durchrutscher“ die diese Marke sehr gut vorstellen und erst darüber kommt es zum Stillstand. Ich selbst sehe den Nutzen der Fibonacci-Korrekturen nur bis zum 50% retracement. Steigt der Preis weiter, dann ist es unwahrscheinlich, dass es später zur technischen Wende kommt. Dafür ist der Optimismus einfach zu groß. Ich schaue

trotzdem auf diesen Indikator.

Die Standardabweichung betrachte ich ebenfalls immer wieder, um gerade für meine Optionsgeschäfte eine Tendenz zu erkennen. Im Moment befindet sich der DAX im neutralen Terrain, allerdings ist eine Phase mit hohen Schwankungen wahrscheinlicher als das Gegenteil.

Und nicht zuletzt will ich Euch die EUREX-Zahlen nicht vorenthalten. Ich lege mittlerweile einen großen Wert auf die Auswertung der Open Interest . Die Anzahl der offenene Kontrakte bei bestimmten Basispreisen der DAX-Optionen ist ein ziemlich sicheres Signal, wie die meisten Investoren denken, vor allem, was ihre Erwartung bezüglich des nächsten EUREX-Verfalls ist.

Es erstaunt mich in diesem Kontext, wie unten zu sehen ist, dass die meisten Call-Positionen knapp über 12100 liegen, was auf eine Zurückhaltung hindeutet. Die meisten Puts liegen auch so bei 12.000. Mit anderen Worten, die Investoren erwarten am Freitag, den 17.05 den DAX zwischen 12200-12500, Ja, ich weiß, mit diesen Prognosen lag ich schon oft falsch, dennoch wird man mir Recht geben, den Trend erahnte ich anhand der Open Interests schon, leider nicht immer den genauen Abrechnungskurs.

https://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/100!onlineStats?productGroupId=13394&productId=70044&viewType=3&cp=Call&month=5&year=2019&busDate=20190426

Chart m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

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