DAX in dieser Woche und wie ich vom Ölpreis profitiere

 

Am kommenden Freitag bereiten sich die Optionshändler auf einen DAX-Schlusskurs von 12500 vor. Die Einschätzung pendelt seit Wochen zwischen 12200-12800. Nun angesichts der euphorischen Entwicklung der letzten Tage wird 12500 avisiert. Dies ist jedenfalls den Open Interests and er EUREX zu entnehmen. Zuletzt gab es am Freitag einen massiven Umsatz der Call-Optionen beim Strike 12500.

https://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/100!onlineStats?viewType=3&productGroupId=13394&productId=70044&cp=Call&month=10&year=2019&busDate=20191011

Über 14.000 Kontrakte, die Stillhalter sind sich sicher, dass dieser DAX-Stand kaum überschritten wird. Meine Einschätzung ist ähnlich, Ich rechne mit einer kleinen Korrektur zum Wochenanfang, danach wird sich entscheiden, ob der Angriff auf 12600 gelingen wird oder doch die im letzten Beitrag genannten 12200 als Schlusskurs im DAX zu erwarten sind. Charttechnisch bedeutet der Bereich oberhalb 12450 klar ein Kursziel 13500. Da sollen wir uns nichts vormachen.

Ich gehe davon aus, dass nach dem Verfall der Anstieg deshalb weiter gehen wird. Warum?

Weitere Anleihekäufe sind von der FED in Aussicht gestellt worden.

Nun, vor allem auch deshalb, weil die meisten damit nicht rechnen. Große Put-Positionen bestätigen diese Einschätzung.

Ein weiterer Faktor ist das Jahresende und die Bereitschaft, optimistisch zu sein.

Bitte nicht vergessen, dass die Dividendensaison nicht ganz so weit ist. Ab Januar fangen sich viele mit den Aktien einzudecken, die viel ausschütten. Ob die Deutsche Telekom , EON, Allianz oder andere. Viele Fonds haben einfach keine andere Wahl, außer in der zweiten Jahreshälfte zuzuschlagen.

Ein weiteres Thema verdient ebenfalls einer Erwähnung. Der Ölpreis befindet sich, s. Chart, in einer Konsolidierung. Seit dem Absturz 2014 bleibt der Preis zwischen 50-60 USD. Der Elektroboom und Überkapazitäten haben den Preisrückgang ausgelöst. Nun lässt das Elektrobeben etwas nach. Verbrennungsmotoren werden weiterhin gebaut. Ich glaube nicht, dass wir die die Höchststände bereits gesehen haben. Zweitens, ist der Nahe Osten ein Pulverfass. Der neuste Einmarsch der Türkei, Jemen, Saudi Arabien, Israel, Katar, eigentlich kann überall explodieren. Bereits in der vergangenen Woche reagierte der Ölpreis sehr empfindlich.

Ich setze deshalb auf langfristigen Anstieg. Aber wie profitiert man am besten, wenn die Spekulation aufgeht? Seit Jahren kaufe ich in bei einer entsprechenden Erwartung gut bewertete Aktien der Mineralölkonzerne. Mein Lieblingstitel ist das französische Total SA. Das Unternehmen zahl hohe Dividende und ist dennoch stark mit dem Ölpreis korreliert. Für mich ein Favorit, sowohl für einen direkten Kauf oder für den Verkauf von Verkaufsoptionen, Beides sichere ich natürlich mit langfristigen Puts ab. Die Stop-Loss Marke setze ich bei für den Ölpreis (Brent) auf 50 USD. Für die Aktie selbst liegt mein SL bei 42.

Es gibt weitere Möglichkeiten, vom Ölpreis zu profitieren, z. B. über Optionen. Dazu gebe ich jedoch keine Empfehlung, da dafür ein Konto an einer US-amerikanischen Terminbörse erforderlich ist außerdem ist der Terminhandel mit Rohstoffen eine Kunst in sich mit ganz anderen Gesetzen als etwa der Aktienhandel.

Hier der Total ( mit der Ölpreis-Korrelation) und  DAX-Chart

 

Totb_20191013

 

DAX_20191012

Der langweilige DAX steuert am 19.10.2019 den Schlusskurs 12200 an

 

Eine verblüffende Erkenntnis, muss ich zugeben. Nach dem Möchte-gerne – Crash vor einer Woche war ich doch der Überzeugung, dass die Mehrheit der Trader und Algos die negativen Anzeichen überinterpretieren wird. Pustekuchen! Inzwischen sind so viele intelligente Systeme im Einsatz, die auswerten, überwachen, handeln, dass die offensichtlichen Irrationalitäten schnell erkannt werden.

Um es klar zu sagen, was gerade für die Neulinge unter uns wichtig ist – irgendwelche Konjunktur – Indikatoren aus dem USA interessieren vielleicht die Medienbetreiber, nicht jedoch die Händler. Solange die Zinsen niedrig bleiben, keine unerwarteten Kriege in Sicht und die größten Unternehmen viel Geld verdienen, scheren sich die Amis nicht um. Genauso wenig interessieren sie die Rezessionsängste.

Demnach bieten solche Korrekturen wie die von letzter Woche beste Einstiegschancen für 1-5 Tage an.

Der DAX ist natürlich längst nicht mehr selbstständig und folgt brav dem Herrchen aus Übersee.

Er erreichte die sog. Normalkorrektur nach Fibonacci. 11883 ist getestet und danach ging es wieder aufwärts zum Entsetzen viele „cleverer“ Krisenpropheten, die sich „rechtzeitig“ absicherten. Jemand muss doch die zahlreichen Puts für alle möglichen Basispreise gekauft haben. Es gibt hohe Positionen in Puts sehr weit aus dem Geld.

https://www.eurexchange.com/exchange-de/produkte/idx/dax/70044!quotesSingleViewOption?callPut=Put&maturityDate=201910

Viele glauben wie bei Lotto, für ein paar Euro die große Chance zu erwischen,

Ich bleibe lieber auf dem Boden.

Eine Sache ist mir aufgefallen. Die meisten offenen Put-Positionen liegen bei 12200, also am Geld. Das große Geld rechnet scheinbar mit dem Abrechnungskurs des DAX am Verfall ( 19.10

) etwa in der Gegend von 12200. Erstaunlich! Noch vor ein paar Wochen dachte ich eher an 12600-12800, denn dort liegen die meisten offenen Calls. Nun habe die Optionshändler ihre Meinung konsolidiert.

12200 ist auch charttechnisch eine realistische Annahme. Dort verläuft die Normalkorrektur der aktuellen Korrektur. Die Händler werde also etwas zögerlicher und lassen es bis zum 19.10 sein.

Es lohnt sich also immer noch, die Optionen zu verkaufen, bevor die nächste Welle nach unten beginnt. Ich habe mehrmals auf die letzten Oktobertage getippt und bleibe bei dieser Einschätzung, dass dann der nächste Volatilitätssprung auftreten wird. In dem Sinne eine gute Börsenwoche.DAY_20191005