Japans Börse und Erdbeben

Der gegebene Anlass braucht keine Erklärung. Mein Mitleid gehört den vielen Menschen in Japan, die bei allen alltäglichen Sorgen, die uns täglich plagen, plötzlich an das rein Existenzielle denken müssen und sich dabei eigentlich freuen müssen, überlebt zu haben.

Aus Sicht der Aktienmärkte ist dieses Erdbeben ein weiteres unerwartetes Ereignis, welches unglücklicherweise mit einer ganzen Reihe anderer zusammenkommt:

– steigende Inflation – gut,  die kommt nicht ganz unerwartet. Die unbegrenzte Liquiditätsschwemme musste irgendwann austrocknen.

– Euro-Krise- zur Zeit zwar kein Thema in den Medien, aber der Anstieg der Risikoprämien in Griechenland , die Unruhen dort und zahlreiche andere Staaten, die vielleicht folgen werden, geben ebenfalls Anlass zur Sorge

– Arabienkrise- heute Libyen, morgen Saudis, übermorgen China und Russland.

– permanent steigeneder Ölpreis

Intakt bleibt noch die deutsche Wirtschaft, sie ist aber so stark von anderen Volkswirtschaften und Märkten  abhängig, dass dies kaum ins Gewicht fällt.

Und Japan? Nach dem Sturz der Aktienmärkte  1989 kommt die Wirtschaft nicht zur alten Stärke. Die Gründe will ich hier nicht analysieren. Ich sehe nur die Zahlen, sprich den Aktienindex Nikkei.

Dieser steht zur Zeit etwae auf der Höhe der Fibonacci-Korrektur der Absturzwelle, welche er 2008-2009 erfahren hat. Damals sank er von 19.000 auf 7.000 Punkte und stieg seitdem auf knappe 10.000 an.

Interessant bleibt die Frage, wie der Markt auf das Erdbeben reagieren wird. Dazu habe ich historische Daten ausgewertet. Unten Sehen Sie den Kursverlauf des Nikkei seit 1984.

Es gab immer wieder kleine Erdbeben und ein großes  am 17.01.1995. Damals bei Kobe starben über 6400 Menschen. Wie man im Chart sieht, führte die Naturkatastrophe zum schnelleren Sturz, der bereits vorher angefangen hatte. Jedoch kurze Zeit später erholte sich der Index rasch.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Kriege und Naturkatastrophen meist einen positiven Einfluss auf die Börsen haben. Es hängt vorwiegend damit zusammen, dass nach einer Zerstörung mit Wiederaufbau gerechnet wird, was Aufträge bedeutet und die sind für die Wirtschaft immer gut.

Diesmal kann es aber anders kommen. Nicht zuletzt wegen dem Ölpreis und Zinsen.

 

 

 

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