Optionen-Invest-Brief

Ja, es ist wieder soweit. Ich plane den nächsten Börsenbrief. Diesmal oder besser gesagt wieder einmal mit Optionen. Ich habe insgesamt 14 Jahre gebraucht, um den Sinn und Unsinn dieser Form der Kapitalanlage zu verstehen. Es hat lange gedauert, bis die hartnäckigsten Mythen besiegt wurden.

Ich bekomme stets Anfragen und Mails und stelle außerdem fest, dass viele Seitenbesucher über entsprechende optionsbezogene Anfrage auf meinem Blog landen. Das Thema Optionen ist immer noch durch die Aura eines Geheimnisvollen umgeben und wird leider direkt mit dem Zocken assoziiert. Auf der anderen Seite gibt es viele Tagträumer, die glauben, aus dem Optionshandel anders als aus Aktien einen regelmäßigen Ertrag erwirtschaften zu können. Die dritte Gruppe bilden schließlich die zahlreichen Trader, die mit hochriskanten Zertifikaten auf Rohstoffe wohl vertraut sind, die aber vom Stillhaltergeschäft keine Ahnung haben. Ich versuche deshalb schon seit langem, den Optionshandel in Deutschland bei den Privatanlegern populärer zu machen. Das würde unter anderem die Liquidität auf dem Markt verbessern, da zurzeit sehr viele neue innovative Produkte der Eurex kaum gehandelt werden, z.B. Optionen auf Gold.

1. Die erste Frage lautet. Kann man mit Optionen auf Dauer Geld verdienen bzw. einen kleinen Ertrag regelmäßig erzielen. Gemeint sind hier vor allem die Stillhaltergeschäfte, wo man Optionen aus dem Geld gegen Absicherung in Cash verkauft. Die Antwort lautet – nein. Es ist doch sehr naiv, zu hoffen, dass die Terminbörsen so konzeptioniert wurden, oder? Glauben Sie mir, wenn nur ein Schatten Hoffnung bestünde, regelmäßig und ohne Risiko eine Rendite zu erzielen, die besser als ein risikofreier Zinssatz ist, dann gäbe es schon genug Interessenten, die dieses Ungleichgewicht zu eigenem Vorteil auszunützen wüssten. Risikofrei und auf Dauer geht nicht. Je nach Methode kann man natürlich eine günstige Marktlage erwischen, sodass man Monate lang besser als der Markt abschneidet. Ich will hier zwei Beispiele nennen, die meine Behauptung untermauern. Vor vier Jahren habe ich selbst DAX-Optionen verkauft und verdiente damit sehr gut fast 11 Monate lang. Monat für Monat hatte ich effektiv netto ca. 500-1200 € cash in der Tasche. Durch den eigenen Größenwahn getrieben habe ich öffentlich diese wundersame Geldvermehrung gepostet, bis die Krise 2008/2009 kam. Dann verlor ich etwa 2/3 des Gewinns und stellte das Geschäft ein. Ich kenne mittlerweile einige Leser meines Blogs, die selbst ähnliche Projekte betreiben. Als Beispiel fällt mir http://www.savestrax.de ein, der in einer sehr schön aufgearbeiteten Seite über ein ähnliches Projekt berichtet. Wie ich versucht der Autor dort zu belegen, dass man mit DAX Optionen und einem Depot von 10.000 € in wenigen Jahren zu einem sehr hohen Gewinnbetrag ( 1 Million) kommen könnte. Der Unterschied zu meinem Projekt liegt nur an der Umsetzung. Ich habe einfach DAX-Optionen aus dem Geld verkauft und hedgte diese mit den Futures, falls sie ins Geld kamen. http://www.savestrax.de macht es anders. Er ist zwar in beide Richtungen positioniert, die Call-Shortseite läßt er jedoch teilweise offen. Die Konsequenz ist, dass bei steigenden Kursen das Projekt Verluste macht. Sollte es zu einer großen Korrektur kommen, dann wird das Depot explodieren.

Fazit: Regelmäßiges Einkommen mit Stillhaltergeschäften geht auf Dauer nicht, vorübergehend ja.

2. Eine andere Variante des Optionshandels ist das Gegenteil des Stillhaltens. Wie wäre es mit Kauf von Optionen? Das Risiko bleibt begrenzt und der Gewinn kann sehr hoch werden. In sich ist das richtig. Aber schon wieder kommt es auf die Zeitperiode und die Aktie an. Es gibt Aktien, so meine eigenen Untersuchungen, wo es sich lohnt Kaufoptionen zu verkaufen (also short gehen = Stillhalten) und es gibt welche, wo das Gegenteil Sinn macht. Generell ist Kauf von Optionen eine auf Dauer vielleicht lukrativere Variante, die jedoch viel Aufwand kostet. Sie kaufen meist viel Zeitwert mit er Option oder Sie kaufen regelmäßig Optionen für weniger dann aber zahlen Sie jedes Mal Gebühren und müssen das Geschäft stets fortführen. Meist verfallen die Optionen wertlos. Ab und an bringen sie viel Gewinn. Wehe aber, wenn Sie dann nicht investiert sein. Dann war alles umsonst. Ich habe viele Zeitreihen der deutschen Aktien analysiert und stellte fest, dass es bei den meisten Aktien sich durchaus lohnen würde, Verkaufsoptionen aus dem Geld zu verkaufen oder Kaufoptionen zu kaufen. Nicht aber das Gegenteil.

3. Was werde ich in meinem Optionen-Invest-Brief vermarkten? Es wird eine simple Strategie bestehend aus Verkäufen von Puts (Verkaufsoptionen) gemischt mit Aktienbeständen und auf diese Aktien verkauften Calls (Kaufoptionen). Ein ruhiges Geschäft soll es werden. Das Grundprinzip lautet – so wenige Transaktionen wie möglich.

4. Details folgen in den nächsten Tagen.

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Kommentare

  • Lars Kirchner  On Mai 16, 2011 at 11:29 am

    Hallo Adrian,

    freut mich lesen zu können, das du nun wieder verstärkt zum Thema Optionen schreiben möchtest. Habe immer regelmäßig in deinem Optionsblog vorbei geschaut und dort nur sporadische Einträge gefunden. Schön das sich das nun wieder ändert.

    Vielen Dank auch für die Erwähnung meines Projektes. Da sich die Besucherzahlen bisher noch in Grenzen halten, freue ich mich über jeden Hinweis darauf.
    Bevor ich aber von Deinen Lesern in den Topf mit den vielen fantastischen Anpreisungen geworfen werde noch ein Hinweis zu der Million und den regelmäßigen Erträgen.

    Also die Million ist quasi nur aus der Luft gegriffen um ein Ziel zu haben, welches auch ein wenig schwer erreichbar scheint aber nicht unmöglich ist. Ich werde auch künftig das Erreichen oder Verfehlen der Zwischenziele kommentieren. Nur so kann man auch mit der Strategie arbeiten. Und den stetigen Ertrag sehe ich eher mittelfristig. D.h. keine monatlichen Auszahlungen sondern eher jährliche. Und das bei angestrebten reduziertem Risiko und nicht völlig ohne. Ein Projekt welches eine Anlage ohne Risiko zeigen will, wäre ja auch unglaubwürdig.

  • sinustrend  On Mai 17, 2011 at 7:48 am

    Hallo Adrian,

    ich melde mich auch mal wieder zu Wort!
    Finde es super, dass Du wieder über Optionen schreibst!
    Ich habe in meinem Depot die Dividendensaison ausgesetzt und mache ab nächsten Monat weiter mit der Strategie, die Du auch schon angerissen hast!
    Puts short und Aktie long/Calls short werden auch weiterhin meine Strategie darstellen!
    Hoffe, dass wir uns, gerne auch mit Lars austauschen und Erfahrungen teilen können!

    Viele Grüße,

    Kai

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