Wie sichere ich mein Depot ab

In Anknüpfung an den gestrigen Beitrag über den Optionen-Brief wollte ich ein paar Worte zum Thema Depotabsicherung verfassen. Ich finde es außerst interessant, deswegen kann mir nicht verkneifen, ein paar sarkastische (aber nicht böse) Bemerkungen zu auf Papier zu bringen.

Angesichts der zum Teil starken Zuwächse im Aktienmarkt fragen sich immer noch verbliebene Börsianer, wie man die eingefahrenen Gewinne absichern kann, am besten kostenlos und eben sicher. Geben Sie den Begriff Depotabsicherung in die Suchmaske ein, dann kriegen Sie ca. 160.000 Einträge. Was taugen Sie alle? Ich habe mir ein paar angeschaut und kam zum erwarteten Ergebnis, dass man sich ziemlich anstrengen muss, um etwas Brauchbares für sich zu finden. Auch wenn wir scheinbar unabhängige Medien nehmen, wie das Handelsblatt oder n-tv, oder vielleicht gerade deswegen lese ich immer das Gleiche. Überall wird der Kauf von Verkaufsoptionsscheinen (Puts-OS) empfohlen, die für den abzusichernden Basiswert gelten, einige empfehlen sogar kompliziertere Strategien mit Optionsscheinen auf Indexprodukte. Die meisten Autoren nennen Stopp-Loss-Marken als die fundamentale „Strategie“.
Gut, zum letzten Punkt habe ich eine relativ klare Meinung – jein. Stopp-Loss Marken machen nur Sinn, wenn sie entweder garantiert sind, wie bei manchen CFD – Anbietern oder wenn man an manchen Tagen weder die Möglichkeit, noch die Zeit und Lust dazu hat, selbst auf Kurse zu reagieren. Denn objektiv gesehen, sind die klaassischen Stopp-Loss Marken übereflüssig. Bitte nicht falsch verstehen. Verluste Begrenzung durch Positionsschließung ist wahrscheinlich die beste Absicherung überhaupt. Ja, sie ist die Grundvoraussetzung, um überhaupt im Markt zu bleiben. Aber ich braucht dafür nicht die trügerisch sicheren Stopp-Loss Orders.
Ich bin Investor und halte meine Positionen längere Zeit. Ich beobachte den Markt vielleicht nicht täglich aber doch regelmäßig. Bewegt sich die Position gegen mich, dann stelle ich die Position einfach glatt. Ich tue es online oder indem ich die Bank anrufe. Es ist viel besser als eine Stopp-Loss Order zu erfassen. Diese gibt mir keine Sicherheit, über Nacht einen Verlust zu erleiden. Sie kostet bei enigen Banken extra Geld und sie führt oft zum Stop-Loss-Fischen. Es gibt Software, mit der man die Orders schön überwachen kann. Ich will nicht, dass andere Teilnehmer meine Absichten realtime sehen.

Viele erstaunlicher finde ich die Tatsache, dass in allen Beiträgen Optionsscheine und nicht Optionen empfohlen werden. Warum? Eine Aktienoption ist definitiv das bessere Instrument, um Aktiendepot abzusichern als ein Zertifikat, Optionsschein oder wie auch immer. Optionen werden gehandelt und nicht einfach vom Emittenten zurückgekauft. Optionen können auch leer verkauft werden. Optionen sind dem Privatanleger genauso zugänglich wie Optionsscheine. Trotzdem schreibt fast kein Mensch darüber. Man würde fast eine Verschwörung vermuten 🙂

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Kommentare

  • Andreas Balogh  On Mai 17, 2011 at 7:50 am

    Ich denke, die Erklärung ist einfach: mit Optionsscheinen verdienen die Banken viel Geld, so dass es sich lohnt diese massiv zu bewerben. Die EUREX Optionen haben keine solche Lobby. Das ist ein bischen so wie Zins-Bankprodukte (Sparbuch, Festzinssparen, …) und Bundesschatzbriefe.

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