Lohnen Stillhaltergeschäfte mit Aktienoptionen?

Das Thema lässt mich scheinbar nicht in Ruhe. Ja, sogar an diesem herrlich sonnigenTag, an dem man eigentlich mit Kindern wandern sollte, dass sie es wollen vorausgesetzt. Das tun sie mittlerweile meistens dann, wenn ich es nicht kann. Wie auch immer ein Mittag im Garten ist auch schön. Mit dem etwas freier gewordenen Kopf kann man zumindest ruhig nachdenken. Zum Beispiel über Optionsgeschäfte.

Nach Jahren oft wahlloser Spielerei, Träumerei umhüllt im Mantel der Unwissenheit fange ich an, das Geschäft realistisch zu sehen. Das Optionen ein Nullsummenspiel sein sollen,  ist offensichtlich. Ähnlich wie bei Aktien, ich kaufe, Du verkaufst und nach 30 Tagen lag wohl nur einer von uns beim Verkauf im Gewin. Bei Longgeschäften mit Optionen zumindest wenn sie im Geld sind, sieht es ähnlich aus,   es  gibt jedoch darüber hinaus auch sehr viele andere Varianten, die jedoch prinzipiell im Nullsummenspiel enden müssten.

Bei Stillhaltergeschäften (short)  gestaltet sich das Spiel ein wenig anders. Hier gibt es eine Unbekannte in Form von Zeitwert, der prinzipiell immer zu gewinnen ist, denn zum Schluss der Optionsperiode wird er immer bei  null stehen. In dem Moment wenn ich eine Option mit dem Zeitwert verkauft habe, habe ich ein Potenzial zu Gewinn. Dafür muss der Basiswertkurs einfach etwas ruhiger werden und etwas seitwärts tendieren.

Aber wie sieht die Realität aus? Gewinnt man durch Verkäufe von Optionen? Es heißt ja immer, man verkaufe dauernd Puts und schon liegt man nach Jahren stets im Gewinn.

Quatsch!

Ich habe inzwischen fast alle DAX-Aktien und viele aus anderen Indizies analysiert und simulierte das Gewinn/Verlust-Verhalten bei Anwendung einer simplen Stillhalterstrategie. Das Ergebnis ist wie nicht anders erwartet, heterogen.

Bei allen Aktien hätte es sich gelohnt, irgendwann Puts zu verkaufen und irgendwann Calls zu verkaufen.

Unten habe ich die Simulation für Solarworld (TecDAX) angehängt. Ich will nicht im Detail darauf eingehen. Jedenfalls betrachtete ich den Zeitraum 2003-2011 mit Hilfe historischer Daten.

Was folgt aus der Grafik? Ob sehen Sie den akkumulierten Gewinn durch Verkauf von Puts und unten durch den Verkauf von Callas.

Es fällt auf, dass die erste Strategie inzwischen wenig abwirft insgesamt aber lukrativer als die mit Calls erscheint. Auch schneidet man besser als der Basiswert selbst (Aktie Solarworld).

Was mich überrascht hat, ist die Profitabilität des Call-Verkauf-Systems.  Seit es mit der Aktie bergauf geht, ist diese Strategie sehr lukrativ, oder?

Über Kommentare der Leser würde ich mich freuen.

Und das war’s. Mehr gibt es von mir heute im Blog nicht, bzw. vielleicht nicht.

 

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Kommentare

  • Kai Flo  On Juni 2, 2011 at 2:14 pm

    Hallo Adrian,

    wenigstens hast du die Möglichkeit im Garten zu sitzen 🙂
    Abgesehen davon, dass ich heute im Office sitze, habe ich gar keinen Garten und leider auch keinen Balkon.
    Nun ja, zu deinem Post: Mich würde mal interessieren, nach welchen Maßstäben du deine Tests durchführst? Also welche Parameter stecken dahinter? Welche Calls und Puts verkaufst du? Laufzeiten? Strikes? Was passiert von eine Option ins Geld läuft? Und, und, und…?
    Dass die „ich verkaufe naked Calls“ Strategie bei einer steigenden Aktie prima funktioniert kann ich irgendwie nicht nachvollziehen. Du verkaufst einen Call und bist dadurch Delta und Gamma short. Steigt die Aktie – verlierst du Geld.
    Das Gleiche kann man auch so für die andere Richtung sehen. Verkaufst du Puts, bist du long und verlierst Geld, sollte die Aktie fallen.
    Grundsätzlich kann man meiner Meinung nach nicht sagen, dass die eine Aktie besser zum Verkauf von Calls/Puts geeignet ist, als die andere. Es kommt halt darauf an, wie sich das Underlying bewegt. Liegt z.B. ein Aufwärtstrend vor und man verkauft während dieses Aufwärtstrends Puts, verdient man Geld. Das geht aber mit jeder Aktie gleichermaßen, solange sie im Aufwärtstrend ist.
    Ich fände es sehr interessant, mal die Parameter deiner Tests zu erfahren und wünsche dir bis dahin einen schönen Vatertag!

    Kai

    • Adrian Gohla  On Juni 2, 2011 at 9:26 pm

      Hallo Kai,

      Ja, der Garten kann einen auch versklaven, was mir, obwohl auch dem Lande aufgewachsen gar nicht gefällt.. Gott sei Dank, kümmern sich andere um seine Pflege…

      Nehme einfach die historischen Kurse einer Aktie, packe sie in Excel und setze eine simple Strategie zugrunde. Zum Beispiel. Ich verkaufe zu jedem Tag eine Option und kaufe sie nach 20 Tagen zurück. Was käme nach 10 Jahren zusammen? Ja, es gibt Phasen die länger andauern. Trotzdem liegst Du manchmal besser als durch reine Aktiengeschäfte. Oft passiert nämlich nichts und dann gewinnt ein verkaufter Put immer.
      Nackte Calls sind zwar sehr gefährlich, aber man kann auch mit ihnen Geld verdienen, wenn man nach oben einigermaßen abgesichert ist. Bei steigenden Kursen fällt die Vola und der Call verliert u.U. schneller als er durch den Underlying gewinnen müsste. es gilt aber für weit aus dem Geld liegende Optionen.
      Gruss
      Adrian

  • Maximilian  On Juni 3, 2011 at 11:06 am

    Hallo Adrian,

    wenn man nicht ausschließlich davon leben muß, funktioniert die Strategie zumindest für mich sehr gut.
    Allerdings beschränke ich mich auf nur einen Index, den Eurostoxx50 und wenige Aktien,wie K+S, Dt. Post, die ich IMHO recht gut einschätzen kann.
    Dann noch das saisonale Muster berücksichtigen und nur Puts/Calls schreiben,falls über/unter der 200-Tage Linie und sollte ich ausgeübt werden, Calls mit dem Ausübungspreis bzw. darüber schreiben, das läuft relativ streßfrei.
    Die meisten Institutionellen schreiben ständig Calls auf ihre Bestände und in immer mehr HV-Einladungen, z.B. Siemens, steht bei zu genehmigenden Aktienrückkäufen, daß diese teilweise via short Puts durchgeführt werden sollen.
    Das große Manko an der Strategie ist, daß die Branche kein Interesse daran hat, Retail-Investoren dafür zu gewinnen.
    Ich denke auch, daß die Marge bei den strukturierten Produkten höher ist.
    Good luck, danke für die tolle Arbeit und dein Engagement in dieser Sache

    Maximilian

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