Hexensabbat am 17.06.2011 und die Hoffnung stirbt zuletzt

Der Mensch hofft gerne und es ist auch gut so. Das Vertrauen an das Gute im Zufall, eben an das nicht Zufällige, auch daran, dass die Natur es schafft, unsere unendlichen Wümsche mit sehr endlichen Ressourcen zu befriedigen, scheint uns nicht zu verlassen.

So auch an der Börse in den letzten Tagen. Trotz einer Fülle negativer Nachrichten wollen die Optimsten nicht verschwinden. Immer noch gibt es eine breite Masse von Börsianern, die bereit ist, höhere Preise zu zahlen, in der Hoffnung,  den verpassten Trend doch noch mizunehmen. In der sogenannten „Elliott-Theorie“, die ich persönlich nicht vertrete noch anwende, besteht zumindest ein vernünftiger Ansatz. Die Märkte entwickeln sich in Trendrichtung in fünf Phasen: drei in Impulsrichtung und zwei dagegen. Die erste Well in Trendrichtung begann direkt nach der Finanzkrise 2009. Danach folgte die normale länger andauernde Phase, wo auch Großinvestoren Geld machen. Ab Sommer 2010 verabschieden sich die Großinvestoren von den Assets und die letzten springen auf den fahrenden Zug, die den Anstieg verpasst haben. Zurzeit befinden wir uns entweder noch in dieser Phase oder bereits im Abwärtstrend.

Fakt ist, dass die 7000 Marke offenbar einige Börsianer als Unterstützung überzeugt hat und sie gehen von einer Erholung auf diesem Niveau aus. Sollte es tatsächlich weiter aufwärts gehen, könnte der DAX relativ schnell so  um den 25.06.11 bei 7700 stehen. Siehe Chart m.f.G. http://www.tradesignalonline.com.

Gewinnen wieder die Bären die Oberhand, dann sehen wir schnell die Fukushima Kurse bei 6600.

Ich selbst würde eine hektische Erholung auf 7700 nicht ausschließen.

Auch so noch eins hätte ich beinahe  den Hexensabbat. Der Große Verfall am 27.06.2010 könnte ebenfalls zu dem gestiegenen Optimismus beitragen. Bitte die vielen Shorties im Markt nicht vergessen. Die Anzahl derer die auf fallende EONs, Commerzbanks und andere Aktien wetteten, ist nicht zu unterschätzen. Nun kommt es nicht zu einer Flut negativer Nachrichten und charttechnisch spricht eben auch manches für den Anstieg und schon haben die Shortseller ein Problem, indem sie die leerverkauften Aktien( oder Optionen) zurückkaufen müssen. Bei Terminkontrakten wird e vor dem Verfall eng.

Seit dem letzten Verfall an der Eurex im Mai hat sich relativ wenig getan. Der Dax steht nur wenige Punkte unter dem Stand im Mai und die Vola ist ebenfalls etwas zurückgegangen.

Machen  Sie sich jedoch keine Sorgen. An eine Rally bis auf 8000 glaube ich nicht. Vielleicht ist es aber auch ein guter Kontraindikator…

Ich bin außerdem sehr enttäuscht, dass die von mir öfter zitierte starke Korrektur im Goldpreis bis Ende Juni nach wie auf sich warten lässt.

In dem Sinne – einen fröhlichen Verfall

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Kommentare

  • Stefan Wehmeier  On Juni 15, 2011 at 9:09 pm

    „Unser Geld bedingt den Kapitalismus, den Zins, die Massenarmut, die Revolte und schließlich den Bürgerkrieg, der erfahrungsgemäß mit unheimlicher Schnelligkeit zur Barbarei zurückführt. …Wer es aber vorzieht, seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen, statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen…“

    Silvio Gesell (Geld oder Krieg)

    Wenn das Geld selbst fehlerhaft ist, gibt es keine wie auch immer geartete „Finanzpolitik“, mit der sich der Zusammenbruch des Geldkreislaufs – und damit der gesamten Volkswirtschaft – aufhalten lässt. Das sollte sogar einem Politiker einleuchten; tut es aber nicht, denn…

    „Im Grunde ist Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols, einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits.“

    Otto Valentin, aus „Warum alle bisherige Politik versagen musste“, 1949

    Daran hat sich bis heute nichts geändert, während das exakte Wissen, um absolute Marktgerechtigkeit herzustellen und damit Wirtschaftskrisen, Massenarmut und Krieg generell zu vermeiden, schon seit dem Jahr 1916 zur Verfügung steht (alle „Gegenargumente“ basieren auf Vorurteilen und Denkfehlern)!

    „Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.“

    Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008), aus „Profile der Zukunft“

    Für die Überwindung der „Finanzkrise“ und den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation bedarf es der „Auferstehung der Toten“. Als geistig Tote sind alle Existenzen zu bezeichnen, die vor lauter Vorurteilen nicht mehr denken können. Werden Sie lebendig: http://www.deweles.de

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