Wer braucht Aktien-Futures

Vor wenigen Jahren hat die Eurex (Deutsche Terminbörse) Aktien-Futures eingeführt. Es handelt sich dabei um ein unbedingtes Termingeschäft, in dem auf die Kursentwicklung der Aktie gewettet wird. Es ist also ähnlich, als ob man mit etwa 20% des Einsatzes Aktien kaufen würde, aber anders als beim gewöhnlichen Aktienkauf täglich quasi abgerechnet wird.  Verliert die Aktie am Tag, dann bekomme ich Geld und umgekehrt. Nach einer bestimmten Laufzeit wird final abgerechnet und der Kontrakt wird beendet. OK, ich will nicht in zwei Zeilen die Funktionsweise der Terminbörse erklären, aber vielleicht bleibt jemand hängen und liest weiter. Ansonsten wird es eher für Profis interessant.

Ich war von Anfang an skeptisch der Idee gegenüber, Aktienfutures über Eurex anzubieten. Der Spieltrieb der Deutschen und ihre Risikobereitschaft sind ja etwas weniger ausgeprägt als etwa die der osteuropäischen oder gar asiatischen Völker.

Deshalb rechnete ich mit einem schnellen Tod dieser Futures.  Nun schaute ich heute zum ersten Mal seit langem auf die entsprechende Seite der Eurex (www.eurexchange.com) und analysietr den Aktien-Futures Markt. Zu meinem Erstaunen lebt er immer noch. Ja, es wird gehandelt, wenn auch nicht viel. Beispiel BMW-Future(MWF). Im Juni wurden mit diesem Future ca. 200 Millionen umgesetzt. Im Vergleich wurde mit dem gleichen Basiswert im Optionsmarkt ein Umsatz von ca. 2 Milliarden  im Juni gemacht. Hinzu kommt, dass an einzelnen Tagen wie heute der Umsatz nur noch sporadisch stattfindet.

Angesichts dieser Zahlen fragt man sich, warum man eine komplizierte Infrastruktur betreibt und nimmt das Produkt einfach nicht eis dem Angebot raus, wie einst Devisenoptionen. Dann habe ich etwas länger nachgedacht und stellte fest, dass ich es doch gebrauchten könnte.

Hat jemand von den Lesern Erfahrungen mit Aktien-Futures bereits gesammelt?

Ich sehe ein Einsatzgebiet in Hedging der Aktienoptionen. Bin ich mit einem Call short oder einem Put short, dann kann ich oft einen sicheren Gewinn einstreichen ( Stillhaltergeschäfte). Das Problem sind die wenigen Ereignisse, die eine oft verlustreiche Eindeckung erfordern. Dies könnte man zum Teil mit Aktienkauf bewältigen aber gegen geshortete Puts hilft nur der Leerverkauf, den ich als Privatanleger nicht ohne weiteres tätigen darf. Hier hilft der verkaufte Future schon mehr, zumal dass auch die Liquidität geschont wird.

Was mich abschreckt ist die Handelbarkeit dieser Futures. Gut, den theoretischen Preis kann man sich selbst ausrechnen. Es ist einfacher als bei Optionen. Aber die Spreads dürfen ungünstig sein.

Ich werde über diese Idee nachdenken. Für Anregungen wäre ich dankbar.

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