Das Wetten auf ein Weltuntergangsszenario könnte sich lohnen. In meiner strategischen Grundeinstellung als Berater und Trader weiche ich inzwischen immer mehr davon ab, auf eine Kontinuität des Marktes zu setzen. Das unerwartete Ereignis kommt bestimmt und zwar niemals zu dem Zeitpunkt, wie es das theoretische Modell vorsieht.
Nicht zuletzt baut mein eigenes Handelssystem DAX daily auf dem Prinzip „nutze jede Chance aus“. Ich habe das System Ende 2010 in den Livetest gestartet. Anfangs lief es eher durchwachsen: Es gab Verluste und Gewinne und obwohl die gesamte Jahresperformance 2010 recht gut wurde, blieben viele skeptisch. Und jetzt seit Jahresanfang geht es fast nur noch aufwärts. Mittlerweile liegen wir bei fast 700 im Plus und das mit einem sehr überschaubaren Risiko.
Über mein Handelssystem wollte ich aber nicht so viel schreiben. Vielmehr finde ich die Idee reizvoll, auf ein Extremereignis zu setzen. Ich schaute mich auf dem Markt um und fand tatsächlich, dass es inzwischen solche Hedgefonds gibt. Allen voran laut letzten Presseberichten der Hedge Fonds von Mark Spitznagel.
Was macht er bzw. investiert er das Geld der Investoren? Ich habe in Forbes einiges über seine Strategie gefunden. Sie ist sehr einfach gestrickt. Er kauft Optionen weit aus dem Geld (ca. 20%) auf Aktien und Rohstoffe und wartet dann 6 Monate auf das extreme Ereignis. Tritt dieses nicht ein, dann wird die Position gerollt.
Passiert aber etwas Ungewöhnliches, dann macht er seine Anleger reich
http://www.forbes.com/forbes/2011/0627/money-guide-11-spitznagel-black-swan-cnbc-protect-tail_2.html
In Artikel oben wird auch die Performance der übrigen Hedge Fonds zusammengestellt. In Deutschland ist das offenbar immer noch kein Thema. Die Deutschen mögen nun Sicherheit. Die Katastrophenfonds bedeuten eben zuerst viele Verluste. Zuerst sitzt man wie der Mark Spitznagen und wartet im gut gekühlten Raum mit klassischer Musik im Hintergrund und wartet…
Andererseits wird das nächste Extremereignis eben anders die die vorherigen sein.