Aktiendepot veroptionieren Teil II

Optionsgeschäfte für Privatanleger in Deutschland haben nach wie vor keine Lobby. Trotz der hohen Transparenz, Liquidität und eines einfachen Preismodells wird der Optionshandel nur selten über die Banken angeboten. Warum sollte es aber anders sein? Banken wollen eine möglichst hohe Marge. Danach wird der Vertrieb gemessen. Das rein ertragsorientierte Denken ist in den letzten Jahren sukzessiv von der Versicherungsbranche in die Banken übergegangen. Produkte die keine hohe Rendite bringen, werden schlicht verworfen, es sein denn sie sind ein Teil mandatorischer Anforderungen oder haben einen hohen Prestigewert.

EUREX gehört scheinbar nicht dazu. Im Gegenteil, eine Anbindung an EUREX kostet richtig viel Geld. Der Handelssupport und Abwicklung kommen noch oben drauf.
Deswegen werden wir weiterhin nur von Zertifikaten, CFDs, Aktienanleihen und sonstigen Optionsscheinen von den Banken zu hören bekommen.

Umso mehr scheint das Interesse an Optionen in Deutschland zu steigen. Ich komme zu diesem Schluss aufgrund der vielen Mails und Anfragen von meinen Lesern.
Motiviert durch diese „optionale“ Begeisterung schreibe ich ab und an etwas mehr über das Thema für Privatanleger.

Welche Möglichkeiten habe ich überhaupt, ein Aktiendepot zu veroptionieren? Zuerst das Allerwichtigste. Optionen sind ein Nullsummenspiel. Das heißt, wenn der Basiswert sich nur statistisch bewegt (Lognormale Rendite), dann werden Sie mit Optionen nach einer ausreichend langen Zeit effektiv Verluste machen. Durch die bloße Kenntnis des Optionshandels haben Sie noch keine Marktlücke entdeckt.
Für die Einsteiger, die dazu noch sehr konservativ denken eignet sich meine ein Collar als eine Optionsstrategie. Sie besitzen Aktien, verkaufen Kaufoptionen (Calls) aus dem Geld und kaufen für einen Teil dieser Prämie Verkaufsoptionen (Puts). Damit sind Sie nach unten abgesichert, nach oben bleibt ein gewisses Gewinnpotenzial und Sie produzieren keine hohen Kosten. Steigen die Aktien über den Basispreis der Calls, werden Sie ausgeübt und haben effektiv gewonnen. Fällt der Kurs, dann lassen Sie die Calls auslaufen und schreiben neue. Im Übrigen kaufe ich meist Puts mit viel längerer Laufzeit als die verkauften Calls.
Eine von mir entwickelte Variante des Collars ist cut Collar. Hier versuche ich bei starken Bewegungen nach unten, eine zusätzliche Rendite durch den Verkauf von Puts zu niedrigerem Basispreis zu erwirtschaften. Ich reduziere damit die Absicherung und eröffne einen Spielraum für weitere Aktienkäufe.
Generell sollte beachtet werden, dass alle Strategien, die Stillhalterelemente enthalten, also aus einem Leerverkauf bestehen, immer zum Verlust führen können, sobald die Volatilität innerhalb der Laufzeit deutlich steigt. Deshalb sollte auch hier mit Stopp-Loss gearbeitet werden, wenn auch mental, da EUREX keine automatische SL zulässt. So, fürs Zweite reicht es 🙂
Die Eurex-Geschäfte sind auch bei Insidern beliebt. Auf der Seite http://www.insiderdaten.de/ werden Insidergeschäfte berichtet. Ich fand dort viele Call Verkäufe und sonstige Strategien

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