Warum die US-Wirtschaft immer bedeutungsloser für die Börsen wird

Man darf sich nicht täuschen. Die USA sind auf dem besten Weg, das natürliche Schicksal der Supermächte der letzten Jahrtausende zu teilen. Dieses Land wird sehr wahrscheinlich nicht die Supermacht des 21. Jahrhunderts sein.

Im letzten Jahrhundert war es das enorme Wirtschaftswachstum, welches die USA nach dem ersten Weltkrieg nach vorne katapultierte. Zwar folgte danach die Große Depression der 30er Jahre, diese war nicht nur auf Nordamerika beschränkt. Es gab außerdem damals keine Konkurrenz für das Amt der Supermacht. Der zweite Krieg beschleunigte das Wachstum der USA und die amerikanische Expansion konnte ungebremst fortschreiten. Die US-amerikanische Lebensphilosophie (american way of  life), die ökonomischen Doktrinen, und nicht zuletzt der Dollar. Hinzu kamen noch die Ölvorräte (s. „Dallas“).

Alles Geschichte.

Wie einst 476 n.Ch.  das Römische Reich zerfiel, so scheint es den USA zu ergehen. Die Analogie ist verblüffend:

1. Übermäßige Ausdehnung des Landes auch als Netzwerk der lebenswichtigen Verbündeten gemeint

2. Mangel an Ressourcen

3. Angriffe von außen

4. Fehlende Flexibilität, sich auf neue Bedingungen einzulassen.

5. Arroganz gegenüber anderen Kulturen, wenn man gleichzeitig auf die Menschen aus diesen Kulturen angewiesen ist

Man kann noch lange aufzählen.

Welche Macht ersetzt die USA? China? Gut möglich. Denn Europa befindet sich auch auf dem „amerikanischen“ Weg, ist aber kein einheitlicher Staat, sodass es viele kleine aber keinen großen Tod geben wird.

Angesichts dessen frage ich mich, warum zum Teufel ich meine Aktien heute verkaufen muss, nur weil die USA möglicherweise mehr Arbeitslose haben werden. Ist doch lächerlich, oder? Die deutschen Unternehmen veröffentlichen täglich ihre Quartalszahlen und diese sind gut bis exzellent. Der US-amerikanische Markt ist stark von Binnennachfrage abhängig. Deshalb verstehe ich umso weniger, warum mich dieses Land jucken muss.

Ich glaube nicht, dass die europäischen Märkte nur wg. der USA abstürzen werden. Nein, die Korrektur war schon längst im Gange (habe öfter darüber geschrieben). Wir haben gestiegene Inflation, verschuldete EU-Länder und gerade in Deutschland ein enormes Wachstum hinter uns. Da war die Zeit für eine Korrektur reif. Hinzu kommen stark inflationäre Tendenzen in Asien.

Gut, was hilft es uns denn?  Ich würde die steigende Dynamik eines Abwärtstrends nicht unterschätzen. Egal welche Ursachen dazu geführt haben, solange verkauft wird, wechseln immer mehr Börsianer auf die Bärenseite. Das kann sehr schnell gehen. Ich selbst habe schon seit Monaten keine Aktien ohne Absicherung mit Optionen gekauft.

Als Intradaytrader würde ich ebenfalls auf die Fotsetzung der Korrektur setzen, weiß aber selbst nicht, ob es kurzfristig nicht Sinn machen würde, auf eine rasche Erholung zusetzen. Immerhin bewegen wir uns in der Nähe einer Fibonacci-Korrektur, die durchaus zur Unterstützung werden kann.

Ob die Hausse zu Ende geht, weiß ich auch nicht. Es würde mich nicht wundern, wenn auch etwas verfrüht. Die letzte Hausse dauerte 2003-2007, die vorletzte von 1997-2000 und die aktuelle begann 2009. Der Logik folgend hätte ich ihr Ende erst 2012 erwarten. Würde, hätte …  

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