Rohöl und DAX – eine unheimliche Korrelation

Am Ende will doch etwas schreiben.  Zwar finden wir zurzeit genug unbrauchbare Nachrichten und Prognosen, aber als langjähriger Monologist (im Fachjargon Blogger) kann ich jetzt nicht einfach schweigen.  Ich werde nicht über die Ursachen, die offenkundig sind,  schreiben, ich werde auch nicht todsichere Tipps geben.

Ich besinne mich auf den eigentlichen Zweck meines Schreibens. Was sehe ich im Moment in den Finanzmärkten und wie würde ich regieren. Ich versetze mich sozusagen in die Rolle eines durchschnittlichen Beobachters, der einfach sagt, was die meisten denken und vielleicht auch mehr. Letztlich verfüge ich über manches Wissen und Erfahrungen. Der Lernprozess eines einzelnen ist ja die Summe seines persönlichen Eigenschaften, seiner Erfahrung und des von anderen übertragenen Wissens. Andere könne also von meinem Monolog profitieren.

1. Fakten

Der DAX hat den Seitwärtsgürtel, in dem er seit fünf Monaten pendelte, verlassen. Ausgehend von der Fukushima Korrektur im März begann der deutsche Index zuerst mit einem Anstieg auf 7500. Dieser ist missglückt, der Index drehte nach unten, dann  bei 7000 erneut nach oben und blieb bis Ende Juni stets zwischen 7000-7400. Es war klar, dass er irgendwann diese Zone verlassen wird. Die Frage war nur, wohin. Noch vor 10 Jahren hätte ich gesagt, nach unten, da das Maximum mehrfach nicht erobert werden konnte. Heute sage ich, beides ist möglich. Eine lang andauernde Seitwärtsbewegung kann jederzeit in beide Richtungen beendet werden. So lehrt uns zumindest die Kurshistorie.

Nun also verlor der Index in 10 Tagen  1000 Punkte und steht zurzeit in der Nähe der ersten Fibonacci Korrektur bei 6032. Hier könnte es kurzfristig aufwärts gehen.

Soviel zur Charttechnik des DAX.

2. Viel spannender finde ich die stark gestiegene Volatilität. Diese steht im Moment bei 33%, was etwa dem Wert im Mai 2010 entspricht, damals als es zu dem Minicrash in den USA kam. Steigt sie tatsächlich darüber, dann liegen die nächsten Widerstände in der Nähe der Crashwerte von 2008-2009.  Dann sieht es interessant aus, vor allem für Optionshändler, wie ich, die gerne hohe Volatilität als Stillhalter verkaufen.

3. Auf einen Aspekt möchte ich noch hinweisen. Die Korrelation Öl und DAX. Diese ist inzwischen aus deutlich gestiegen (s. Chart  von tradesignalonline.com). Erstaunlich, dass in fallenden Aktienmärkten meist alles verkauft wird. Gold nehme wir noch aus. Noch, denn ich bin mir sicher, auch für Gold wird irgendwann die Zeit kommen. Es wird fallen und zwar kräftig. Die Argumente von wegen Sicherheit und physischer Nachfrage galten doch auch im Jahr 2000, als der Preis bi 270 $ stand.  Hat sich die Welt wirklich so verändert.

4. Ja, ich weiß, wenn die USA mit ihrer  Leitwährung schwächeln, dann müssen alle anderen Angst haben, dann müssen sie verkaufen, auch wenn es sich dabei um deutsche Unternehmen handelt, die wenig mit den USA zu tun haben, weil sie ihr Geschäft womöglich hauptsächlich in China machen.

OK, die Märkte passen sich den neuen Gegebenheiten an , der veränderten Rolle der USA und preisen die hohen Unsicherheiten bez. Des Euro ein und verlieren. Das ist verständlich, nur das Ausmaß stimmt wieder mal nicht. Es wird übertrieben. Ohne Euro wird es den meisten Unternehmen in Europa zumal in Deutschland genauso gut wie vorher gehen.

5. Was tun jetzt?  Wenn man als Intradaytrader jederzeit handeln kann, dann natürlich bietet sich das Zocken an. Ansonsten kaufe ich zum Beispiel die ETFs auf DAX.  Spannender wird es, wenn die Vola noch mehr steigt. Die Aktienanleihen werden dann eine schöne Rendite bringen. Oder ich verkaufe Puts auf den DAX, natürlich abgesichert.

6. Spätestens bei 6000 ist für mich der zweite Einstieg in Aktien angesagt. Der DAX wird dann voraussichtlich eine Weile leicht steigen, um dann richtig zu fallen.  Ab 6600 wird für mich der Zeitpunkt zum Verkauf gekommen sein.

Unten der Chart mit freundlicher Genehmigung von tradesignalonline.com

 

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Kommentare

  • Gast  On August 8, 2011 at 7:46 pm

    Fakt ist, dass die BASF Aktie kanpp über 50 EUR und ist sehr günstig bewertet, oder?

    • Adrian Gohla  On August 8, 2011 at 8:52 pm

      Günstig ist relativ. Ich habe meine short put Position von Anfang an neutralisiert. Ds heisst, ich verkaufe kurzlaufende Puts gegen einen langlaufenden long Put.
      Ich würde sagen, BASF ist ein solides dividendenstarkes Papier und definitiv kein Treiber der aktuellen Krise. Man sollte dennoch bedenken, dass sich eine solche Aktie sich auch mal halbieren kann, um danach doch wieder zu steigen.

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