Hängt das Schicksal des Euro von der Laune eines 63 Jahre alten Mannes ab?

Manchmal glaube ich in einem falschen Film zu sein. Es hört sich banal an,  aber in der Tat fühlt man sich oft zum Mitlaufen animiert. Und man folgt tatsächlich dem Herdentrieb, allen intellektuellen Beteuerungen zum Trotz.

Ich äußere mich selten zu den allgemeinen Nachrichten aus der Wirtschaft. Der Schwerpunkt meines Blogs liegt im Investieren und zwar mit wenig Kapital und trotzdem innovativ und erfolgreich. Ich will durch eine gemeinsame Suche die Möglichkeiten aufzeigen, die oft nur den Banken bekannt sind, mit etwas komplexeren Strategien Geld zu machen.

Andere News gehen mich nur wenig an. Mittlerweile existieren auch in Deutschland so viele Blogs und Journals, die sich mit ständigem Kommentieren der Ereignisse beschäftigen, dass ich da gar nicht mithalten kann und will.

Dennoch kann ich nicht schweigen, wenn ein offensichtlicher Unsinn überall behauptet wird.

Der Rücktritt des Chefvolkswirts der EZB J. Stark wird fast wie eine europäische Katastrophe dargestellt.

Hier ein Artikel aus der SZ.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ezb-chefvolkswirt-stark-tritt-zurueck-wenn-der-letzte-falke-geht-1.1141354-2

„Stabilität des Euro bedroht.“

„Der letzte Falke geht“

In einem Zug wird gleich der Chef des Münchener Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn zitiert, der „Verständnis“ für die Entscheidung von Herrn Stark zeigt.

Es ging offenbar um die umstrittenen Staatsanleihekäufe. Ist es aber ungewöhnlich, dass ein 63 Jahre alter Mann in den Ruhestand gehen möchte? Schließlich wird man heute in den Banken als Angestellter nicht alt. Deutsche Bank diskutiert seit langem die 52+  Regelung, die HSH löst ganze Standorte ab

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/hsh-zahlt-wieder-boni-und-streicht-stellen/3941922.html

, und die Commerzbank bewegt die Leute so oder so zum Gehen.  Von einer rollenden Entlassungswelle im Investmentbanking mal ganz abgesehen.

Es sind oft Menschen, die zwar gut gearbeitet haben aber es nicht geschafft haben, einflussreicher zu werden. Dagegen kam der zurückgetretene J. Stark allzu oft in Erscheinung. Schon beim Googeln mit Jürgen Stark 2010 bekommen Sie über 5 Millionen Ergebnisse.

Ja, er stand zu seiner Meinung und er dachte deutsch.  Und er hatte womöglich auch Recht. Der deutsche Separatismus in Bezug auf Euro ist inzwischen salonfähig geworden. Möglicherweise ist es nur die Frage der Zeit, dass die EZB aufhört Schulden zu machen und lässt alle Euro-Sünder fallen. Dann haben wir unsere DM zurück oder halt einen Euro 1. Klasse, den es sonst in zwei oder drei Länder gibt.

Wie auch immer, eines verstehe ich nicht. Warum führt der Rücktritt zum DAX-Sturz um mehr als 4 %? Hatte der Herr Stark als Volkswirt einen so großen Einfluss auf die Politik der EZB? Wohl kaum. Es ist der Markt, der nach unten will. Zunächst auf unter 5000 und dann vielleicht noch tiefer. Es ist für mich inzwischen fast langweilig, auf fallende Kurse intraday zu setzen. .Man verkauft und nach ein paar Stunden kauft man es billiger zurück. Und solange die Hedgefonds unsere Banken dreschen, kann ich gerne mitschwimmen. Jetzt geht es wirklich nur um neue Nachrichten, die den weiteren sinnlosen Verkauf der Aktien rechtfertigen würden. Heute Stark, morgen Trichet, übermorgen Merkel und danach alle anderen Politiker.  Wenn solche Nachrichten ausbleiben, dann sucht man sich auch die weniger wichtigen aus, wie „Der Vorstandschef der Societe Generale wirft einen 10 Euro-Schein aus dem Eifelturm. In den nächsten Beiträgen folgen weitere Crasch-News.

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