Poker Trading und das ganze Leben

Der aktuelle Anlass ist leicht zu erraten. Der Sieg des jungen Studenten Pius Heinz im WSOP ist zwar in allen Medien erwähnt worden aber leider ähnlich wie die Papstwahl 2005. Wir sind Papst der Bildzeitung wurde damals quasi vom Rest der Bevölkerung ertragen und das war’s. Die Deutschen waren überrascht. Der Kard. Ratzinger war jedcoh niemals der Liebling der Nation und das hat sich nach der Wahl nicht geändert. Leider!

Poker ist in den letzten Jahren sehr populär geworden. Die geschickte  Vermarktung in allen Medien hat dazu erheblich beigetragen. Aber nicht nur das. Poker spiegelt die Sehnsüchte der Menschen wider. Geld verdienen ohne morgens aufstehen zu müssen, ohne sich auf den Kunden einstellen zu müssen und überhaupt ohne etwas zu müssen. Nicht einmal eine vernünftige Ausbildung ist dazu erforderlich.

Das entspannte Leben eines Privatiers, sozusagen.

Und deshalb müsste man auf unseren Sieger stolz sein und ihn als Vorbild für die Jugend präsentieren, ähnlich wie Klitschkos, oder  noch besser wie Henry Maske. Diese Annahme hat sich leider nicht bewahrheitet. Man ist auf den Pius etwa so stolz wie auf den 2005 gewählten deutschen Papst.  Ein Pokerspieler taugt scheinbar nicht zum Vorbild der Nation.

Glücksspiel hat etwas Verruchtes, etwas Unanständiges. Ich stelle immer fest, dass  Kollegen und Bekannte schweigen, wenn sie von meinem (theoretischen) Interesse am Black Jack, Poker und Co. erfahren. Man staunt, hört zu und betont,  schon mal im Kasino gewesen zu sein, aber sonst würde man „Finger davon lassen“.  Umso wichtiger finde ich das Interview mit Boris Becker, welcher sich auch aus diesem Anlass als bekennender Pokerspieler ausgibt, s. Zitat unten .

http://www.welt.de/print/wams/sport/article13714282/Die-Poker-Welle-ist-nicht-zu-stoppen.html

Glücksspiel ist nicht anders als Trading. Im Poker muss man oft verlieren, die Gewinnwahrscheinlichkeit  ausrechnen und das Verhalten der Masse einschätzen. Es sind, die man sonst im Leben braucht. Oder glauben Sie, dass eine gute Note und viel Fleiß reichen, um in den Vorstand zu kommen. Und wenn auch manche der Leser mir ein Stammtischgerede vorwerfen, werden auch sie zum Schluss die Richtigkeit dieses Vergleiches bestätigen.

 

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