Polen – schwacher Zloty und die starke Kernenergie

Polen gilt nach wie vor als das Musterland in Europa. Die westeuropäische Krise schien bis jetzt an diesem Land spurlos vorbeizuziehen. Heute hat die Agentur Fitch Portugal herabgestuft. Über fast alle Länder wird inzwischen im Zusammenhang mit der Krise gesprochen. Außer über Polen.

Es ist lange darüber diskutiert worden, ob und wann wir es erlauben, dass Polen den Euro bekommt. Soweit ich mich erinnern kann (s. meinen letzten Beitrag zu dem Thema), war 2013 zuletzt im Gespräch.

Nach der Verschärfung der Schuldenkrise zeigen alle drei Kandidaten Polen, Tschechien und Ungarn plötzlich kein Interesse am schnellen Beitritt. Unten ein Artikel aus n24 dazu.

http://www.n24.de/news/newsitem_7340948.html

Und es ist auch gut so! Erstens erfüllt Polen, was Donald Tusk auch selbst zugibt, nicht die Konvergenzkriterien von Maastricht.

Ich  bin schon immer etwas skeptischer, wenn ich vom polnischen Wirtschaftswunder höre. Ein Land, das bis jetzt nicht geschafft hat, alle Stadien für die EM zu bauen und wo das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit gerne  verschleiert wird, spielt für mich nicht mit offenen Karten. Wie sagt man gerne bei „uns“ außen hui innen pfui, oder ähnlich. Steigende Gehälter hier und dort die Auswanderungswelle in den Westen.

Die Investoren haben es auch erkannt. Der Polnische Zloty befindet sich im freien Fall, was in Verbindung mit schwachen Finanzmärkten einen Doppelschlag bedeutet.

Der Chart unten zeigt der Zloty gegen Euro seit 2008. Der Kurs befindet sich auf dem besten Wege zum all time high bei 5,00 Zloty/Euro. Dieses Niveau sollte im Auge behalten werden. Vielleicht bietet es doch Chancen, auf den steigenden Zloty zu setzen. Schließlich boomt das Land 😉

Zum Schluss ein Artikel aus der polnischen Zeitschrift Rzeczpospolita www.rp.pl

http://www.ekonomia24.pl/artykul/523485,759690-PGE-przyspiesza-prace-nad-elektrownia-jadrowa.html

Offensichtlich schreiten die Arbeiten am ersten Kernkraftwerk gut voran. Man sei dabei, einen Standort auszusuchen… Die Kosten werden auf 35-55 Milliarden Zloty, ca. 10 Milliarden Euro geschätzt. Für den Bau ist PGE  verantwortlich (Polska Grupa Energetyczna). Da können wir echt gespannt sein! Im Übrigen würde mich recht interessiert, wie hoch das Auftragsvolumen von KPMG ist, die ebenfalls an der Umsetzung beteiligt ist.

Chart m.f.G. http://www.tradesignalonline.com

Ich sehe gerade, kann den Chart nicht laden. Mache ich morgen!

bye

 

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Kommentare

  • gmarg  On November 25, 2011 at 11:55 am

    Verstehe ich nur teilweise, sicher hat das Land ne Menge Probleme und ne Menge Aufgaben. Aber hier von innen hui und aussen pfui zu sprechen, obliegt meiner Meinung nach jeder Grundlage. Sicher sehen viele Gebaeude und Industriehallen in Polen noch aus wie vor Wendezeiten, aber so schnell gehts halt nicht. Alles brauch seine Zeit.
    So wie ich gestern in der gazetta.pl gelesen hab sind alle Stadien fuer 2012 fertig auch jetzt Warschau. Sicher sind vielleicht noch Kleinigkeiten zu erledigen aber sind ja auch noch 200 Tage zeit. Manchmal hab ich das Gefuehl Du willst es allgemein bissle schlecht reden. Warum?
    Und Auswanderungswelle, ja die war einmal. Aber viele haben sich ne Wohnung in Polen gekauft, mein Nachbar kommt gerade aus London zurueck. Und freut sich ueber Wechselkurs GBPPLN. Sicher gibt es auch viele die in EUR und CHF Kredit fuer ihre Wohnung haben, da hab ich manchmal eher das Gefuehl das so was hip ist zu haben. Ich fuehl mich da mit meinem PLN erstmal wohl.
    Und auch die Oeffnung Deutschands hat keinen Ansturm gebracht. In Breslau und Krakau werden haenderingend ITler gesucht, da geht doch heute keiner mehr nach Frankfurt oder sonst wo hin.
    Da kann der gut ausgebildete Absolvent in Ruhe sein familiaeres und soziales Leben in bekannter Umgebung aufbauen. Und die Karrierechancen sind deutlich schneller.

    Gruesse aus Warschau

    • Basili  On November 25, 2011 at 1:44 pm

      Danke für den Kommentar!
      Nein, ich will nicht schlecht reden! Ich liebe Polen, spreche Polnisch und habe neulich sogar ein paar TV-Programme abonniert.
      Ja, ich kenne die Seite des Landes, über die Du schreibst. Als ich 2010 mehrfach in Warschau im Auftrag einer Großbank unterwegs war, fühlte ich mich fast ganauso wie in London, Wien oder Berlin. Es ist sicherlich nicht dieses Polen, welches ich vor 20 Jahren verlassen habe, damals in der dunklen postkommunistischen Nachkriegszeit… Und auch die Menschen sind mir sympathischer, zumal ich ihre Muttersprahe beherrsche.
      Ja, ich bekam die Gespräche der Deutschhbänker aus Warschau mit. Mal über das neue Grundstück an der Ostseeküste, mal den Hausbau des Chefs.
      Das sind die Gewinner der neuen Zeit.

      Es gibt aber auch die andere Seite. In meiner Heimstadt K-Kozle liegt die Arbeitslosigkeit bei 20%, so genau weiß es aber keiner. Fast alle haben oder hatten einen Job im Ausland. Ich nehme an, sie gelten oft nicht einmal als arbeitssuchend…
      Und erklären Sie mir bitte, warum ich sogar im tiefsten Taunus mittlerweile überall Polnisch höre. Gut, die deutsche Gesellschaft stirbt, weil sie keine Nachkomemn zur Welt setzt. Aber das ist nicht der einizige Grund. Es gibt inzwischen im jeden zweiten Dorf polnische Gottesdienste, Diskos usw. Es gibt Klans polnischer Handwerker, die in Aufträgen der abgabensparenden deutschen Bevölkerung ersticken.

      Nein, lieber Freund, Polen ist nicht nur Krakau, von welchem neuerdings alle Bekannten schwärmen. Nicht nur Google-Institut und nicht nur die teuren Immobilien.

      Zum Schluß erlaube ich mir eine ketzerische Frage – mit welchen Produkten, Erfindungen und sonstigen technischen Leistungen kann sich Polen der letzten Jahrzehnte rühmen? Vielleicht habe ich manches verpennt…
      Viele Grüße

      Adrian

    • Basili  On November 25, 2011 at 1:44 pm

      Danke für den Kommentar!
      Nein, ich will nicht schlecht reden! Ich liebe Polen, spreche Polnisch und habe neulich sogar ein paar TV-Programme abonniert.
      Ja, ich kenne die Seite des Landes, über die Du schreibst. Als ich 2010 mehrfach in Warschau im Auftrag einer Großbank unterwegs war, fühlte ich mich fast ganauso wie in London, Wien oder Berlin. Es ist sicherlich nicht dieses Polen, welches ich vor 20 Jahren verlassen habe, damals in der dunklen postkommunistischen Nachkriegszeit… Und auch die Menschen sind mir sympathischer, zumal ich ihre Muttersprahe beherrsche.
      Ja, ich bekam die Gespräche der Deutschhbänker aus Warschau mit. Mal über das neue Grundstück an der Ostseeküste, mal den Hausbau des Chefs.
      Das sind die Gewinner der neuen Zeit.

      Es gibt aber auch die andere Seite. In meiner Heimstadt K-Kozle liegt die Arbeitslosigkeit bei 20%, so genau weiß es aber keiner. Fast alle haben oder hatten einen Job im Ausland. Ich nehme an, sie gelten oft nicht einmal als arbeitssuchend…
      Und erklären Sie mir bitte, warum ich sogar im tiefsten Taunus mittlerweile überall Polnisch höre. Gut, die deutsche Gesellschaft stirbt, weil sie keine Nachkomemn zur Welt setzt. Aber das ist nicht der einizige Grund. Es gibt inzwischen im jeden zweiten Dorf polnische Gottesdienste, Diskos usw. Es gibt Klans polnischer Handwerker, die in Aufträgen der abgabensparenden deutschen Bevölkerung ersticken.

      Nein, lieber Freund, Polen ist nicht nur Krakau, von welchem neuerdings alle Bekannten schwärmen. Nicht nur Google-Institut und nicht nur die teuren Immobilien.

      Zum Schluß erlaube ich mir eine ketzerische Frage – mit welchen Produkten, Erfindungen und sonstigen technischen Leistungen kann sich Polen der letzten Jahrzehnte rühmen? Vielleicht habe ich manches verpennt…
      Viele Grüße

      Adrian

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