Kreditversicherungen und Aktienmärkte – warum der latainamerikanische Markt boomt

Das Thema Kreditversicherung ist inzwischen salonfähig geworden. Noch vor wenigen Jahren wussten nur eingeweihte Freaks in Großbanken, um was es dabei geht. Heute vergeht kein Tag, an dem das Stichwort Credit Default Swaps oder Spreads oder eben Kreditversicherung nicht zur Sprache kommt. Deswegen beschäftigt mich das Thema immer mehr, allerdings stets im Hinblick auf ein gutes Investment.

Über die Derivate zur Absicherung der Kredite findet man genug Infos zum Beispiel in Wikipedia.  Ich will es nicht abtippen. Ich habe mich hingegen auf die Suche nach den Zahlen gemacht.

Bei der Deutschen Bank fand ich eine gute Übersichtskarte mit einem Onlinerechner.

http://tinyurl.com/7czqsre

Die Seite ist gut strukturiert und im Gegensatz zu der oft lahmen X-Markets Seite sieht man auf den ersten Blick sowohl die Ausfallwahrscheinlichkeiten als auch die Spreads und zwar für eine große Länderzahl.

Welche Länder sind noch sicher, bzw. wo lohnt es sich zu investieren? Ich meine jedoch nicht einen Anleihenkauf. Darüber findet man zu Genüge. Die Schuldnerbonität spiegelt sich klar in den gezahlten Zinsen wider. Mich interessieren die Aktienmärkte. Hier ist der Zusammenhang nicht so offensichtlich.

Ich habe folgende Länder aussortiert von den sichersten zu den unsichersten, je nach der Ausfallwahrscheinlichkeit PD (Stand 13.01.2012, Quelle DB Bloomberg):

Norwegen 0,7

USA , Finnland, Schweden, Australien, GB, Deutschland ( 1,4)

Es sind halt Länder, deren Aktienmärkte entweder bereits gut gelaufen sind oder sich dem allgemeinen Trend anschließen. Einige Länder wie Japan liegen zwar auch sehr hoch, sprich sind sehr ausfallsicher, sie haben aber ganz andere Probleme. Auch hier  kann man deshalb keine Vorteile aus der hohen Bonität gewinnen.

Das gilt aber nicht für alle „sicheren Länder“. Wenn man in der Liste der DB  nach unten scrollt, finden man zum Beispiel Chile (PD  2,0) Kolumbien ( PD 2,4) oder Peru, das mit 2,7 weit besser als Österreich oder Frankreich da steht.

Wie schaut es mit den Aktienmärkten dort aus?

Nicht schlecht, würde ich sagen. Ich habe nur die Performance eines DWS Fonds Lateinamerika auf http://www.fondsweb.de anegschaut. Dieser hat seit Juli fast 50% zugelegt und steht immerhin nur knapp unter dem Stand vor einem Jahr.  Da kann man sicherlich nicht viel falsch tun, indem man jetzt noch einsteigt, oder?

Die guten Investmentalternativen hat offenbar die KfW erkannt und auf der Lateinamerikanischen Konferenz von baldiger “ Überflügelung “ der europäischen Märkte gesprochen.

 

http://www.kfw.de/kfw/de/KfW-Konzern/Medien/Aktuelles/News/2011/November_2011/20111130_54667.jsp

Am Ende der Skala stehen alte Bekannten wie Portugal, und Griechenland. Bei Letzten wird die Ausfallwahrscheinlichkeit  auf 20% geschätzt.

Übrigens gibt es auch andere heiß gelaufene Märkte wie Mongolei oder Venezuela. Diese will ich aber vorerst außen vor lassen, da deren Hausse eher mit der Hoffnung auf neue Rohstoffquellen und weniger mit hoher Bonität zu tun hat.

Unten befindet sich der Vergleich PD Deutschland und Griechenland ( Datenquelle Deutsche Bank und Bloomberg)

 

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Kommentare

  • Thorsten Frerichs  On November 19, 2012 at 1:37 am

    Als Kreditversicherung sind neben den oben beschrieben Absicherungsmechanismen auch die Versicherung von Forderungsausfällen gemeint. Häufig kommt es bei der Nutzung der Begriffe zu Verwechslungen.
    Ein Kredit ist nicht immer ein Darlehen.

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