Zukunft der Banken – bestenfalls eine kleine Revolution

Wie sieht die Bank der Zukunft aus?

Es gibt zurzeit verhältnismäßig viel Diskussion über den Zukunft der Banken.  Ungewöhnlich viel, weil Banken gerade bei uns eher den Charme einer Leichenbeschauung haben.

Die vertretenen Meinungen lassen sich in zwei Gruppen eingliedern. Die einen glauben an eine Revolution. Gestern habe ich mich auf einen Handelsblatt-Artikel  bezogen, in welchem die Vertreter dieser Schule ausführlich von ihren Ideen träumen. Demnach wird es mehr Transparenz und mehr Kundenbeteiligung geben. Der Geist der sozialen Netzwerke würde die Banken tragen.

Dass dieses Bild reine Träumerei ist, liegt zum einen  an fehlender Überlebensfähigkeit eines Geschäftsmodells, das durch die Gutmenschen, getragen durch die obigen Ideale, entwickelt worden wäre. Und daran, dass wir Menschen sprich Bankkunden niemals einer völligen Transparenz unserer Finanzgeschäfte zustimmen würden.

Dennoch wird sich die Bankenlandschaft sicherlich verändern. Ich sehe die Entwicklung auf zwei he Ebenen.

  1. Viele Dienstleistungen werden von Banken auf spezialisierte Unternehmen übergehen. Es können Kleinkredite an Privatkunden sein. Ein Beispiel haben wir schon seit Jahren – Snava. Die Konditionen großer Institute sind schlicht zu ungünstig nicht zuletzt wg. gestiegenen Kapitalanforderungen aus Basel. Meine letzte Hausbank die Deutsche Bank AG hat mir neuerdings 17% Überziehungszinsen in Aussicht gestellt, falls mal in Not wäre. Eine pure Frechheit ist es, zumal dieselbe Bank lediglich 0,8% p.a. für das Tagesgeld bietet.  Ich habe natürlich Konsequenzen gezogen und die Bank gewechselt.
  2. Auch die Vermögensverwaltung könnte zum Teil an kleinere Dienstleister o (oder sogar private Personen für die Banken verlorengehen.  Dieser Prozess ist bereits im Gange. Zahlreiche Börsenbriefe, System-Pools und sonstige Wettgemeinschaften etwa bei CFD-Anbietern sind hier ein Beispiel.  Ich habe doch kein eigenes Konto bei einem CFD-Anbieter, wie IG Markets, oder? Es ist ein Sammelkonto (omnibus account).  Ich selbst erhalte stets Anfragen, ob ich nicht mal mit 50.000 Euro etwas Geld machen könnte. Alles eine Frage des Vertrauens.
  3. Allerdings glaube ich nicht, dass eine breit aufgestellte Universalbank aussterben wird. Eine Bank wird Investmentbanking anbieten und große Unternehmensfinanzierungen  durchführen, weil sie zum Beispiel über hohe Spareinlagen verfügt und sich somit nicht über Kapitalmärkte refinanzieren muss.

Der Bankensektor befindet sich sicherlich im Umbruch. Daraus wird aber keine Revolution, sondern eine Erweiterung ohne Paradigmenwechsel Es kann natürlich immer passieren, dass bestimmte Finanzdienstleistungen  ein Eigenleben entwickeln und sich sozusagen von dem klassischen Kernmodell einer Universalbank trennen. Das weiß man aber nachher.

 

 

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