Interview mit Dr. Gohla – negative Zinsen, DAX bei 7000 und Irland

Das Sonntagsinterview am 28.07.2012

Heute haben wir mit Dr. Adrian Gohla – Investor, Blogger und Unternehmensberater zum Thema Geld und seine Vermehrung  gesprochen. Wir trafen uns in seinem Büro im Taunus/Hessen.

Invest-Signale:  Herr Dr. Gohla, Sie sind seit 1997 an den Börsen dieser Welt aktiv. Zuerst als Aktienhändler, dann Derivathändler, Entwickler von Handelssystemen und Investment-Experte. Hat es sich für Sie insgesamt gelohnt? Würden Sie, wenn Sie noch einmal von vorne anfangen könnten, doch etwas anders im Leben tun, als nur das Geld durch den Globus zu schieben.

Dr. Gohla: Unter den gleichen Umständen ja. Ich hatte zwar Physik studiert, die Finanzmärkte, ihre fast unendliche Komplexität und nicht zuletzt die theoretische Chance, mit rein kognitiven Fähigkeiten, auf einfache Weise viel Geld zu verdienen, würde mich wahrscheinlich noch einmal anziehen. Ich würde lediglich die alten Fehler  nicht mehr begehen… Dann aber wohl viele neue  ( lacht)
Ob es sich gelohnt hat, werde ich am Ende sehen. Ich glaube schon, dass ich bisher mehr Geld verdient als verloren habe.  Wenn es aber mit meiner Performance nur aufwärts gehen würde, dann wäre das Leben doch langweilig und ich könnte dann nur noch im Fernsehen als self -made Millionär auftreten (lautes Lachen).

Invest-Signale: Welche waren ihre bisher besten und welche die schlechtesten Investments:

Dr. Gohla: Die besten waren zahlreiche Aktienkäufe vor dem Platzen der Dotcom-Blase. Ich kannte mich damals so gut wie gar nicht mit den Finanzmärkten aus, dennoch konnte ich dank der großen Risikobereitschaft viel Geld verdienen. Ich bin auch rechtzeitig aus dem Geschäft ausgestiegen.
Sehr gut waren auch die Optionsgeschäfte, die mein Handelssystem DAX daily abbildeten (Regelmäßige Status-Updates im Blog). Das Befolgen der Signale kollidierte oft mit meinen sonstigen Aktivitäten und ich habe dann vernachlässigt, diszipliniert zu handeln.
Die schlechtesten Geschäfte waren ein paar große Verluste aus den Stillhaltergeschäften, die ich im Rahmen des Projekt 1 Million  2008 tätigte. Damals lag ich zuerst gut im Gewinn, wurde aber zu unvorsichtig und unterschätzte die Irrationalität des Marktes. Ungedeckte Stillhaltergeschäfte bestehen nun mal aus vielen guten und wenigen sehr schlechten Trades.

Invest-Signale: Wenden wir uns jetzt den heutigen Märkten zu. Welche Investment-Strategie fahren Sie zurzeit?

Dr. Gohla: Ich handle weiterhin Optionen. Allerdings halte ich in der Regel Aktien-Puts auf der Shortseite und hedge diese oder die aus der Ausübung angedienten Aktien andererseits. Meine Risikobereitschaft ist inzwischen stark gesunken, bin halt älter … (lächelt nachdenklich). Darüber hinaus suche ich mir immer einzelne Aktien, bei denen ich kurzfristig noch Potenzial sehe. Ich bin auch guten Fonds nicht abgeneigt. Viele können kurzfristig eine sehr gute Performance bringen. Allerdings kosten auch mache von ihnen viel, da auch gerne eine performanceabhängige Fee ( Gebühr) bei guten Fonds verlangt wird.

Invest-Signale: Könnten Sie etwas konkreter sein?

Dr. Gohla: Sie wollen Tipps? Nun, die Biotechnologie und Pharmaaktien halte ich weiterhin für sehr aussichtsreich. Zwar hat der Markt inzwischen etwas übertrieben, trotzdem ist dort noch viel Musik drin. Erstens wird zurzeit in den USA viel Geld locker gemacht. Zweitens stehen viele Bio-Firmen auch in Europa vor wichtigen Ergebnissen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden günstiger. Nicht zuletzt ist auch viel Übernahmephantasie in der Branche. Das entscheidende Argument bleibt stets das kollektive Interesse der Börsianer, was weitere Nachahmer erhoffen lässt.

Invest-Signale: Und was halten Sie von Anleihen?

Dr. Gohla: Nun die deutschen bringen inzwischen negative Rendite, Beispiel: DE0001141539. Da halte ich lieber mein Geld zuhause.
Ich denke, die irischen Anleihen haben noch Potenzial nach oben. Das Rating Ba1 spiegelt nicht die Kreditwürdigkeit des Landes wider. Und Sie bekommen noch zwischen 3,5-4% Rendite.

Invest-Signale: Unsere letzte Frage. Wie steht es in den nächsten Wochen mit dem DAX?

Dr. Gohla: Ich habe vor Wochen im Blog geschrieben, dass man mit der Fortsetzung des Aufwärtstrends rechnen sollte, sobald der DAX oberhalb 6650 geschlossen hat.  Nach meiner jetzigen Einschätzung geht es bis auf 7000 weiter aufwärts und zwar trotz der immer schlechteren Nachrichten aus der Realwirtschaft.

Invest-Signale: Herr Dr. Gohla ich danke Ihnen für das Gespräch.

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